Männedorf

In Männedorf wird ein neues Quartier erschlossen

Oberhalb des Männedörfler Dorfzentrums, wo der evangelische Verein Boldern dereinst bauen will, beginnen erste Vorarbeiten für ein neues Wohnquartier.

Ruhig gelegen, mit Blick auf den See: Im Gebiet Boldern sollen künftig Wohnungen entstehen.

Ruhig gelegen, mit Blick auf den See: Im Gebiet Boldern sollen künftig Wohnungen entstehen. Bild: Archivfoto: Manuela Matt

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In kleinen Schritten geht ein Projekt voran, dass jahrelang zu reden gegeben hat. Der Männedörfler Gemeinderat hat vergangene Woche einen Kredit für die Erschliessung des Gebiets Boldern oberhalb des Dorf beschlossen. Es befindet sich in der Bauzone und gehört zu einem grossen Teil dem evangelischen Verein Boldern, der das gleichnamige Hotel und Tagungszentrum führt. Die Verantwortlichen hatten schon vor über zehn Jahren damit geliebäugelt, einen Teil des Lands an Toplage zu verkaufen, damit dort Wohnungen entstehen können.

Weil die Grundstücke aber nicht oder nur teilweise mit Wasser und Strom erschlossen waren, konnten sie weder verkauft noch überbaut werden. Um ein Gebiet baureif zu erschliessen, wird in Fällen wie diesem ein amtliches Quartierplanverfahren eingeleitet. Es handelt sich dabei um ein raumplanerisches Instrument um Bauzonen, die noch brach liegen, ihrer eigentlichen Bestimmung zuzuführen.

Einigung nach Widerstand

Ausgelöst worden war das Verfahrenin Männedorf auf Begehren des Tagungszentrums Boldern. Es löste Widerstand in der Nachbarschaft aus. Denn dieübrigen Grundstückbesitzer mussten sich von Gesetzes wegen finanziell am Quartierplanverfahren beteiligen,ohne dass sie dabei selber Bauabsichten hegten. Es hagelte Einsprachen und Rekurse. Die juristischen Streitigkeiten und Verhandlungen zogen sich dahin, bis sich die Parteien schliesslich einig wurden - unter anderem, was den Kostenteiler betrifft.

Im vergangenen Jahr genehmigten die Gemeinde und der Kanton schliesslich den Quartierplan zur Erschliessung des Gebiets. Die Gemeinde sei nun angehalten, diesen umzusetzen, steht im Protokoll des Männedörfler Gemeinderats von vergangener Woche. Die Kosten für planerische und bauliche Massnahmen belaufen sich auf rund 4,8 Millionen Franken. In einer ersten Tranche geht es um 477 000 Franken für technische Arbeiten und Ingenieurleistungen. Der Gemeinderat hat einen entsprechenden Kredit gesprochen. Die Gemeine übernimmt allerdings nur einen Anteil von 53 Prozent, also252 000 Franken. Die übrigen Kosten werden gemäss dem im Quartierplan vereinbarten Kostenteiler von den beteiligten Grundeigentümern eingefordert.

Verein braucht Geld

Der evangelische Verein Boldern ist auf das Geld, das sich mit dem Bauland erwirtschaften lässt, angewiesen. Umso mehr, nachdem die evangelisch-reformierte Landeskirche 2011 Boldern den Studienbereich entzogen und die finanzielle Unterstützung gestrichen hatte. Der Trägerverein des Tagungs- und Seminarzentrums hatte dadurch mit einem Schlag seine Haupteinnahmequelle verloren.

Finanziell absichern will sich der Verein deshalb nebst dem Hotelbetrieb vor allem mit dem Bau von Wohnungen. Wie dies im Detail geschehen soll, ist noch unklar. Das Vorhaben wird sich ohnehin noch eine Weile dahin ziehen: Denn die planerischen Massnahmen für das Gebiet werden sich bis etwa 2023 erstrecken, wie dem Gemeinderatsprotokoll zu entnehmen ist.

Erstellt: 10.07.2019, 17:03 Uhr

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