Uetikon

In Uetikon stehen Wahlen an, die ihren Namen verdient haben

Anders als an den letzten Wahlen treten in Uetikon mehr Kandidaten an, als es Sitze zu vergeben gibt. Mehr politischen Einfluss strebt die Lobby für Uetikon an.

Kampfwahlen à dis­cré­ti­on: Der rechtsufrigen Seegemeinde stehen am 22. April umwälzende Erneuerungswahlen bevor.

Kampfwahlen à dis­cré­ti­on: Der rechtsufrigen Seegemeinde stehen am 22. April umwälzende Erneuerungswahlen bevor. Bild: Archiv ZSZ

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In drei der vier Uetiker Behörden stehen Kampfwahlen an. So treten für den Gemeinderat, die Schulpflege und die Rechnungsprüfungskommission (RPK) jeweils mehr Bewerber an, als es Sitze zur vergeben gibt. Die Kommunalpolitik scheint die Uetiker stärker zu begeistern als noch vor vier Jahren. Damals stellten sich sowohl für den Gemeinderat als auch für die RPK und die Schulpflege gerademal so viele Kandidaten zur Verfügung, als es Sitze gab. Für die Stimmberechtigten heisst das, dass sie diesmal tatsächlich eine Wahl haben, die ihren Namen auch verdient: Vier der Kandidaten werden nicht gewählt.

Mit Marianne Röhricht (neu, parteilos) könnte die Lobby für Uetikon erstmals Einsitz in die wichtigste Kommunalbehörde erhalten. Die 2014 gegründete überparteiliche Vereinigung sieht sich als Alternative zu den grossen bürgerlichen Parteien. Das wäre eine Premiere – an den letzten Wahlen im Mai 2014 verzichtete die Lobby auf eine Kandidatur, weil ihr ein passender Anwärter fehlte. Sollte Röhricht gewählt werden, könnte sich zugleich der Frauenanteil im Gremium erhöhen. Neben ihr kandidiert eine weitere Frau – Heidi Mühlemann (parteilos, bisher). Die restlichen fünf Anwärter sind allesamt Männer.

Den Sitz der zurücktretenden Manuela Lanz (FDP) für die Freisinnigen verteidigen soll Hubert Beerli (neu). Erneut zur Wahl treten Hans Gantner (FDP), Markus Hafner (SVP), Christian Schucan (FDP) und Urs Mettler (parteilos) an. Letzterer bewirbt sich zudem als Einziger für das Gemeindepräsidium. Klar ist, dass der Gemeinderat wie bis anhin fest in bürgerlicher Hand bleibt.

Mehr Frauen für Schulpflege

Grösser ist die Fluktuation in der Schulpflege. Vom fünfköpfigen Gremium stellen sich einzig Präsident Felix Weber (SVP) und Jeannine Treffer (parteilos) erneut zur Wahl. Weber bewirbt sich zugleich auch als Einziger erneut um das Schulpräsidium und wird – sollte er wie erwartet gewählt werden – von Amtes wegen im Gemeinderat einziehen.

Bisher wurde die Schulpflege von Parteilosen dominiert. Mit den Wahlen könnte sich das ändern, will doch die Lobby für Uetikon neu auch in der kommunalen Bildungspolitik mitmischen. Als Kandidatin schickt sie Mirjam Pfister (parteilos/Lobby für Uetikon) ins Rennen. Den Sitz des zurücktretenden Stefan Christen (FDP) soll der freisinnige Christian Wiedemann verteidigen. Neu zur Wahl stellen sich auch Rachel Nünlist (parteilos) und Simone Blaser Stutz (parteilos). Damit ist klar, dass sich die Geschlechterverhältnisse im Gremium zugunsten der Frauen verschieben werden. Bisher wurde die Schulpflege wie die restlichen Uetiker Behörden von Männern dominiert.

Spannung um die RPK

Ganz anders ist die Situation in der RPK: Diese bleibt auch in der nächsten Legislatur rein männlich. Derzeit halten sowohl die FDP als auch die SVP jeweils zwei der fünf Sitze. Der fünfte gehört dem Parteilosen Patrick Kircher, der erneut antreten wird. Nicht mehr ins Rennen geht Urs Peter Humm von der SVP. Seinen Sitz für die Partei verteidigen soll Raphael Bürgi. Neben ihm kandidieren neu André Thalmann (parteilos/Lobby für Uetikon) und Robert Zanzerl (parteilos). Von den Bisherigen treten Josef Färber und Rolf Gilgen für die FDP an. Letzterer kandidiert zugleich als Einziger für das Präsidium. Als zweites SVP-Mitglied geht Christian Hurter ins Rennen. Rein theoretisch könnten also die bürgerlichen ihre Mehrheit in der RPK zu Gunsten der Parteilosen respektive der Lobby für Uetikon einbüssen. Ob sich an den Parteiverhältnissen tatsächlich etwas ändert, zeigt sich am Wahltag.

Nur die Zusammensetzung der Sozialkommission steht praktisch schon fest, weil die Zahl der Kandidaten jener der Plätze entspricht. Hier dürften mit Brigitte Gloor Fischer (parteilos/Lobby für Uetikon) und Gerhard Meyer (FDP) zwei Bisherige gewählt werden. Neu in die Behörde einziehen werden aller Wahrscheinlichkeit nach Irene Pfenninger (parteilos/Lobby für Uetikon) und Katia Troxler (SVP).

Erstellt: 10.04.2018, 18:05 Uhr

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