Hombrechtikon

Hombrechtiker Reformierte sind bereit für Fusionsgespräche mit Stäfa

Auch die Hombrechtiker Reformierten befürworten die Fusionspläne mit der Nachbargemeinde. Im Vergleich zu Stäfa ist die Zustimmung wesentlich grösser – auch aus finanziellen Gründen.

Offen für die Fusion mit Stäfa: Auch die Hombrechtiker Reformierten sind bereit für Fusionsgespräche.

Offen für die Fusion mit Stäfa: Auch die Hombrechtiker Reformierten sind bereit für Fusionsgespräche. Bild: Andreas Fässler/Sabine Rock

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Die Reformierten in Hombrechtikon sind bereit, über den Zusammenschluss ihrer Kirchgemeinde mit jener in Stäfa zu verhandeln. Der Entscheid an der ausserordentlichen Kirchgemeindeversammlung fiel am Montagabend nach 80 Minuten mit 48 zu 6 Stimmen bei 3 Enthaltungen viel deutlicher aus als am Sonntag in Stäfa. Dort hielt sich die Begeisterung mit 68 zu 42 Stimmen in Grenzen. Der Unterschied leuchtet ein: Hombrechtikon profitiert finanziell von einer Fusion eher als die grössere Nachbargemeinde. Der Steuerfuss von 14 Prozent dürfte sich den Stäfner 11 Prozent angleichen.

Doch Geld war nicht einziges Thema der Versammlung im Kirchgemeindesaal Blatten vor 57 Stimmberechtigten und einigen Gäste aus Stäfa. Kirchenpflegepräsident Andreas Dürr hob die Gründe der Zusammenlegung im Projekt HoSt22 hervor. Die Zürcher Landeskirche empfiehlt mit ihrem Reformprojekt «Kirchgemeinde plus», dass Gemeinden unter 5000 Mitgliedern fusionieren sollten. Stäfa nähert sich mit 5200 Reformierten dieser kritischen Grösse an, Hombrechtikon hat diese mit noch 3060 Mitgliedern bereits unterschritten.

Die Kirche bleibt im Dorf

«Warum Zusammenschluss?», fragte Dürr und antwortete gleich selbst. «Ein Zusammenschluss ist nachhaltig und effizient.» Bloss auf eine Kooperation zu setzen, sei auf Dauer aufwändig und ein fragiles Konstrukt. Zum Jubiläum 500 Jahre Reformation in der Schweiz passe eine interne Reform gut. Der Präsident sprach sich für eine nahe, bunte, profilierte und mündige Kirche aus, die erreichbar, vertrauenswürdig und verlässlich bleibe. Dank der Fusion könnte reformiert-Hombrechtikon ein Angebotsprogramm auf dem Niveau von Stäfa bieten.

In der Diskussion ging es vor allem um die Sorge, ob alle Angebote der Kirche im Dorf blieben. Der Projektleiter von HoSt22, der ehemalige Stäfner Pfarrer Frieder Furler, beruhigte: «Wo Ort und Nähe gebraucht werden, soll nichts geändert werden.» Darunter fallen der Gottesdienst und der Konfirmandenunterricht. Ein Votant befürchtete, dass mangels Differenzbereinigungsverfahren die Fusion an Kleinigkeiten scheitern könnte. Furler teilte diese Bedenken nicht. Der Vertrag regle Grundsätze, nicht Details. Auch die Ämterverteilung in einer Kirchenpflege sei kein Konfliktherd, weil «alle Ortsteile in angemessener Weise vertreten sein werden».

Wenig Gegenwind

Im Gegensatz zu Stäfa fielen nur wenige kritische oder ablehnende Worte. Auch die Pfarrer hielten sich in Hombrechtikon zurück. Eine Frau plädierte für ein Ja, «weil wir uns damit nichts vergeben, sollte das Projekt dennoch scheitern». Ein Befürworter sprach der Mehrheit aus der Seele, weil es in Hombrechtikon schon heute schwierig sei, alle Ämter zu besetzen.

Jetzt wird die Fusion in gemischten Arbeitsgruppen vorbereitet. Über den Vertrag soll im November 2020 an der Urne abgestimmt werden. Folgen die Stimmberechtigten auch dann den Absichten ihrer beiden Behörden, sollen auf Beginn der Legislatur 2022-2026 die zwei Kirchgemeinden als erste am Zürichsee verschmelzen: Eine Kirchenpflege, ein Sekretariat, gebündelte Aktivitäten.

Erstellt: 09.09.2019, 22:45 Uhr

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