Feuerwehr

Heisse Lektionen für die Besucher

Mehr als nur eine Fahrzeugschau am Tag der offenen Tore: Die Feuerwehren in der Region liessen das Publikum ihr Metier hautnah erleben.

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Die meisten Menschen kennen die Feuerwehr nur aus der Distanz. Das ist gut so. Aber wie fühlt es sich an, in einer Brandschutzjacke zu stecken, ein rund 15 Kilogramm schweres Atemschutzgerät zu tragen und damit eine Leiter zu besteigen?

Dieses Gefühl vermittelten die Feuerwehren in der Region Zürichsee am Freitag und Samstag. Sie nutzten das 150-Jahr-Jubiläum des Schweizerischen Feuerwehrverbands, um ihr Können und ihr Material der Bevölkerung aus der Nähe zu zeigen.

Geboten wurden in fast allen Gemeinden Fahrzeug- und Geräteschauen, Depotbesichtigungen, Videos und Festwirtschaften. Besonders die Kinder kamen auf ihre Rechnung, auf sie warteten neben dem üblichen Spektakel rund um Blaulicht und Martinshorn Attraktionen und Spiele. In einigen Feuerwehren konnten sich die Besucher selbst im Löschen üben.

Gefährliche neue Brandart

In Meilen gab die Stützpunktfeuerwehr Anschauungsunterricht im Detail. Die Gäste versuchten sich im dunklen Untergeschoss zu orientieren, einen Brandherd mit einer Wärmebildkamera aufzuspüren oder gefährliche Chemikalien im Haushalt zu bestimmen.

In Langnau wurde unter anderem eindrücklich gezeigt, wie man ein noch immer wenig bekanntes Feuer löscht: Lithium- Batterien. Solche Akkus stellen bei der wachsenden Verbreitung durch Elektroautos, E-Bikes und elektronische Geräte eine steigende Brandgefahr dar, weil sie in der Regel im Gebäudeinneren geladen werden. Ausserdem setzen diese Batterien unter Hitze ätzende Dämpfe ab, die für die Atemwege, Augen und Haut höchst gesundheitsschädigend sind.

«Ziel erreicht»

Der Meilemer Stützpunktkommandant Martin Siegrist sieht die Bemühungen seiner Feuerwehr mit dem Publikumsanlass belohnt. «Sobald es bei uns losging sind die Leute in Scharen gekommen. Es ist schön zu sehen, wie die Feuerwehr das Interesse anspricht, das ist beste Werbung für den Nachwuchs.»

Dasselbe Fazit ziehen auch die Verantwortlichen in Langnau. Kommandant Cyrill Reck spricht von einem «megaschönen Tag», an dem der Zustrom der Besucher vom Vormittag bis Abend nie abriss. Für OK-Chef Thomas Weckemann wurde «das Ziel erreicht, wir konnten die Message über die Bedeutung der Feuerwehr der Bevölkerung überbringen».

Vor allem der Einbezug des jüngsten Publikums mit vielen Spielposten habe sich gelohnt, urteilt der Langnauer OK-Chef: «Über die Kinder erreichen wir die Erwachsenen.» Das kann beim einen oder anderen den Funken springen lassen, um den nächsten Schritt zu machen: den Eintritt in die Feuerwehr.

Erstellt: 01.09.2019, 14:43 Uhr

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