Küsnacht

In ihrem zweiten Rennen fuhr sie auf den ersten Platz

Die siebenjährige Olivia Borla fuhr beim Qualifikationsrennen des Migros Grand Prix auf den ersten Platz. Für das Finale Ende März trainiert die junge Küsnachterin jedes Wochenende im Bündnerland.

Die siebenjährige Olivia Borla hat sich für das Finale des Migros Grand Prix qualifiziert.

Die siebenjährige Olivia Borla hat sich für das Finale des Migros Grand Prix qualifiziert. Bild: Manuela Matt

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Mit ihren sieben Jahren hat Olivia Borla bereits alle Stufen der Skischule durchlaufen. «Mit dreieinhalb Jahren stand sie zum ersten Mal auf den Skiern», erklärt ihre Mutter, Eva Borla. Denn früh übt sich, wer eine Meisterin werden will. In Obersaxen gewann die junge Küsnachterin das Qualifikationsrennen für den Migros Grand Prix des Jahrgangs 2011. «Das Rennen bin ich nur zum Spass gefahren, das Finale ist mir jetzt aber wichtig», sagt sie.

Beim Riesenslalom konnte Olivia die 33 Tore in knapp 59 Sekunden umfahren. Damit war sie zwei Sekunden vor der Zweitplatzierten im Ziel. Die besten Drei qualifizierten sich für das Finale in Sörenberg, die Zweit - und die Drittplatzierte kommen beide aus Graubünden. «Meine Freundin aus dem Skiclub hat leider das dritte Tor verpasst. Sie wäre sonst auf Platz drei gelandet», erzählt die Zweitklässlerin.

Mitmachen wie der Bruder

Der Migros Grand Prix ist das grösste Nachwuchsskirennen der Schweiz. In Skigebieten im ganzen Land messen sich in Qualifikationsrennen Kinder von acht bis sechzehn Jahren, aus denen sich jeweils die besten Drei für das Finale qualifizieren. Der Schweizer Skiverband scoutet am Nachwuchsrennen regelmässig die grössten Talente. Stars wie Lara Gut-Behrami oder Michelle und Dominique Gisin fuhren ihre ersten Rennen am Migros Grand Prix.

Olivias neunjähriger Bruder Carlo war bereits im Skiclub, deshalb nahm er am Qualifikationsrennen teil. «Also wollte Olivia unbedingt auch mitmachen», erklärt Eva Borla. Skirennen sei ihre Tochter davor nur in der Skischule und im Menzli Cup, einem Skicross, gefahren. «Beim ersten grossen Rennen ist sie direkt auf das Podest gefahren», sagt ihre Mutter voller Stolz. Nun wollte Olivia auch in den Skiclub ihres Bruders. Nicht nur im Winter treibt die Siebenjährige Sport, der Skisaison trauert sie keineswegs nach. Seit drei Jahren spielt Olivia Fussball beim FC Küsnacht. Auch turnt sie in der Mädchenriege. Skifahren aber sei ihr Lieblingssport, sagt die junge Rennfahrerin.

Vorbild ist Wendy Holdener

Skirennen seien zwar ihre Leidenschaft, mit den Eltern sei sie aber immer gerne auf der Piste. «Ich weiss noch nicht, ob ich schon besser Ski fahre als meine Eltern», sagt Olivia, «Auf der Piste kann ich aber nicht mehr viel von ihnen lernen.»

«Ich versuche, jedes Rennen von Wendy Holdener am Fernsehen zu schauen.»Olivia Borla

Olivia hat zwei Autogrammkarten der zweifachen Weltmeisterin Wendy Holdener. «Sie ist mein grosses Vorbild», sagt die Siebenjährige. «Ich versuche, jedes ihrer Rennen am Fernsehen zu schauen.» Auch im Schweizer Männerteam hat sie ihre Vorbilder: Loïc Meillard und Mauro Caviezel. Ihren bekanntesten Vorgänger am Migros Grand Prix kennt sie aber nicht mehr. Der Name Didier Cuche löst bei ihr nur ein Schulterzucken aus: Als Cuche 2012 zurücktrat, war sie ein Jahr alt. Ihm wolle sie zwar nicht nacheifern. Sehr wohl aber ihrem grossen Vorbild Holdener, die einst ebenfalls am Migros Grand Prix teilnahm: «Ich möchte auch Skirennfahrerin werden.»

Gezieltes Training

Ein Sieg im Migros Grand Prix würde sie diesem Ziel bedeutend näher bringen. Dafür trainiert sie nun auch hart, und bis zum Finale fährt sie jedes Wochenende in die Berge. Mit dem Trainer des Skiclubs übt sie nun gezielt Slalom und Speed. Olivia erklärt: «Beim Slalom zum Beispiel muss man den Körper ganz schnell von oben nach unten verlagern.»

Das Finalrennen findet am Wochenende des 30. März in Sörenberg im Entlebuch statt. An diesem Wochenende wird sie für den Freitag einen Jokertag in der Schule einlösen. Dann wird der Trainer die Strecke mit den jungen Rennfahrern anschauen, und ihnen noch einige Ratschläge mit auf den Weg geben. Für das Finalrennen erhofft sich Olivia nicht unbedingt einen Podestplatz: «Ich will in die Top 15 - nein, in die Top 10 wäre schön.»

Erstellt: 11.03.2019, 16:44 Uhr

Qualifikationen aus der Region Zürichsee

Seit 1972 wird der Grand Prix Migros durchgeführt. Neben Olivia Borla konnten sich aus den Bezirken Horgen und Meilen noch weitere Nachwuchsskirennfahrer qualifizieren. Ebenfalls in Obersaxen fuhr Matteo Zeiss (Jg. 2011) aus Rüschlikon auf den dritten Platz seiner Kategorie.

In den anderen Rennen schafften es folgende Skifahrer, das Finalticket zu lösen:Kai Russenberger (Jg. 2005) aus Horgen, Stella Blattmann (Jg. 2010) aus Erlenbach, Tino Mainberger (Jg. 2010) aus Wädenswil, Raphael Müller (Jg. 2010) aus Richterswil, Isabel Müller (Jg. 2007) aus Richterswil, Andrin Mainberger (Jg. 2007) aus Wädenswil, Janine Mächler (Jg. 2004) aus Thalwil, Anna Escher (Jg. 2011) aus Langnau und Florian Fend (Jg. 2009) aus Thalwil. Es stehen noch vier Qualifikationsrennen aus.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles