Uetikon

Grundstein für die Kanti Uetikon ist gelegt

Wo derzeit noch eine Brache liegt, sollen bald hundert Gymnasiasten die neue Kantonsschule Uetikon besuchen. In wenigen Monaten will die Baudirektion auf der Riedstegwiese ein Schulhaus für die nächsten zehn Jahre erstellen.

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Dass die neue Kantonsschule Uetikon den Politikern bereits einige Schweissperlen auf die Stirn getrieben hat, wurde beim fest­lichen Akt der Grundsteinlegung am Montagnachmittag klar. Baudirektor Markus Kägi (SVP) bezeichnete das Vorhaben, in kürzester Zeit ein Gymi-Provisorium in Uetikon aus dem Boden zu stampfen, als «Mission Impossible».

In seiner Rede führte der aktuelle Regierungspräsident aber aus, wie aus der unmöglichen Mission beziehungsweise dem Auftrag seiner Exekutivkollegin, Bildungsdirektorin Silvia Steiner (CVP), schliesslich ein durchaus realistisches Planungsvorhaben werden konnte. «Aus der Mission Im­possible ist etwas anderes geworden, nämlich Lesson Learned», schluss­folgerte Kägi mit Blick auf den Baustart, warnte aber, dass der Terminplan sehr anspruchsvoll sei. Als Erstes stehen nun die Aushubarbeiten für den 18-Millionen-Bau an, bevor das Fundament und die Kanalisationsleitungen erstellt werden. Dann werden die Module für die beiden dreistöckigen Gebäude montiert.

Während der Baudirektor seine Lektion schon gelernt hat, stehen den Schülern der Kantonsschule Uetikon noch unzählige Lektionen bevor. Die Inhalte, die vermittelt würden, seien auf die Zukunft ausgerichtet, sagte Silvia Steiner. Unterrichtet werden soll beispielsweise das Fach Robotik. Sie lobte zudem die innovativen Lehrmethoden und die Lehrpersonen, bei denen es sich um dynamische Persönlichkeiten handle. «Wenn ich Ihnen heute sage, dass die Grundsteinlegung ein historisches Ereignis für die Bildungslandschaft des Kantons Zürich ist, ist das überhaupt nicht übertrieben», sagte Steiner.

Integration ins Dorf

18 Lehrerinnen und Lehrer für das neue Gymnasium stehen bereits fest. Mit Martin Zimmermann, dem jetzigen Leiter der Kantonsschule Zürcher Oberland, wurde auch der Gründungsrektor der neuen Schule schon gewählt. Zimmermann war nicht das einzige bekannte Gesicht in der Schar geladener Gäste. Auch einige Kantonsräte, darunter alle Uetiker Parlamentarier und der komplett versammelte Uetiker Gemeinderat, lauschten den Ausführungen der beiden Regierungsräte.

Gemeindepräsident Urs Mettler (parteilos) richtete das Wort ebenfalls an die Anwesenden. «Was lange währt, wird endlich gut», sagte er und fügte in verschmitztem Ton hinzu, dass gute Entscheide eben ihre Zeit bräuchten. Es werde eine Herausforderung, die neue Schule ins Dorf zu integrieren, gab der Kommunalpolitiker zu bedenken. Im gleichen Atemzug verwies er auf die Gespräche der Gemeinde mit der Gründungsschulkommission, um das Bestmögliche zu erreichen. «Das wird uns gelingen.» Mettler erhofft sich zudem positive Effekte auf den eigenen Oberstufennachwuchs. «Vielleicht färbt die Zielstrebigkeit und der Lernwille der Gymischüler sogar auf ein paar unserer Oberstufenschüler ab.»

«Wie auf dem Zeltplatz»

Lobende Worte hatte der Gemeindepräsident auch für die Bauweise des Provisoriums übrig. Nach dem Motto «Holz ist heimelig» seien es keine Metallcontainer, sondern Holzmodule. Kägi wiederum warnte davor, ein Provisorium per se als etwas Negatives zu bewerten, und verwies auf Erfahrungen mit dem Provisorium der Kantonsschule Uster. Diese Art von Schulbauten sei bei Jugendlichen sogar sehr beliebt. «Die Situation ist wie auf einem Zeltplatz, sie hat etwas Abenteuerliches und die Atmosphäre ist unbeschwerter.»

Beim symbolischen Verschluss des Grundsteins herrschte indes noch die etwas trostlose Stimmung, die Baustellen eigen ist. Schwer vorstellbar, dass auf der Uetiker Riedstegwiese bald gut hundert Jugendliche Mathematik, Deutsch und Latein büffeln werden. Doch Baudirektor Markus Kägi ist sich dieser Sache sicher. Er schloss seine Rede nämlich mit den Worten: «Mission erfüllt ­– demnächst!» (zsz.ch)

Erstellt: 13.11.2017, 22:05 Uhr

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