Meilen

Hafer und Kaffee – was es braucht für einen perfekten Ritt

Ein Rundgang an der Springkonkurrenz Pfannenstiel zeigt, wovon der Erfolg von Tier und Mensch abhängt.

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Sarina Rai wartet mit ihrer 14-jährigen Stute Atlantis am Eingang zum Parcours. Zehn Hindernisse stehen auf dem Platz. Damit sie beide es mühelos darüber schaffen, braucht es eine sorgfältige Vorbereitung. Diese fängt bei der richtigen Ernährung an. «Heu und Hafer», daraus bestand das Frühstück ihres Pferds, wie Rai erzählt. Sie selber trank am Morgen einen Proteinshake.

Auch Vanessa Roth und ihrer 15-jährigen Stute Quassia de la Rose steht der Wettkampf noch bevor. «Wie erfolgreich sie den Parcours meistert, hängt stark von ihrer Tagesform ab», sagt Roth über ihr Pferd. Zum Frühstück jedenfalls gab es Kraftfutter, Äpfel, Heu und Rüebli für Quassia. Vanessa Roth stärkte sich derweil mit zwei Tassen Kaffee.

An der Springkonkurrenz auf dem Pfannenstiel, die vom Reitverein Zürichsee rechtes Ufer organisiert wird, treten Sportler verschiedener Niveaus an. Am Samstag sind die Reiterinnen und Reiter alles Amateure und Freizeitsportler, wie der Medienverantwortliche Pedro Mor erklärt. Am Freitag starteten Fortgeschrittenere auf regionalem und nationalem Niveau auf Hindernishöhen von 135 Zentimetern: Es massen sich Profis und Amateure.

Rote Schleife als Warnung

Für einen gelungenen Ritt braucht es nebst dem richtigen Futter ein passendes Pferd: «Es hat Hengste, Wallache, Stuten», sagt Pedro Mor. Betreffend der Rassen gibt es keine Vorgaben – alle sind erlaubt. Auf der Pferdesportanlage auf dem Pfannenstiel sieht man Tiere verschiedenster Grössen über die Hindernisse springen: vom Pony mit einem Stockmass unter 100 Zentimetern bis zum 180 Zentimeter grossen Springpferd.

«Entscheidend sind das
Sprungvermögen, der Charakter, die Wendigkeit und die Schnelligkeit.»
Pedro Mor?
Medienverantwortlicher Springkonkurrenz Pfannenstiel

Doch ein grösseres Pferd ist nicht unbedingt besser. «Entscheidend sind das Sprungvermögen, der Charakter, die Wendigkeit und die Schnelligkeit», erklärt Mor. Kleinere Pferde sind agiler, grössere haben beim Überwinden hoher Hindernisse einen Vorteil. Pferde mit ausgeprägtem Temperament tragen am Wettkampf eine rote Schleife am Schweif – sie signalisiert, dass das Pferd ausschlägt oder unruhig im Umgang mit anderen ist.

Am Samstagnachmittag treten 4er-Teams von jeweils einem regionalen Reitverein im Mannschaftsspringen gegeneinander an. Ziel ist, dass mindestens drei Reiterinnen oder Reiter eines Teams den Parcours möglichst fehlerfrei und in einer vorgegebenen Zeit absolvieren. Die besten Teams treten anschliessend in einem Stechen gegeneinander an. In dieser zweiten Runde gewinnt, wer den Parcours ohne Fehler aber auch am schnellsten absolviert. Die Zeit ist dann entscheidend.

Wenn das Pferd nicht will

Nebst dem Zusammenspiel von Pferd und Reiter spielt beim Erfolg auch der Verlauf des Parcours eine Rolle. Wo welches Hindernis steht, wie hoch sie gebaut sind, wie nah sie aufeinander folgen, welche Abschnitte im Uhrzeiger- oder im Gegenuhrzeigersinn geritten werden – darüber entscheidet die Parcoursbauerin, Conny Ruppli. Mit einem Meter in der Hand geht sie von einem Hindernis zum nächsten und prüft deren Höhe. «Sie liegen zwischen 100 und 110 Zentimetern.» Alles stimmt. Ruppli gibt den Parcours frei für die Reiter, welche diesen abschreiten und sich einprägen dürfen – ohne Pferd, dafür aber zwingend im Springreitertenue, also mit Helm, Veston und Reitstiefeln.

Doch auch wenn die Reiterinnen und Reiter jedes Hindernis fotografisch im Kopf gespeichert haben, ist es letztendlich das Pferd, das entscheidet, ob es die Hürde nehmen will. Bremst es kurz davor ab, weil es sich die Sache anders überlegt und verweigert, muss sich der Reiter gut festhalten, sonst fällt er runter. Passiert dies, wird das Duo nicht mehr gewertet. Stürze sind laut Mor eher selten und gehen meist glimpflich aus. So dass Pferde und Reiter unversehrt nach Hause fahren. Dort bekommen die Tiere ihr Bettmümpfeli: Heu und Hafer. Und an erfolgreichen Wettkampftagen wohl auch mal ein Belohnungsrüebli.

Erstellt: 23.06.2019, 16:13 Uhr

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