Hombrechtikon

In Feldbach gibt es nach 154 Jahren wieder Bier von einem Hans Heiri

Aus dem Feldbacher Redneck Heaven wurde das Hans Heiri's. Der Name des neu eröffneten Restaurants bezieht sich auf den Gründer der Brauerei Hürlimann.

Marina Gadient hat mit Patrick Egg das Hans Heiri's beim Kreisel in Feldbach eröffnet.

Marina Gadient hat mit Patrick Egg das Hans Heiri's beim Kreisel in Feldbach eröffnet. Bild: Michael Trost

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Alte Fotos an den Wänden erzählen von der Vergangenheit des Hauses. Darauf zu sehen ist etwa ein Lastwagen mit einer Ladung Hürlimann-Bier, vermutlich aufgenommen in den 1950er-Jahren. Auch der Stammtisch bezieht sich auf die Geschichte: Er ist mit einem Hürlimann-Wappen verziert. Ebenfalls an einer Wand hängt ein Erstdruck einer alten Serie Flaschenetiketten. An der Bar gibt es gezapftes Bier – von Hürlimann.

Die neuen Wirte des Hauses beim Feldbacher Kreisel erzählen so die Geschichte von Hans Heinrich Hürlimann, der hier von 1836 bis 1865 eine Brauerei betrieb – zuletzt braute sein Sohn, Albert Hürlimann. 1866 gründete Albert in Zürich Enge die bis heute bekannte Brauerei Hürlimann. Hans Heiri's: So nennt sich denn auch die neu eröffnete Bar. Der Name bezieht sich auf den Vornamen von Hans Heinrich Hürlimann.

«Wir haben lange studiert, welchen Namen wir wählen sollen.»Geschäftsführer Patrick Egg

«Wir haben lange studiert, welchen Namen wir wählen sollen», sagt Geschäftsführer Patrick Egg, der zusammen mit Marina Gadient das Lokal leitet. Weitere Mitinhaber sind Manuel Rigamonti und Roman Frei. Bis im Sommer war in den Räumen noch das Restaurant Redneck Heaven untergebracht. Als Egg und Gadient erfahren haben, dass ihre Vorgänger aufhören wollen, haben sie die Chance ergriffen. Egg hat Erfahrung in der Gastronomie: Er war Mitgründer des Pirates in Hinwil, später war er Geschäftsführer der Okto-Bar in Wetzikon.

Mysteriöser Tunnel

Als das Konzept stand, haben Egg, Gadient, Rigamonti und Frei das Lokal innerhalb eines Monats umgebaut. Die Wände haben sie mit echten roten Ziegelsteinen ausgestattet, den Holzboden konnten sie von den Vorgängern übernehmen. So wirken die neuen Räume wie eine Brauerei. Auf der Karte steht nebst diversen Speisen auch eine Biersuppe. Man wolle ein Lokal für alle sein, sagt Egg. Handwerker, Töfffahrer, die auf der Seestrasse unterwegs sind, oder Arbeitskollegen, die ein Feierabendbier nehmen wollen – alle seien willkommen.

Die Neueröffnung am 27. September lockte auch Nachbarn an: Alteingesessene Feldbacher, die vorbeikamen, erzählten Patrick Egg Geschichten von dem alten Haus. Sie berichteten zum Beispiel von einer Höhle, in der das Bier in Zeiten vor der Elektrifizierung kühl gehalten wurde. Sie befindet sich an der Strasse, die hinauf nach Hombrechtikon führt.

Auch von einem Tunnel hat Egg von einem Feldbacher erfahren. Dieser führt unter der heutigen Seestrasse hindurch in Richtung Zürichsee. Durch ihn sei einst das Bier zu den Schiffen transportiert worden, die in Feldbach anlegten, um ihre Fracht auf dem Seeweg weiter zu transportieren. Egg führt durch die gewaltigen mindestens fünf Meter hohen Kellerräume. Und tatsächlich: Auf der Seeseite findet sich ein alter Tunnelzugang. Was sich dahinter befindet, bleibt ein Geheimnis. Der Eingang ist zugemauert.






Erstellt: 08.10.2019, 11:56 Uhr

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