Erlenbach

In einer Erlenbacher Galerie wachsen Wälder und Wurzeln

In der Python Gallery ist die Vernissage der neuen Ausstellung «In The Woods» über die Bühne gegangen. Deren ­Besitzerin Nicole Python ist viereinhalb Jahre nach der Eröffnung immer noch mit Begeisterung Galeristin.

Galeristin Nicole Python liebt die Zusammenarbeit mit Künstlern.

Galeristin Nicole Python liebt die Zusammenarbeit mit Künstlern. Bild: Michael Trost

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«Meinen angestammten Beruf zu verlassen, war ein Wagnis», sagte Nicole Python ein Jahr nach der Eröffnung ihrer Galerie Python Gallery in Erlenbach zur «Zürichsee-Zeitung». Auch dreieinhalb Jahre später steht Python, die vorher im Marketing und im Verkauf tätig war, hinter ihrem neuen Beruf als Galeristin. Das Wagnis hat sich gelohnt. «Zu hundert Prozent», sagt sie.

Es sei ein sehr harter Job. Als Galeristin mache man viel mehr, als nur an Vernissagen Cüpli zu trinken, sagt sie. «Doch ich liebe die enge Zusammenarbeit mit den Künstlern.» Diese Liebe spürt man, wenn die 45-Jährige über die Werke spricht, die in der neuen Ausstellung präsentiert werden.Fünf Künstler, fünf komplett unterschiedliche Kunstwerke und Gemälde, ein gemeinsames Thema: Wald, Wurzeln, Verwurzelung. «In The Woods» ist der Übertitel für die Werke, die während knapp zwei Monaten in der Galerie ausgestellt werden. Alle Künstler stellten ihr Können schon ein paar Mal in der Python Gallery unter Beweis. Nicole Python kennt die Menschen hinter den Bildern. Sie weiss, wie sie arbeiten, kennt ihre Art zu malen und ihre Techniken.

Starke Farben, klirrende Kälte

Die Künstlerin Berna­dette Gruber aus Stäfa hat ihr Atelier in Hombrechtikon. Für ihre Gemälde bedient sie sich einer speziellen Drucktechnik. Mit dem Carborundum-Verfahren werden Sand und Leim miteinander vermischt, auf Plexiglasplatten aufgetragen und danach eingefärbt. Dieses Verfahren sei sehr aufwendig, sagt Python. Daher werde es fast nicht mehr angewendet.

Neben den Werken von Berna­dette Gruber finden die Bilder von Alex Demarmels ihren Platz. Der Thalwiler Künstler arbeitet vorzugsweise mit Acryl- und Leucht­farbe. «Viele Künstler trauen sich nicht, mit Leucht­farbe zu arbeiten», sagt Nicole Python. Die Malerei sei frech und laut. Der Künstler provoziere ­gerne mit den starken Farben. Mit ihrer unterschiedlichen Art lassen sich Gruber und Demarmels nicht in einen Topf werfen. Dasselbe gilt für die drei anderen Künstler.

Ein Blick auf die Wintergemälde der Zürcher Künstlerin Andrea Muheim reicht, um die klirrende Kälte förmlich zu spüren. «Die Bilder des portugiesischen Künstlers João De Almeida hingegen wirken auf den ersten Blick streng und verwunschen», sagt Nicole Python. «Doch bei nähe­rer Betrachtung erkennt man vereinzelte Farbakzente.» De Almeida ist mit 89 Jahren der Älteste unter den Künstlern.

Symbolhafte Skulpturen

Jorge Mayet schliesst das Künstler-Quintett. Seine Baumskulpturen haben grossen symbo­lischen Charakter. Die ausgeprägte Darstellung der Wurzeln führt auf seine eigene Entwurzelung zurück. Als Exil-Kubaner lebt er seit 25 Jahren in Spanien und Brasilien.

So unterschiedlich die Kunstschaffenden, so klar das Konzept, das dahinter steckt. Nicole Python fokussierte sich dieses Jahr speziell auf Gruppenausstellungen. «Die Ausstellung wird im Detail geplant und kuratiert. Das Thema zieht sich dann wie ein roter Faden durch die Ausstellung», sagt sie. Figurative Male­rei und Skulpturen sind ­vorherrschend in ihrer Galerie. Fotografie und abstrakte Kunst kommen eher weniger vor.

Auf ihrer Webseite beschreibt sich Nicole Python als Trendscout mit eigener Handschrift. An internationalen Messen informiert sich die Erlenbacherin über die neusten Trends. «Skulpturen gewinnen immer mehr Beachtung», weiss sie. Viele Sammler hätten schon genug Bilder und würden sich nun nach plastischer Kunst umsehen. So auch ihre treue Kundschaft. Die meisten Käufer leben am Zürichsee. Kultur habe sowohl am rechten als auch am linken Seeufer einen ­hohen Stellenwert.

Tina Turner willkommen

Nur auf einen Besucher wartete Python bislang vergebens: «Es wäre toll, wenn Tina Turner einmal vorbeischauen würde.» So lebt die Sängerin doch ganz in der Nähe der Galerie. Die Hoffnung auf den hohen Besuch hat sie noch nicht aufgegeben. «Die Einladung zur Vernissage werfe ich immer persönlich in ihren Briefkasten.»

Die Ausstellung «In The Woods» läuft noch bis zum 7. Januar 2017 in der Python Gallery an der Dorfstrasse 2 in Erlenbach. Geöffnet von Dienstag bis Freitag von 14 bis 18 Uhr und an Samstagen von 10 bis 14 Uhr. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 29.11.2016, 16:12 Uhr

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