Stäfa

Heimatverbundenes mit Inbrunst gesungen

Am traditionellen Chränzli des Jodlerchörlis Stäfa hiess es Bühne frei für bodenständiges Liedgut und Pflege des Brauchtums.

Erntete mit seinem Auftritt grossen Applaus: Das Jodlerchörli Stäfa.

Erntete mit seinem Auftritt grossen Applaus: Das Jodlerchörli Stäfa. Bild: Patrick Gutenberg

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Die 4 Jodlerinnen und 18 Jodler des Jodlerchörlis Stäfa formierten sich am Samstagabend vor vollen Rängen auf der Bühne des Gemeindesaals Obstgarten. Die Männer hatten die Hände in den Hosentaschen versorgt. In ihren bestickten Gilets über den gestärkten Hemden gaben die Mannen eine gute Figur ab. Die Frauen trugen farbenprächtige Trachten mit Rüschenblusen und mit Blumen geschmückten Miedern.

Das abendfüllende Programm geriet rasch einmal zu einem wahren Heimspiel für die Stäfner Gesangskünstler. Rund 300 Jodlerfreunde fanden sich ein, an den Tischen sassen auch zahlreiche Jugendliche und Familien mit Kindern. Frenetisch applaudierten sie die vorgetragenen Jodel. Titel wie «E Hand voll Heimatärde», und «E Wunsch», ein Lied über das Frühlingserwachen in der Natur, liessen Heimatgefühle aufkommen wie auch «Es treichelt heizue», ein Vortrag über einen Alpabzug. «Mit diesem Stück treten wir im Juni am Nordostschweizerischen Jodlerfest in Winterthur-Wülfingen auf», sagte Vereinspräsident Fritz Stüssi, der zusammen mit dem musikalischen Leiter Willy Walter in launigen Worten die Moderation des Abends übernahm.

Juchzer mit Gänsehautgefühl

Eingangs hatte Stüssi die Ehrengäste begrüsst. Zu ihnen gehörten Gemeindepräsident Christian Haltner (FDP), die Ehrenmitglieder des Vereins und Delegationen der Jodlerklubs aus Lachen, Hinwil, Linthal, Horgen, Hirzel und St. Gallenkappel. Die einzelnen Kompositionen wurden in zügigem Tempo und rassig vorgetragen. Es folgte «Buochserhorn», zu dem der Chor erst mal tief Luft holte. Danach gaben die Jodlerinnen und Jodler Jauchzer zum Besten, die ein gehöriges Gänsehautgefühl auslösten. Die Frauen sangen den ersten Jutz in einer höheren Tonlage, die Männer den zweiten. Jauchzer gab es an dieser Stelle auch aus dem Publikum.

Das Motto des Abends «En Tag zum Fyre» kam speziell im gleichnamigen Lied zum Zuge. Das Stück erlebte seine Premiere. Christoph Walter, der eine klassische Ausbildung an der Musikhochschule Zürich absolvierte, komponierte es zum 70. Geburtstag seines Vaters Willy. «Bald einmal könnt ihr es auf YouTube anklicken», sagte Willy Walter bei der Abmoderation und deutete damit die Aufgeschlossenheit seiner Gruppe gegenüber Neuem an. Den ersten Teil des Abends rundete der Chor mit «I wünsch dir Glück» ab – zu Ehren von Otto Helbling für seine 55-jährige Mitgliedschaft im Jodlerchörli Stäfa. Zur guten Stimmung im Saal trugen ebenso die Auftritte des Alphorntrios Hochwacht und der Ländlerkapelle Rusch Büeblä bei.

Sketch mit Jodel

Während der Pause brachten die Jodlerinnen und Jodler die Lose für die grosse Tombola unter die Gäste, Willy Walter sass dabei hinter den Kulissen in der Schminke. Traditionsgemäss trat am Chränzli auch die choreigene Theatergruppe auf. Willy Walter schrieb das Stück «Bauer mit Grill sucht Frau mit Kohle» des Luzerner Autors Josef Brun zu einem Sketch um und spielte als Knecht Schaggi eine Hauptrolle. Der Begriff «Kohle» sorgte für allerlei witzige Irrungen und Wirrungen. Schaggis Meister, gespielt von Werner Haas, verstand darunter Zaster, seine Angebetete jedoch Brennmaterial.

Das Stück war so angelegt, dass der Chor mit «Bärgkristall» und «Geburtstag-Jutz» nochmals sein Können zeigte. Zu guter Letzt umarmten der Meister und der Knecht die Kohlefrau, alias Rosmarie Burkhardt und die Nachbarin, gespielt von Getrud Legler. Bei den abschliessenden Ehrungen für die Protagonisten des Anlasses stand wiederum Willy Walter im Mittelpunkt. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 11.03.2019, 17:06 Uhr

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