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Ein umsichtiger Gemeindepräsident, der Mittler zwischen Berg und Dorf war

Der Küsnachter alt Gemeindepräsident Arthur Egli (FDP) ist am 4. September nach einem kurzen Spitalaufenthalt verstorben. Von 1974 bis 1990 sass der Küsnachterbergler im Gemeinderat, davon zwölf Jahren als Präsident.

Arthur Egli wurde am 5. Oktober 1928 als ältester Sohn der Eheleute Julius und Frieda Egli geboren. Zusammen mit zwei Brüdern wuchs er auf einem mittelgrossen Landwirtschaftsbetrieb im Limberg (Küsnachterberg) auf. Die Buben mussten schon früh auf dem elterlichen Betrieb mitarbeiten, war doch der Vater häufig im Aktivdienst. Die Primarschule besuchte der Verstorbene während den Jahren 1935 bis 1941 im Schulhaus Limberg. Die Sekundarschule hatte er «unten im Dorf» zu absolvieren. Die Bewohner im Dorf habe man schon damals als «bessere Leute» bezeichnet, schildert Egli in seinem Lebenslauf. Hier oben die Bauern, unten im Dorf «die Gschtudierte». Es war für Arthur Egli ein harter Schlag, als er mit 16 Jahren seine Mutter infolge Krankheit verlor.

Trotz knappen Finanzen war es Arthur Egli vergönnt am Institut Minerva in Zürich die Mittelschule zu absolvieren, welche er mit der Eidgenössischen Maturität und dem Handelsdiplom abschloss. In der Folge entschloss sich Egli für eine Bankausbildung bei der Schweizerischen Kreditanstalt (SKA). Ab Herbst 1951 nahm der Verstorbene das Studium an der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Zürich auf. Zum Abschluss der Ausbildung doktorierte er erfolgreich. Nach dem Studium und einem Aufenthalt in Paris kehrte Egli 1958 zur SKA zurück. Von 1973 bis 1991 war er als Leiter für die Niederlassung in Küsnacht verantwortlich.

Im Jahre 1957 heiratete Arthur Egli Martha Brunner, welche er seit seiner Kindheit kannte. Dem Ehepaar wurden drei Töchter und ein Sohn geschenkt. Arthur Egli schrieb bezüglich seiner Ehegattin: «Ohne den unermüdlichen Einsatz meiner Frau wäre es mir unmöglich gewesen, den Anforderungen in Beruf und Gemeindebehörde gerecht zu werden.» Das familiäre Leben, welches von Zuneigung und Liebe geprägt war, wichtig für den Verstorbenen.

Als «freisinniger Bauer» – wie er sich selbst bezeichnete – zog er 1974 in den Küsnachter Gemeinderat ein und war stets politischer «Verbindungsmann» zwischen dem Küsnachterberg und dem Dorf. Während den ersten vier Jahren amtete Egli als umsichtiger Finanzvorstand. 1978 wurde er mit einem sehr guten Resultat zum Gemeindepräsidenten gewählt. Dieses Amt bekleidete er äusserst erfolgreich bis 1990. Zum Rücktritt schrieb der damalige Vizepräsident Martin Neuenschwander: «Während seiner Amtsführung hat er seine Person nie ins Rampenlicht gestellt. Er verstand seinen Auftrag so, dass ihm stets die letzte (Mit-)Verantwortung blieb, und er hat sich dieser niemals entzogen.» Sein Engagement beinhaltete auch den Vorsitz der Gemeindepräsidentenkonferenz des Bezirks Meilen.

Während seiner Präsidialzeit entstand das Mehrzweckgebäude in Itschnach, das Personalhaus der Tägerhalde und der Werkhof an der unteren Heslibachstrasse. Über einen Gemeindesaal, welchen sich Egli sehnlichst wünschte, hatte der Souverän negativ entschieden. Zu erwähnen sind auch bedeutende Landkäufe, welche heute als Grünflächen zur hohen Wohnqualität beitragen. Der kulturelle Bereich lag Arthur Egli besonders am Herzen. Hier sei die grosse 800-Jahr-Feier von 1988 zu nennen sowie die Schaffung des Küsnachter Kulturpreises. Bis zuletzt war er ein interessierter und sehr gern gesehener Besucher im Gemeindehaus. Noch anfangs Juli dieses Jahres nahm er von seinem Wohnort aus den Weg zur Krone Forch unter die Füsse, um am Treffen der aktiven und ehemaligen Gemeinderätinnen und -räte teilzunehmen.

Während vielen Jahren war Arthur Egli Mitglied des Feldschützen-Vereins Forch und der Wulponia Küsnacht. Der Konfirmandenunterricht war für Arthur Egli prägend. Sein Konfirmandenspruch «Setzt eure Hoffnung völlig auf die Gnade, die euch angeboten wird in der Offenbarung Jesu Christi», war Leitspruch für sein Handeln.

Mitte September nahm eine grosse Trauergemeinde Abschied von einem Mitbürger, welcher auch weiterhin als Vorbild dienen wird. Küsnacht hat Arthur Egli viel zu verdanken.

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