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Hombrechtiker stimmen der Sanierung der Langgass zu

Mit zwei Rückweisungsanträgen und zahlreichen skeptischen Voten musste sich der Hombrechtiker Gemeinderat an der Gemeindeversammlung von Mittwoch beschäftigen. Dennoch wurden die beiden Anträge der Exekutive angenommen.

Der Stein des Anstosses: In dieser Naturtsteinmauer in Hombrechtikon soll es seltene Schlange geben. Diese könnten der Sanierung eines Wanderwegs zum Opfer fallen. Die Gemeindeversammlung stimmte der Sanierung der Langgass dennoch zu.
Der Stein des Anstosses: In dieser Naturtsteinmauer in Hombrechtikon soll es seltene Schlange geben. Diese könnten der Sanierung eines Wanderwegs zum Opfer fallen. Die Gemeindeversammlung stimmte der Sanierung der Langgass dennoch zu.
Moritz Hager

Die Sanierung der Langgass sorgte an der Hombrechtiker Gemeindeversammlung für heftige Diskussionen. Trotzdem stimmten schliesslich nur Vereinzelte gegen einen Kredit über 320 000 Franken für die Instandstellung des Weges inklusive einer Stützmauer. Zuvor hatten die 151 Stimmberechtigten zwei Rückweisungsanträgen, die schliesslich zu einem zusammengefasst wurden, eine Abfuhr erteilt: 92 Bürger sprachen sich gegen die Rückweisung, 42 dafür aus.

Die Langgass zwischen Hombrechtikon und Feldbach ist bereits seit 2013 für Fussgänger gesperrt. Damals kam der dortige Hang ins Rutschen und der Weg senkte sich ab. Nachdem schon das talseitige Erdreich gesichert worden war, stimmte die Gemeindeversammlung nun über die endgültige Sanierung und damit die Wiedereröffnung ab. Insbesondere die Tatsache, dass in der Gegend um die Langgass bedrohte Reptilien und andere Tiere vorkommen, liess die Emotionen hochkochen. So wurde die Befürchtung geäussert, dass die Fauna durch eine neue Spritzbetonmauer ihren Lebensraum verlieren könnte.

Finanzen als Argument

«Es ist die günstigste Variante und die finanzielle Lage Hombrechtikons lässt nicht mehr zu», nahm Hochbauvorsteher Tino Ponato anstelle der entschuldigten Tiefbauvorsteherin Jeannette Honegger (beide SVP) Stellung. Die finanziellen Verhältnisse reichten nicht aus für ein Wunschkonzert, doppelte Remo Pfyl (SVP), Präsident der Rechnungsprüfungskommission, mit Blick auf die 75 000 Franken, welche ein Natursteinvorbau gekostet hätte, nach. Ponato wies zudem darauf hin, dass mit einem solchen Vorbau nicht mehr genug Raum bliebe für landwirtschaftliche Fahrzeuge.

«Wenn an der Langgass gegraben wird, rutscht der ganze Hang nach.»

Tino Ponato, Hombrechtiker Gemeinderat

Aber auch technische Bedenken herrschten im Plenum. So fragte ein Anwesender, ob man nicht einfach das Erdreich hinter der Mauer abgraben könnte und sich so das Problem erübrige. «Wenn dort gegraben wird, rutscht der ganze Hang nach», erwiderte Ponato. Auf den Vorwurf eines Antragstellers, dass die Verhältnisse nicht genügend abgeklärt worden seien, erwiderte der Kommunalpolitiker, dass der Kanton sowohl bei Naturschutz- als auch bei archäologischen Fragen beigezogen wurde.

Den Ausschlag für das Ja könnte auch das Votum des Hombrechtiker SVP-PräsidentenTumasch Mischol gegeben haben, der verdeutlichte, dass der untere Teil des Hangs bereits für 450 000 Franken saniert wurde. Dazu hätten noch 200 000 Franken für den Rückbau addiert werden müssen. Ein Nein und damit eine Schliessung hätte also einen Verlust von 650 000 Franken zur Folge gehabt.

Ja zu Jugendarbeit

Auch bei der ersten Vorlage, einem Kredit für die Kinder-,Jugend- und Familienförderung, sagten nur vereinzelte Stimmberechtige Nein. 1,1 Millionen insgesamt oder je 360 000 Franken für die nächsten drei Jahre investiert Hombrechtikon nun in die Zusammenarbeit mit der Mobilen Jugendarbeit (Mojuga AG). Eine Kooperation, die bereitsseit 2015 besteht, allerdings nun in reduziertem Umfang fortgesetzt wird: Um 100 000 Franken jährlich werden die Kosten gesenkt.

Hintergrund ist auch hier die angespannte Finanzsituation der Gemeinde. Bei dieser Vorlage musste sich Gesellschaftsvorsteherin Karin Reichling (FDP) ebenfalls kritischen Fragen stellen. Ein Hombrechtiker hielt etwa mit leichter Skepsis in der Stimme fest, dass 360 000 Franken für gut 200 Jugendliche ausgegeben würden.

Ein anderer Bürger warf die rhetorische Frage in die Runde, ob die Anwesenden von der Gemeinde auch so gut betreut würden. Dennoch fiel der Entscheid deutlich aus. Gemeindepräsident Rainer Odermatt konnte die Gemeindeversammlung nach etwas mehr als anderthalb Stunden beschliessen.

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