Küsnacht

In den Weilern entsteht definitiv kein zusätzlicher Wohnraum

Die Gemeinde wollte im Küsnachterberg einige Grundstücke einzonen, doch das Baurekursgericht untersagte dies. Der Gemeinderat akzeptiert nun den Entscheid und reicht keine Beschwerde dagegen ein.

Die Gemeinde Küsnacht akzeptiert den Entscheid des Baurekursgerichts betreffend Einzonung von Gründstücken in Weilern wie Limberg.

Die Gemeinde Küsnacht akzeptiert den Entscheid des Baurekursgerichts betreffend Einzonung von Gründstücken in Weilern wie Limberg. Bild: Archiv Michael Trost

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Ein Fünkchen Hoffnung hatten einige Grundstückbesitzer im Küsnachterberg noch, doch nun ist es ganz erloschen. Mit der Teilrevision der Bau- und Zonenordnung (BZO), welcher die Gemeindeversammlung vor knapp zwei Jahren zustimmte, hätten manche von ihnen die Möglichkeit erhalten, landwirtschaftliche Gebäude zu Wohnungen umzunutzen. Der Gemeinderat hatte nämlich die Einzonung einiger bereits bebauter Grundstücke in den drei Weilern Limberg, Chaltenstein und Schmalzgrueb von der Landwirtschaftszone in die Kernzone vorgesehen.

Doch kurz bevor es zur Abstimmung kam, äusserte das kantonale Amt für Raumentwicklung Vorbehalte. Der Gemeinderat liess die Stimmbürger mit dem Verweis darauf trotzdem abstimmen, kam vorerst damit durch – scheiterte aber schliesslich daran, dass der Kanton den neuen Passus in der BZO nicht genehmigte. Auch der Rekurs der Gemeinde gegen diesen Entscheid, war erfolglos: Das Baurekursgericht lehnte ihn ab, wie vor knapp zwei Wochen bekannt wurde.

Auch Eigentümer verzichten

Inzwischen ist klar, dass der Küsnachter Gemeinderat nicht Beschwerde gegen das Urteil einreicht. Die Gemeinde habe den Entscheid analysiert und sei zum Schluss gekommen, dass die Erfolgschancen eines Weiterzugs ans Verwaltungsgericht als äusserst gering einzustufen seien, heisst es in einer Mitteilung. Sie werde somit den Entscheid in Rechtskraft erwachsen lassen.

Der Gemeinderat hatte nie einen Hehl daraus gemacht, dass er der geplanten Erweiterung der Kernzone wenig Chance einräumte. «Dieser Ausgang war leider zu erwarten», heisst es denn auch in der Mitteilung. Der Gang ans Baurekursgericht war vielleicht nicht viel mehr als ein Versuchsballon. Bereits als die Behörde bekannt gab, dass sie rekurrieren würde, deutete sie nämlich an, dass sie den Rechtsstreit möglicherweise nicht über sämtliche Instanzen austragen würde.

An einer Informationsveranstaltung riet sie deshalb betroffenen Grundstückbesitzern, bei Interesse auch selber Rekurs gegen den Entscheid des Kantons zu ergreifen. Dies hätte ihnen ermöglicht, das nun vorliegende Urteil des Baurekursgerichts auch im Alleingang anzufechten, wenn die Gemeinde darauf verzichtet. Allerdings entschloss sich niemand zu diesem Schritt.

Kampf gegen Zersiedelung

Weshalb aber sagten Kanton und anschliessend das Baurekursgericht überhaupt Nein zur geplanten Erweiterung der Kernzone? Ausschlaggebend ist letztlich die rigorose Umsetzung des Raumplanungsgesetzes, das der Zersiedelung einen Riegel schieben will – insbesondere in sehr ländlichen Gebieten wie in den drei betroffenen Küsnachter Weilern. Das führt letztlich dazu, dass ausserhalb des Siedlungsgebiets keine Neubauten mehr entstehen dürfen. Die Gemeinde Küsnacht hingegen hatte vor Gericht vergeblich die Ansicht vertreten, die Erweiterung der Bauzone sei deshalb zulässig, weil die betroffenen Parzellen in der Landwirtschaftszone bereits überbaut sind.

Erstellt: 28.05.2019, 17:48 Uhr

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