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Kanton soll Hauseigentümer zu Schutzschalter verpflichten

Ein Herrliberger will mit einer Einzelinitiative zuhanden des Kantonsrates erreichen, dass alle Zürcher Häuser mit einem Fehlerstrom-Schutzschalter ausgerüstet werden. Hintergrund des Anliegens ist ein schwerer Unfall.

Der Einbau von Schutzschaltern kann Leben retten – ein Initiant aus Herrliberg fordert deshalb, dass Hauseigentümer ihre Liegenschaften damit nachrüsten müssen.
Der Einbau von Schutzschaltern kann Leben retten – ein Initiant aus Herrliberg fordert deshalb, dass Hauseigentümer ihre Liegenschaften damit nachrüsten müssen.
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Vor einem Monat hat Adrian Leemann seinen Vater auf tragische Weise verloren. Der 66-Jährige erlitt in seinem Haus in Zürich einen tödlichen Stromschlag. «Der Unfall wäre nicht passiert, wenn ein Fehlerstrom-Schutzschalter eingebaut gewesen wäre», sagt sein Sohn Adrian Leemann. Der Schalter unterbricht im Notfall den Stromkreislauf.

Für den 36-jährigen Herrliberger ist klar: Ein solcher Unfall soll künftig nicht mehr geschehen. Er hat deshalb beim Kantonsrat eine Einzelinitiative eingereicht. Sie verlangt, dass alle Hauseigentümer verpflichtet werden können, lebensgefährliche Elektroeinrichtungen mit einem Schutzschalter zu sichern. «Die Bevölkerung soll vor ungesicherten Stromkreisen geschützt werden», erklärt Adrian Leemann. Besonders für Kinder würden ungesicherte Steckdosen ein massives Sicherheitsrisiko darstellen. Bei Neubauten muss der sogenannte FI-Schalter seit 2010 eingebaut werden. In Altbauten hingegen ist es Hauseigentümern freigestellt, ob sie nachrüsten wollen.

Eine Frage der Zeit

Für Leemann ein unverantwortliches Vorgehen. «So ist es nur eine Frage der Zeit, bis wieder ein Unfall passiert.» Ohne entsprechende Massnahmen würden sich in Altbauten auch in 30 Jahren noch unzählige potenziell tödliche Stromkreise finden. Laut dem Initianten kostet ein Fehlerstrom-Schutzschalter zwischen 100 und 300 Franken. Die Installation in die bestehenden Schaltkreise sei kostenmässig vertretbar und könne der Eigentümerschaft zugemutet werden.

Ueli Maag ist Geschäftsführer der Elektro Maag AG in Oetwil. Elektroinstallationen sind sein tägliches Brot. Den FI-Schalter bezeichnet er als etwas «sehr Gutes». «Sowohl für den Personen-, als auch für den Brandschutz.» Was die Kosten anbelangt, ist er aber nicht ganz so optimistisch. Zwar schlage ein solcher Schalter tatsächlich mit 100 bis 300 Franken zu Buche und lasse sich bei neueren Gebäuden problemlos einbauen. Bei Altbauten kann sich laut dem Fachmann aber ein anderes Problem stellen: «Bis vor rund 40 Jahren wurden meist Elektro-Sicherheitsverteiler aus Eternit eingesetzt.» Diese seien asbesthaltig und dürften deshalb nicht angebohrt werden. «In einem solchen Fall braucht es eine komplett neue Verteilung.» Die Kosten dafür sowie für die fachgerechte Entsorgung des Eternitkastens würden sich für ein normales Einfamilienhaus auf 3000 bis 5000 Franken belaufen, sagt Ueli Maag.

Alternativen möglich

Für Albert Leiser, Geschäftsführer des Hauseigentümerverbandes Kanton Zürich, ist diese Summe zu hoch: «Wir würden eine Nachrüstung nur empfehlen, wenn der finanzielle Aufwand klein ist.» Von einem entsprechenden Gesetz hält er nichts: «Wir sind gegen eine gesetzliche Verpflichtung.»

Auch Adrian Leemann kennt die Eternitproblematik. Er sagt, dass es günstigere Alternativen zur Montage einer neuen Verteilung gebe. «Aber selbst wenn es nötig wäre, halte ich die Investition für mehr als gerechtfertigt.» Innerhalb der nächsten sechs Monate entscheidet sich, ob der Kantonsrat das Anliegen vorläufig unterstützt. Ein entsprechendes Gesetz würde frühestens in zwei Jahren vorliegen.

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