Zollikon

Heimatschutz will Abbruch verhindern

Die Zolliker Wirtschaft zur Höhe sollte eigentlich einem Neubau weichen. Nun wehrt sich der Heimatschutz gegen die Abrisspläne.

Die Wirtschaft «zur Höhe» in Zollikon darf gemäss Heimatschutz nicht abgerissen werden.

Die Wirtschaft «zur Höhe» in Zollikon darf gemäss Heimatschutz nicht abgerissen werden. Bild: Google Streetview

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Die Tage der Zolliker Wirtschaft zur Höhe schienen gezählt zu sein. Die Wirte Tony und Esther Scherrer – immerhin mit 14 Gault Millau-Punkten ausgezeichnet – wollen im Januar 2019 ihr Restaurant schliessen. Danach sollte das Haus an der Höhestrasse 73 nahe der Zolliker Allmend abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden.

Nun macht aber der Zürcher Heimatschutz (ZVH) gegen die Pläne des Eigentümers mobil. Er hat beim Regierungsrat Beschwerde eingereicht, wie er in einer Mitteilung schreibt. Damit will die Organisation erreichen, dass das Haus, das laut ZVH möglicherweise um 1600 gebaut worden ist, ins Inventar aufgenommen und dadurch ein minimaler Schutz besteht.

Vertiefte Prüfung gefordert

«Vor allem seine Geschichte macht dieses Haus besonders», betont Alexander Proff, Vorstandsmitglied des Heimatschutzes und Architekt. Ursprünglich handelte es sich bei dem Gebäude um einen Bauernhof, der etwa um 1880 in eine Wirtschaft umgewandelt wurde. Erstmals in einem Dokument verzeichnet war das Haus 1720 auf dem Zehntenplan von Zollikon. Proff verweist darauf, dass viele Zolliker und auch Personen aus anderen Gemeinden den Heimatschutz wegen des geplanten Abbruchs kontaktiert und um ein Einschreiten gebeten hätten.

Dem Heimatschutz geht es darum zumindest vorerst einen Abriss zu verhindern, um eine genauere Prüfung des Hauses zu ermöglichen, wie Proff ausführt. «Ohne eine vertiefte Untersuchung ist schwer feststellbar, wie viel schutzwürdige Substanz vor allem auch im Inneren des Hauses erhalten geblieben ist.»

Durch die Aufnahme ins Inventar habe man überhaupt erst Erfolgsaussichten bei einem Rekurs gegen einen Abriss. Der ZVH beantragte beim Regierungsrat eine beschleunigte Behandlung der Beschwerde, um zu vermeiden, dass unterschiedliche Behörden widersprechende Entscheidungen treffen, wie er schreibt: Beispielsweise wenn die Baubehörde Zollikon einen Abbruch beschliessen würde, bevor der Regierungsrat über eine Inventaraufnahme entschieden hat.

Eine Nachfrage bei der Gemeinde Zollikon ergab, dass bislang noch kein Baugesuch zum Grundstück an der Höhestrasse 73 eingegangen ist. (zsz.ch)

Erstellt: 04.10.2018, 17:20 Uhr

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