Meilen

In Meilen wächst ein Schilfgürtel – dank Horgner Fährenplatz

Im Meilemer Rotholz wird ein Stück Seeufer renaturiert. Möglich ist dies dank einem Abkommen zwischen dem Bund und der Zürichsee-Fähre Horgen-Meilen AG, die ihren Anlegeplatz in Horgen ausgebaut hat.

Der noch verbleibende Schilfgürtel in der Meilemer Rotholzbucht soll wieder wachsen.

Der noch verbleibende Schilfgürtel in der Meilemer Rotholzbucht soll wieder wachsen. Bild: Sabine Rock

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An der Grenze zwischen Meilen und Uetikon befindet sich ein ödes Stück Land am Seeufer. Der westlichste Ausläufer des Areals der stillgelegten Chemie Uetikon erstreckt sich bis auf Meilemer Boden. Es handelt sich um eine Industriebrache. Daneben, zwischen Seestrasse und Seeufer, liegt ein unattraktiver Grünraum, der von Gestrüpp überwuchert ist.

Vom See aus ist auch ein Streifen Schilf auszumachen, ein ökologischer Lebensraum, der insbesondere für Jungfische ideal ist. In den vergangenen Jahren ist der Schilfgürtel aber stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Das kantonale Amt für Landschaft und Natur will nun die Rotholzbucht aufwerten, wie aus der öffentlichen Auflage für das Projekt hervorgeht.

Ein Riff als Wellenbrecher

Betroffen ist in erster Linie die Wasserfläche, also nicht das Festland. Die Rotholzbucht ist eine Flachwasserzone, die maximal zwei Meter tief ist. Vor 30 Jahren wurde an dieser Stelle der Schilfgürtel schon einmal aufgewertet. Eine Pfahlreihe und ein Steinwall unter Wasser sollten verhindern, dass der Wellenschlag des Schiffsverkehrs und die Westwinde der Vegetation zusetzen.

Davon sind aber nur noch Reste erhalten. Das Ufer erodiert nun, weshalb sich das Schilf im Wasser nicht weiter ausbreiten kann. An Land wiederum verhindern Gehölz und Dornsträucher das Wachstum des Röhrichts, weil Laub und Äste den Boden überdecken.

Nun soll sich der Schilfgürtel auf einer Fläche ausdehnen können, die etwa ein Fünftel so gross ist wie ein Fussballfeld. Mit Hilfe von Eisenstangen sollen mit Schilfkulturen befplanzte Bodenstücke in der Brandungszone befestigt werden. Davor wird ein Riff aufgeschüttet, das als Wellenbrecher dient. Temporär werden wahrscheinlich Netze oder Drahtgittergeflechte die Bepflanzung vor Frass durch Wasservögel schützen.

Zürichseefähre muss zahlen

Speziell an diesem Projekt ist die Entstehungsgeschichte. Es kommt deshalb zustande, weil die Zürichsee-Fähre Horgen-Meilen AG im letzten Jahr einen vierten Nachtliegeplatz für ihre Fähren gebaut hat. Weil dafür der Seegrund ausgebaggert werden musste und dadurch die Unterwasservegetation beeinträchtigt wurde, hat das Bundesamt für Verkehr dem Unternehmen ökologische Ersatzmassnahmen auferlegt.

Die kantonalen Ämter haben nun mit der Rotholzbucht eine geeignete Fläche ermittelt – überraschenderweise am anderen Seeufer und über 4,5 Kilometer vom beeinträchtigen Platz entfernt. Die Suche nach einem möglichen Standort sei schwierig, da verschiedene Interessen gegeneinander abgewogen werden müssten, hiess es noch im Frühling im Jahresbericht der Zürichsee-Fähre Horgen-Meilen AG. Das Unternehmen beteiligt sich an den Kosten in der Höhe von knapp 160 000 Franken. Weitere Geldquellen sind der Bund und der Kanton sowie ein Ökologiefonds.

Sichtbar wird der Schilfgürtel nur vom See aus sein. Ein öffentlicher Wasserzugang ist nicht vorgesehen, da das Land vor dem Ufer in Privatbesitz ist. Ab 2019 ist dort der Bau zweier Wohnhäuser geplant. Da danach der Zugang für die Arbeiten im See erschwert sind, soll der Schilfgürtel noch vorher aufgewertet werden. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 09.07.2018, 13:32 Uhr

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