Meilen

In Meilen sollen bis zu 120 neue Wohnungen entstehen

Gemeinsam mit einer Stiftung plant die Gemeinde am Ortsrand ein neues Quartier mit viel Grünraum. Dafür müssten mehrere Schrebergärten und eine Wiese verschwinden.

Auf der Weid herrscht heute Schrebergarten-Idylle. Im Hintergrund befindet sich ein Wäldchen sowie eine noch unbebaute Wiese.

Auf der Weid herrscht heute Schrebergarten-Idylle. Im Hintergrund befindet sich ein Wäldchen sowie eine noch unbebaute Wiese. Bild: Sabine Rock

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Ganz im Osten, gleich zur Grenze von Uetikon, ist Meilen noch sehr ländlich. Der Dollikerbach gurgelt in seinem von Bäumen gesäumten Bett. Südlich davon erstreckt sich eine grosse Wiese, nördlich des Wäldchens ziehen Familien Gemüse und Salate in Schrebergärten.

In dieser ruhigen Ecke, eingeklemmt zwischen Dolliker-, Lütisamet- und Weidächerstrasse, sollen 80 bis 120 Wohnungen entstehen. Das knapp 19'000 Quadratmeter grosse Gebiet Weid – es ist etwas kleiner als das Areal der Guetzlifabrik Midor im Meilemer Zentrum – gehört der Gemeinde. Im vergangenen Herbst hatte der Gemeinderat mitgeteilt, dass hier ein neues Quartier entstehen soll. Am Montagabend hat nun Liegenschaftenvorsteherin Irene Ritz-Anderegg (SP) an einer Informationsveranstaltung näher ausgeführt, was die Idee dahinter ist.

Für mehrere Generationen

«Die Gemeinde will nachhaltige Einnahmen generieren, aber keine eigenen Grundstück verkaufen», sagte sie in der reformierten Kirche. Deshalb wolle die Behörde ihre Grundstücke aktiv bewirtschaften und im Gebiet erschwinglichen Mietwohnraum anbieten. Bauen will die Gemeinde allerdings nicht selber. Sie plant, das Land im Baurecht an die Stiftung Burkwil aus dem zugerischen Baar abzugeben.

Gemäss den Statuten hat sich die noch junge Stiftung dem gemeinnützigen Wohnungsbau verschrieben. Sie verfolgt insbesondere Mehrgenerationenprojekte. In Bezug auf die Weid heisst dies, dass ein neues Wohnquartier für Jung und Alt mit Gemeinschaftsräumen, Café und Platz fürs Gewerbe vorgesehen ist. Der Schwerpunkt, sagte Ritz, liege aber eher auf Menschen in der zweiten Lebenshälfte.

Wie teuer solche Mietwohnungen wären, ist noch nicht klar. Die Liegenschaftenvorsteherin nannte keine konkreten Zahlen, sagte aber, dass die Zinsen auf der Kostenmiete basieren sollen. Die Gemeinde, die das Gebiet voraussichtlich für 60 Jahre an die Stiftung abgibt, würde von einem jährlichen Baurechtszins in der Höhe von ungefähr 3/4 Steuerprozenten profitieren. Das entspricht etwa 750'000 Franken. «Wie viel es effektiv sein wird, wissen wir jetzt noch nicht», sagte die Gemeinderätin.

Meilemer stimmen ab

Von der Stiftung trat am Informationsabend niemand auf. Dies mag daran liegen, dass das Projekt noch in den Anfängen steckt. Zuerst muss der Baurechtsvertrag ausgearbeitet werden. Die Stiftung und die Gemeinde haben zudem eine Studie in Auftrag gegeben und 21 Architekturbüros eingeladen, eine Eingabe zu machen. Im Frühsommer oder im Herbst wollen sie die Öffentlichkeit über das Resultat informieren. Sagt die Gemeindeversammlung noch dieses Jahr Ja zum Baurechtsvertrag, könnten die Bauarbeiten im Idealfall Mitte 2021 beginnen.

«Die Gemeinde will nachhaltige Einnahmen generieren.»Irene Ritz-Anderegg, Liegenschaftenvorsteherin

Das bedeutet auch, dass die Pächter die Familiengärten in der Weid dereinst räumen müssen. Darin steckt ein gewisses Konfliktpotenzial. «Wir suchen für sie aber eine Alternative», sagte Irene Ritz.

Der Grünraum wird zudem nicht ganz verschwinden. Das Bett des Dollikerbachs bleibt bestehen. Die Verantwortlichen möchten den natürlichen Lebensraum und die Biodiversität in der Weid fördern. Die Stiftung Burkwil wirbt zudem damit, möglichst viele natürliche Baumaterial zu verwenden und energiesparend zu bauen. Das neue Quartier soll den Anforderungen an die 2000-Watt-Gesellschaft genügen.

Erstellt: 05.03.2019, 17:30 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare