Uetikon

Gymnasium wird in Uetikon gebaut

Das von der Zürcher Bildungsdirektion vor drei Jahren angekündigte zweite Gymnasium an der Goldküste wird in Uetikon auf dem Areal der Chemie gebaut.

Hier soll das neue Gymnasium entstehen: Das Areal der Chemie Uetikon.

Hier soll das neue Gymnasium entstehen: Das Areal der Chemie Uetikon. Bild: Archiv Sabine Rock

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65 500 Quadratmeter gross ist das Areal der Chemischen Fabrik Uetikon. Der Mutterkonzern, die Chemie-Papier-Holding (CPH) mit Sitz in Luzern, verkauft das Land gemäss einem gestern verteilten Communiqué dem Kanton Zürich. Dieser zahlt dem Konzern 52 Millionen Franken, was einem Quadratmeterpreis von rund 800 Franken entspricht. Für die Topplage – über 500 Meter Seeanstoss – gleichsam ein Schnäppchen.

Die Bildungsdirektion des Kantons Zürich erwartet bis 2027 einen Anstieg der Zahl von Mittelschülerinnen und Mittelschüler um über 4000 Gymnasiasten. Deshalb soll schon ab dem Schuljahr 2018/19 in Uetikon ein Provisorium für rund 500 Schüler eröffnet werden. Es wird aus Containern gebaut, die auf einer kantonseigenen Wiese im Gebiet Rossweid hinter dem Riedstegzentrum aufgestellt werden.

Neben Uetikon hatten sich vor drei Jahren auch Meilen, Männedorf und Stäfa um den Standorf für das – nach Küsnacht – zweite Gymnasium am rechten Seeufer beworben. Während Männedorf schon bald aus dem Rennen schied, machten sich die beiden anderen Gemeinden berechtigte Hoffnung auf die Mittelschule.

Uetikon kauft Arealhälfte

Die Gemeinde Uetikon hat vom Kanton das Angebot erhalten, die Hälfte des Grundstücks zu erwerben. Im Kaufpreis von 26 Millionen Franken ist allerdings die Altlastensanierung nicht beinhaltet. Gemeindepräsident Urs Mettler (parteilos) schätzt das finanzielle Risiko wegen teurer Überraschungen im Untergrund jedoch als klein ein. Anders liegt der Fall beim Seeboden vor dem Fabrikareal. Für dessen Sanierung behält der Kanton 32 Millionen Franken vom Kaufpreis als Kaution zurück. Somit erhält die CPH vorläufig nur 20 Millionen Franken. Abgerechnet wird nach der Altlastensanierung im See.

Ende der Industriegeschichte

Was die Gemeinde Uetikon auf dem westlichen Teil des Areals plant, ist ungewiss. Mettler will die Bevölkerung beim Gestaltungsprozess einbeziehen. Das Potenzial des Gebietes sieht er als «riesig» an. Demnächst soll der Kaufvertrag zwischen dem Kanton und der Gemeinde abgeschlossen werden. Über den Kaufbetrag von 26 Millionen Franken wird eine ausserordentliche Gemeindeversammlung im Herbst entscheiden.

Die CPH kündigt an, dass die Holding für vorerst zwei Jahre das Land vom Kanton mietet, um die Produktion langsam herunterfahren zu können. Ob der Vertrag wegen einer länger dauernden Planung für das Gymnasium prolongiert wird, ist ungewiss. Sicher ist aber, dass die Produktion in Uetikon mittelfristig eingestellt wird. Es ist daher wahrscheinlich, dass die älteste Chemische Fabrik der Schweiz ausgerechnet 2018 – zu ihrem 200-Jahr-Jubiläum – aufhört zu existieren und ein Stück Schweizer Industriegeschichte abgeschlossen wird. Von 113 Arbeitsplätzen am Werkplatz Uetikon gehen rund 100 verloren. (zsz.ch)

Erstellt: 22.03.2016, 08:14 Uhr

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