Erlenbach

Im neuen Schützenhaus wäre der Schiessbetrieb ein separater Bereich

Am 18. Juni stimmen die Erlenbacher über das Neubauprojekt als Ersatz für das abgebrannte Schützenhaus ab. Das moderne Gebäude bietet sich besser für die Vermietung an. Ein Nein an der Gemeindeversammlung würde das Ende der Schützengesellschaft bedeuten.

Das Fundament des abgebrannten Schützenhauses ist ein einem schlechten Zustand.

Das Fundament des abgebrannten Schützenhauses ist ein einem schlechten Zustand. Bild: Manuela Matt

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Vom abgebrannten Erlenbacher Schützenhaus Ifang steht nur noch das Fundament. Weiter verwendbar schien es den Projektverantwortlichen nicht. Dies machte die Präsentation von Gemeinderat Daniel Westermann (SVP) am Montag im Gemeindehaus deutlich. Im Beisein des projektverantwortlichen Ingenieurs Martin Kuprecht, des Architekten Dany Lanter und Urs Fehr, Präsident der Schützengesellschaft Erlenbach, stellte er das Ersatzprojekt vor.

Das 1958 gebaute Haus brannte wegen eines technischen Defekts vor zwei Jahren bis auf die Grundmauern nieder. «Trotz des grossen Einsatzes der Feuerwehr war nichts zu retten», so Westermann. Der übrig gebliebene Keller und die Grundmauern seien in einem so schlechten Zustand, dass man sich für einen kompletten Neubau entschieden habe.

Weniger Volumen

An Stelle des abgebrannten Schützenhauses ist ein zweigeschossiger Neubau geplant. Das Erdgeschoss besteht aus dem Eingangsbereich mit den angrenzenden Toilettenanlagen, der Schützenstube sowie einem Raum für Technik, Waffen- und Munitionslagerung. Im Obergeschoss sind das Büro der Schützengesellschaft und der 300-Meter-Schiessstand untergebracht. Das Erdgeschoss ist rollstuhlgängig, für den ersten Stock ist ein Hebelift vorgesehen.

Der reine Wiederaufbau wäre rund 126 000 Franken günstiger gewesen. Die Vorteile des Neubaus überwiegen laut Westermann aber deutlich. Der Grundriss des neues Schützenhaus sei kleiner und weise ein um 253 Kubikmeter geringeres Volumen auf. Weil neu auch das Obergeschoss genutzt wird, stehen aber 46 Quadratmeter mehr an Nutzungsfläche zur Verfügung. Der Neubau ermöglicht eine klare Trennung des Schiessbetriebs von der Schützenstube, was wiederum die künftige Vermietung vereinfacht. Denn es steht fest: Das Haus soll auch der Bevölkerung und anderen Vereinen zugute kommen.

Alles oder nichts

Die Schützengesellschaft ist der älteste aktive Verein Erlenbachs. Für ihn geht es am 18. Juni um alles oder nichts. Sagen die Stimmbürger Ja zum Bruttokredit von 720 000 Franken für den Ersatzneubau, ist die Existenz des Vereins gesichert. Scheitert hingen die Vorlage, bedeutet dies sein Aus. «Ohne Schützenhaus sind wir nichts», sagte Urs Fehr, Präsident der Schützgengesellschaft bei der Präsentation des Projekts. Derzeit trainieren die 30 bis 40 aktiven Schützen in Meilen, auch die Jungschützenkurse finden dort statt. Ganz alle Aktivitäten konnten aber nicht wieder aufgenommen werden. So mussten die Erlenbacher laut Fehr auf die Buben- und Mädchenschiessen verzichten.

Ein Schützenhaus, zur Hauptsache von der öffentlichen Hand finanziert, allein für einen Verein, der gerade mal 70 Mitglieder zählt? Die Gemeinde müsse per Gesetz dafür sorgen, dass die wehrpflichtigen Bürger zu ihren ausserdienstlichen Schiessübungen komme, erklärte Westermann. «Verfügt sie über keine Anlage, muss sie sich mit einer anderen Gemeinde zusammen tun und sich an den Betriebskosten beteiligen.»

Der Gemeinderat legt zwar einen Kredit von 720 000 Franken zur Abstimmung vor, rechnet aber mit Gesamtkosten von 420 000 Franken für die Gemeinde. Die geringeren Kosten sind mit voraussichtlichen Eigenmitteln der Schützengesellschaft von 211 000 Franken und einem Beitrag aus dem kantonalen Sportfonds von 50 000 Franken zu erklären.

Sanierung der Kugelfänge

Parallel zum Neubau will die Gemeinde auch die Kugelfänge sanieren. Sie gelten laut dem kantonalen Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft grundsätzlich als sanierungsbedürftig. Diese Abklärungen hätten sich in die Länge gezogen, sagte Westermann. Die notwendige Minimalsanierung für die Weiterführung des Schiessbetriebs kommt auf 630 000 Franken zu stehen. Für die Gemeinde ergibt sich voraussichtlich ein Kostenanteil von 174 000 Franken.

Der Gemeinderat hat bereits beschlossen, bei einer Ablehnung des Ersatzneubaus eine vollständige Altlastensanierung vorzunehmen. Diese Variante kostet 810 000 Franken, der Anteil der Gemeinde beliefe sich auf 217 000 Franken. Zusammen mit den Rückbaukosten von geschätzten 83 000 Franken entstünden der Gemeinde bei der Stilllegung Aufwendungen von 350 000 Franken. Diese liessen sich vollständig mit der Vergütung aus der Gebäudeversicherung finanzieren. Stimmen die Erlenbacher dem Bauprojekt hingegen zu, könnte die Schützengeselleschaft 2019, im Jahr ihres 150-Jahr-Jubiläums, wieder in Erlenbach schiessen. Der Schiessbetrieb würde im selben Mass wie vor dem Brand wieder aufgenommen. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 15.05.2018, 16:39 Uhr

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