Hombrechtikon

Hombrechtiker Einkaufszentrum­ ist von Schliessungen betroffen

Das einst rege frequentierte Einkaufszentrum Breitlen in Hombrechtikon hat mit ­ Ladenschliessungen zu kämpfen. Auch sonst ist das Lädelisterben im Dorf ein Thema.

Das Zentrum Breitlen wirkt leer und verlassen. Letztes Jahr schlossen gleich zwei Geschäfte ihre Läden im einst rege frequentierten Zentrum.

Das Zentrum Breitlen wirkt leer und verlassen. Letztes Jahr schlossen gleich zwei Geschäfte ihre Läden im einst rege frequentierten Zentrum. Bild: Michael ­Trost

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Als das Zentrum Breitlen in Hombrechtikon vor 20 Jahren gebaut wurde, waren alle guter Dinge. Endlich hatte man ein Einkaufszentrum mit einem vielfältigen Ladenangebot. So gab es unter an­de­rem eine Zoohandlung, einen Denner und einen Blumenladen. Doch mit der Zeit geriet der einst gut besuchte Einkaufsort immer mehr ins Hintertreffen. Dass das Breit­len von der viel befahrenen Rüti­strasse nicht sonderlich gut sicht­bar ist, wurde dem Einkaufs­zen­trum über die Jahre zum Verhängnis. Während an der nahe­gelegenen Rüti­strasse Grossanbieter wie die Migros, der Denner oder der Volg eröffneten, verlor das Breit­len nach und nach an Kundschaft und in der Folge ­ auch an Läden. Letztes Jahr mach­ten gleich zwei Geschäfte dicht: Das Leue­lädeli, das unter ande­rem Kleider und Geschenkartikel führte, und die Papeterie gaben auf. Heute gibt es im Zen­trum unter anderem noch eine Drogerie, ein Fitnessstudio und eine Reinigungsfirma. Der eins­tige Treffpunkt im Dorf wirkt leer.

Schlechte Lage

Dass Geschäfte im Zen­trum Breit­len nicht rentierten, lässt sich am Beispiel des Denner zeigen. Der Laden zog vom Zen­trum in die ehemaligen Räumlichkeiten des Discounters Pick and Pay an die Rüti­strasse. Tiziana ­Cozzo, stellvertretende Geschäftsführerin, ist zufrieden mit dem Standort an der Rüti­strasse. Das Geschäft laufe trotz der Migros in der Nähe gut. «Mit den Geschäften an der Rüti­strasse sind die Einwohner gut versorgt.» Das Zen­trum Breit­len sei zudem nicht gut sichtbar: «Wenn man nicht weiss, dass da ein Einkaufs­zen­trum ist, wird man schlicht nicht dar­auf aufmerksam», sagt ­Cozzo. Der Standort des Zen­trums Breit­len sei «unglücklich» gelegen ­ und sozusagen vom eigent­lichen Hom­brech­tiker Zen­trum abgekoppelt.

Schleichendes Lädeli­sterben

Nach dem Wegzug der Papeterie und des Leue­lädeli seien die Einwohner von Hombrechtikon verunsichert gewesen, sagt Ja­nine Ber­ger von der Apodro-Drogerie, welche sich immer noch im Zen­trum Breit­len befindet. «Viele ­haben gedacht, dass im Zen­trum nun gar nichts mehr läuft oder geöff­net hat.» Sie hofft, dass bald wieder mehr Leben ins Breit­len kommt. Es sei eigentlich ein schöner Platz, doch ein Treffpunkt, der zum Verweilen einlädt, fehle.

Die Drogerie gibt trotz rückläufiger Kundenzahlen nicht auf. Die fehlende Kundschaft, der Internethandel und die Grossverteiler haben der Drogerie zugesetzt. «Viele lassen sich in einem Fachgeschäft beraten und kaufen die Ware dann online ein», beklagt die Drogistin. Dies ist ein Pro­blem vieler Fachgeschäfte – nicht nur in Hom­brech­tikon. Da die Apodro jedoch in einem Netzwerk von mehreren Drogerien und Apotheken in der Region eingebunden ist, hat sie es einfacher, über die Runden zu kommen. «Ein unabhängiges Einzelgeschäft hat es heutzutage sehr schwer», sagt Ber­ger. Dies zeigt auch das Beispiel eines anderen Fachgeschäfts unweit des Zen­trums Breit­len: So musste das Reisebüro B & W Reisen Konkurs anmelden und das Geschäft schliessen.

Markt auf Platz geplant

Auch die alteingesessene Bäckerei ­Rüegg kommt nur dank ­der Stammkundschaft über die Runden. «Die meisten Ein­woh­ner kaufen ihr Brot bei Grossverteilern», sagt Bäckerin ­Priska ­Rüegg. Eine Vollzeitangestellte könne sie sich momentan nicht leis­ten. «Wenn unsere Bäckerei eines ­Tages schliesst», sagt ­Rüegg ­bedrückt, «wird es sicherlich ­keine Bäckerei in Hombrech­tikon mehr geben.» Laut Su­sanna Gall­mann von der Zen­tra AG, ­ die für die Verwaltung des Zen­trums zuständig ist, sei man zurzeit mit dem Fitnessstudio ­Chili Fitness GmbH im Gespräch, ­ um die ehemaligen Verkaufs­räumlichkeiten des Leue­lädeli ­ zu besetzen. «Grundsätzlich haben wir aber meh­rere Anfragen für das Lokal», sagt Gall­mann. Um das Zen­trum in Zukunft wieder attraktiver zu gestal­ten, plane man, den Platz zwischen den Häu­sern mit einem regelmässig stattfindenden Markt zu beleben.

Die Gemeinde Hombrechtikon ist nicht am Zen­trum beteiligt. Der stellvertretende Gemeindepräsident Tino Ponato bezeich­net es als übertrieben, von einem Lädeli­sterben zu sprechen. Ausserdem sei die Belebung des Zen­trums keine Aufgabe der öffent­lichen Hand. «Nichtsdestotrotz versucht der Gemeinderat im Rah­men seiner beschränkten Mög­lich­keiten, positiv Einfluss ­ zu nehmen», sagt Ponato. So informiere die Gemeinde die Bevölkerung, dass es im Zen­trum trotz Schliessungen weiterhin inter­essante Verkaufsgeschäfte gebe. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 10.03.2016, 08:59 Uhr

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