Zürichsee

Horngegner setzen juristischen Kampf fort

Wer glaubt, der Zürichsee komme in Sachen Schiffshornen endlich zur Ruhe, der irrt. Die Horngegner decken die Kapitäne mit Anzeigen ein.

Bei Gefahrensituationen dürfen die ZSG-Schiffe noch hornen. Das gefällt nicht jedem.

Bei Gefahrensituationen dürfen die ZSG-Schiffe noch hornen. Das gefällt nicht jedem. Bild: Archiv ZSZ

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Ein Stäfner brachte vor zwei Jahren eine Tradition zu Fall. Kapitäne der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) durften sich bis dahin mit einem viertelsekundenlangen Schiffshornen bei der An- und Abfahrt bemerkbar machen, um Kollisionen mit Booten oder Wassersportlern zu vermeiden.

Das Bundesamt für Verkehr hatte dieses Signal 2017 jedoch aufgrund der Meldung des Anwohners verboten. Seither wird bei Gefahr der gesetzlich vorgesehene Warnton angewendet. Dieser dauert vier Sekunden.

Polizeiliche Ermittlungen abgeschlossen

Zu viel für empfindliche Ohren. Bereits im Juni diesen Jahres hatte ein anderer Stäfner deshalb Anzeige erstattet. Er hatte in sieben Fällen missbräuchliches Hornen festgestellt (diese Zeitung berichtete). Wie das Statthalteramt Meilen jetzt auf Anfrage bestätigt, ist er jedoch nicht der einzige.

Es seien «diverse Anzeigen» eingegangen, sagt Statthalterin Patrizia Merotto. Diese stammten von mehreren Personen. Zur genauen Anzahl wollte sie keine Angaben machen. Klar ist jedoch: Alle Anzeigen stammen aus Stäfa. Dass der Mann, der das Hornverbot 2017 überhaupt erst zum Thema gemacht hatte, ebenfalls unter den Anzeigern ist, scheint unwahrscheinlich. Er will keinen Kommentar abgeben, sagt aber: «Der Fall ist abgeschlossen.»

«Ich werde nun die erforderlichen Befragungen durchführen und dann entscheiden, wie die Verfahren beendet werden.»Patrizia Merotto, Statthalterin Meilen

Laut Merotto sind die polizeilichen Ermittlungen in den gemeldeten Fällen inzwischen abgeschlossen. «Ich werde nun die erforderlichen Befragungen durchführen und dann entscheiden, wie die Verfahren beendet werden.» Im vergangenen Jahr war ein Verfahren wegen missbräuchlichem Hornen eingestellt worden.

Bei der ZSG will man die Anzeigen aufgrund des laufenden Verfahrens nicht kommentieren. ZSG-Direktor Roman Knecht hatte im Juni gegenüber dieser Zeitung gesagt, die Steganlage in Stäfa sei unübersichtlich. Dadurch seien vergleichsweise oft Schallsignale notwendig.

Erfreut ist man bei der ZSG nach wie vor nicht, dass das polarisierende und emotionale Thema Hornen bereits das dritte Jahr in Folge aufs Tapet gebracht wurde.

Erstellt: 07.08.2019, 16:48 Uhr

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