Stäfa / Herrliberg

Gospelchor erhält zum Jubiläum Unterstützung von Christina Jaccard

Der Gospelchor Stäfa feiert sein 20-jähriges Bestehen mit Konzerten in Stäfa und Herrliberg. Special Guest ist die Blues- und Jazzsängerin Christina Jaccard.

Jazzsängerin Christina Jaccard macht gemeinsame Sache mit dem Gospelchor Stäfa.

Jazzsängerin Christina Jaccard macht gemeinsame Sache mit dem Gospelchor Stäfa. Bild: Manuela Matt

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Jetzt wird’s ernst für den 52-köpfigen Gospelchor Stäfa. Das Einsingen ist an diesem Abend vorbei, auch das Proben jener Songs, die der Chor an seinem Konzert «Gospel Celebration» allein vortragen wird. Dazu gehört auch der mitreissende Abba-Song «Thank you for the Music». Inzwischen ist Christina Jaccard in der Stäfner reformierten Kirche eingetroffen und bereit für die gemeinsame Probe. Die Zürcher Sängerin ist stimmlich im Blues, Soul, Jazz und vor allem im Gospel zuhause. Dafür hat sie als junge Frau eine Ausbildung zur Opernsängerin abgebrochen, um ihre ureigene musikalische Heimat zu finden.

Jaccard war die Wunschkandidatin der Chormitglieder, die ihr 20-jähriges Bestehen mit dem gemeinsamen Auftritt im zweiten Programmteil krönen werden. Sie ist schon vor 19 Jahren mit dem Stäfner Ensemble aufgetreten und sagt: «Ich liebe es, mit vielen Stimmen zu singen und dieser Chor verbreitet eindeutig gute Stimmung, die ansteckend ist.» Für solche Projekte nimmt sie sich immer wieder die Zeit, dabei ist sie gerade mit ihrer Band und dem eigenen Programm unterwegs.

Ex-Chorpianist kehrt zurück

Sagt’s und wendet sich dem musikalischen Leiter, Jean Knutti zu. Mit ihm hat sie die Lieder zusammengestellt, in denen sie den solistischen Part übernimmt. Nach Anlaufschwierigkeiten mit dem Mikrofon und den Verstärkern schlägt Donat Deger am Klavier die ersten Takte von «This Train» an. Deger war früher der Chorpianist und ist anlässlich des Jubiläums eigens als Gastmusiker engagiert worden. Er teilt sich die Klavierbegleitung mit dem aktuellen Chorpianisten Sandro Giammarino, daneben spielt er auch auf seinem Akkordeon. Am Konzert werden die beiden mit Nicolas Stocker am Schlagzeug sowie Maximilian Whitcher am Bass Verstärkung kriegen.

Christina Jaccard ist schon vor 19 Jahren mit dem Stäfner Ensemble aufgetreten.

Doch jetzt erfüllt die wundervolle, sowohl raue als auch samtene und vibrierende Stimme von Christina Jaccard den Raum. Kein Wunder, hat ihr diese viel zitierte «schwarze Stimme» den Titel «Zurich’s First Lady of black Music» eingetragen. Schliesst man die Augen, meint man denn auch wirklich eine schwarze Blues- und Gospelsängerin mit deren gewaltigen Stimmvolumen vor sich zu haben. Spürbar ist die Leidenschaft zur schwarzamerikanischen Musik, die Jaccard mit einer Leichtigkeit interpretiert. Während sie singt, wiegen sich die Chormitglieder im Takt des mitreissenden Rhythmus’ und tragen die Melodie vierstimmig weiter.

Klatschen will gelernt sein

Kaum ist der letzte Ton aus dem Mund der Sängerin erklungen, wendet sie sich zum Dirigenten: «Ich finde den Song zu gehetzt und viel zu schnell.» Dieser spricht sich ab mit dem Pianisten und meint dann zum Ensemble: «Jetzt noch mal, aber ein bisschen gemütlicher.» Beim nächsten Lied «Gabriella’s Song» sagt Christina Jaccard hingegen: «Das ist doch eine Spur zu langsam, ist das Original auch so?»

Es ist die zweite Probe mit ihr, an der an Finessen gefeilt wird. In der Pause wird die Jazzsängerin von einigen Chormitgliedern umringt, denen sie das korrekte Klatschen zu einem Beat und die dazu gehörende lässige Körperhaltung, wie es eigentlich nur die Schwarzen beherrschen, demonstriert.

Und dann ist «Amen» an die Reihe, dieser mit jeder Liedzeile berührende Song mit seinem fast schon schleppenden Rhythmus, auch wenn über Strecken nur das Wort englische «Amen» intoniert wird. Hier kommt das lässige Klatschen zum Einsatz, das Üben hat sich gelohnt. Christina Jaccard richtet danach nur eine kleine Kritik an den Chor: «Es heisst nicht ‚hey Man’, sondern ‚Ei-man’, spricht es also entsprechend klar aus.» Was einiges Schmunzeln im Chor auslöst, der beim Wiederholen beweist, dass er es doch kann. Wunderschön ist auch das «Will the Circle be Unbroken», das mit Jaccards Solo beginnt, in das der Chorgesang einfliesst. Hier übernimmt Jean Knutti mit seiner Tenorstimme gleich selber den männlichen Part dieses rassigen Gospels.

Jubiläumskonzerte an folgenden Sonntagen jeweils um 17 Uhr: 17. November in der reformierten Kirche Stäfa (mit offeriertem Apéro) und 24. November in der reformierten Kirche Tal Herrliberg. Da die Sitzplätze nicht nummeriert sind, wird empfohlen, sich frühzeitig einzufinden. Eintritt und Abendkasse ab 16 Uhr. www.gospel-staefa.ch

Erstellt: 13.11.2019, 14:04 Uhr

Sing-Workshop

Der Gospelchor Stäfa lädt singfreudige Personen zu einem Sing-Workshop und anschliessendem Auftritt ein: Am Samstag, 16. November werden in der reformierten Kirche Stäfa von 13.30 bis 16 Uhr mit dem Dirigenten Jean Knutti und dem Gospelchor zwei Lieder einstudiert, die dann am Jubiläumskonzert am 17. November gemeinsam vorgetragen werden. Anmeldung an kontakt@gospel-staefa.ch.

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