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Immer mehr Zürichsee-Gemeinden investieren in Elektroautos

In der Region Zürichsee sind heute 25 Mal mehr Elektroautos eingelöst als im Jahr 2000. Verglichen mit dem gesamten Fahrzeugbestand sind es aber noch sehr wenige. Doch auch der Ausbau des Stromtankstellennetzes lässt erkennen, dass in Zukunft mit einer noch stärkeren Zunahme zu rechnen ist.

Lukas Bolliger
Elektromobilität wird auch in den Gemeinden um den Zürichsee immer mehr zu zum Thema.
Elektromobilität wird auch in den Gemeinden um den Zürichsee immer mehr zu zum Thema.
Symbolbild, Keystone

Leise, fast geräuschlos, gleiten sie durch unsere Strassen, Elektroautos der verschiedensten Marken. Während noch um die Jahrtausendwende ein Elektroauto - der erste elektrisch angetriebene Personenwagen wurde übrigens schon 1888 entwickelt - etwas Futuristisches an sich hatte und eher selten war, gehört es heute zum Strassenbild dazu.

Eine Entwicklung, die mit verschiedenen Faktoren zusammenhängt, wie Claudio Pfister von der Fachorganisation e’mobile sagt: «Durch die hohe Kaufkraft in der Schweiz werden verhältnismässig mehr Elektroautos gekauft als in anderen Ländern. Und natürlich machen die CO2-Emissionsvorschriften des Bundes Elektromodelle für die Hersteller und die Importeure interessant.» Nicht zuletzt sei der technische Fortschritt, speziell was die Laufzeit der Akkus betrifft, verkaufsfördernd.

Auch am Zürichsee hat dieser Trend Einzug gehalten, wie aus Zahlen des Bundesamt für Statistik hervorgeht. Während im Jahr 2000 weniger als 20 Elektroautos in den Bezirken Meilen und Horgen und der Region Obersee unterwegs waren, gab es Ende 2016 mehr als 500 davon, mit hybriden Modellen gar über 2000.

Verkaufszahlen steigen

Doch auch wenn die Zahl der mit Strom angetriebenen Modelle erheblich zugenommen hat, ist ihr Anteil am gesamten Fahrzeugbestand verschwindend klein. Im Bezirk Meilen wurden im Laufe dieses Jahres 46 Elektroautos eingelöst, was lediglich 1.89 Prozent aller neuen Autos beträgt. Mit 1.5 Prozent oder 43 Autos, respektive 1.42 Prozent oder 38 Autos, sind es im Bezirk Horgen und der Region Obersee noch weniger. Ähnlich sieht es beim Gesamtbestand aller Personenwagen Ende 2016 aus. Nicht einmal ein halbes Prozent, nämlich 511 der gut 150 000 Autos rund um den See, waren elektronisch betrieben. Zählt man die hybriden Modelle dazu, womit es dann gut 2700 Autos waren, ergibt das knapp zwei Prozent.

Sind Elektroautos also doch bloss Zukunftsmusik? Absolut nicht, sagt Kurt Luggen, Geschäftsführer der Touring-Garage Luggen AG in Stäfa: «Inzwischen sind bei uns gut fünf Prozent der verkauften Autos Elektromodelle, was in etwa dem Markt entspricht.» Und die Tendenz sei steigend. «Auch bei den Herstellern zeigt der Trend immer mehr Richtung Elektromobilität.»

Misstrauen hemmt Nachfrage

Trotzdem bleibt die Frage, weshalb die elektronischen Modelle zurzeit nur schwach nachgefragt werden. Liegt es am Preis, der in der Anschaffung höher ist als bei einem vergleichbaren Wagen mit Verbrennungsmotor? Oder ist es die Reichweite, welche momentan zwischen 150 und 600 Kilometern liegt? Laut Luggen sind dies nur indirekt die Gründe für das passive Kaufverhalten der Leute. «Viele scheuen sich schlicht davor, ein Elektroauto zu kaufen», sagt er, «sie befürchten, auf halber Strecke ohne Strom stehen zu bleiben.» Dies würde damit zusammenhangen, dass viele denken, es seien zu wenig öffentliche Stromtankstellen vorhanden: «Dabei gibt es immer mehr solcher Stationen, fast alle Gemeinden haben eine», sagt Luggen.

Viele Lademöglichkeiten

Ein Blick auf die Tankstellenkarte von e’mobile unterstreicht diese Aussage. Im Bezirk Meilen gibt es zurzeit 20 öffentlich zugängliche Ladestationen, im Bezirk Horgen deren 19 und am Obersee gar 23. Laufend werden neue Ladestationen in den Gemeinden installiert, wie anfangs Februar dieses Jahres in Amden, im März in Stäfa oder erst kürzlich in Wädenswil mit dem Smart City Tower.

Ein Elektroauto sei aber nicht komplett von öffentlichen Tankstellen abhängig, fügt Kurt Luggen an. Denn viele Elektroautobesitzer haben die Möglichkeit, ihr Auto während der Nacht nachzuladen. Oder aber die Elektroautofahrer nutzen weitere Lademöglichkeiten, beispielsweise in Autowerkstätten, in denen der Akku meist kostenlos aufgeladen werden könne. Ebenfalls unterstützen immer mehr Firmen aus der Region die Elektromobilität. So stellt der Stäfner Sensorenhersteller Sensirion seinen Mitarbeitern Ladetankstellen am Arbeitsplatz zur Verfügung. Wegen dieser Entwicklung und den Bemühungen von Firmen und Gemeinden ist sich Kurt Luggen sicher, dass er eher früher als später mehr Elektroautos und Hybridfahrzeuge verkaufen wird als Benziner und Dieselautos.

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