Küsnacht

Goldbach wird deutlich profitabler

Die im Geschäft der Werbevermarktung für elektronische Medien tätige Goldbach Group ist im ersten Semester 2017 geringfügig gewachsen und hat die Profitabilität erhöht. In der Schweiz hat Goldbach Marktanteile dazugewonnen. Der Ausblick für die zweite Jahreshälfte fällt positiv aus.

Trotz Branchenschwäche mit gutem Halbjahresergebnis: Die Werbevermarkterin Goldbach Group aus Küsnacht behauptet sich trotz schrumpfendem TV-Werbe-Markt.

Trotz Branchenschwäche mit gutem Halbjahresergebnis: Die Werbevermarkterin Goldbach Group aus Küsnacht behauptet sich trotz schrumpfendem TV-Werbe-Markt. Bild: Archiv ZSZ

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Unter Verwaltungsratspräsident Jens Alder hat die auf 2014 angetretene Führungsequipe um CEO Michi Frank und Finanzchef Lukas Leuenberger die kostspieligen Auslandsabenteuer der Goldbach Group — vor allem im osteuropäischen Raum — beendet.

Fokussierung trägt Früchte

Heute konzentriert sich die Küsnachter Industriegruppe auf die drei Marktregionen Deutschland, Österreich und Schweiz. Michi Frank ist jedenfalls davon überzeugt, mit der Fokussierungsstrategie den richtigen Weg gefunden haben. Die Resultate geben ihm Recht. Goldbach hat im ersten Halbjahr 2017 Rekordwerte auf Stufe Umsatz, Betriebsgewinn (Ebitda) und bereinigtem Reingewinn erzielt, wie Frank am Mittwoch zufrieden konstatierte.

Der Umsatz stieg «vor dem Hintergrund rückläufiger Werbemärkte und der Aufgabe von Geschäftsbereichen ausserhalb des Kerngeschäfts» leicht um 0,8 Prozent auf 236 Mio. Franken. Bereinigt um Fremdwährungseffekte sowie den im zweiten Halbjahr 2016 erfolgten Verkauf des Geschäftsbereichs Digital Presences (Biel) und der Eventagentur Evenjo (Bern), betrug das Umsatzwachstum 2,0 Prozent. Bemerkenswert: Trotz des Umsatzwachstums sanken die Betriebskosten «dank hoher Kostendisziplin» um 8,4 Prozent auf 27,9 Millionen, wie Finanzchef Lukas Leuenberger erklärte.

Als Folge davon steigerte Goldbach das operative Ergebnis auf Stufe Ebitda um 23,1 Prozent auf 16,4 Mio. Franken. Daraus resultiert ein nach Steuern und Minderheitsanteilen um 24,2 Prozent höherer Reingewinn von 4,6 Mio. Franken. Dabei war das vergangene Jahr durch das ausserordentliche Ergebnis aus dem Verkauf des Polen-Geschäfts im ersten Quartal 2016 geprägt.

Im laufenden Jahr wird es laut Frank keine solchen Abweichungen mehr geben, denn «das Portfolio der Goldbach Group ist bereinigt». Ein grosses Thema wird hingegen die strikte Kostendisziplin bleiben. Einsparungspotenzial ortet Lukas Leuenberger vor allem bei den Auslieferungen, aber auch im operativen Bereich: «Hier greifen immer mehr Automatismen, dank denen wir günstiger produzieren können».

Starke Verkaufsleistung

Die Haupteinnahmequelle der Goldbach Group mit ihren rund 350 Mitarbeitenden ist die Vermittlung von TV-Werbung im gruppenweit profitabelsten Heimmarkt Schweiz, was um die 70 Prozent des Jahresumsatzes einbringt. Im zentralen Geschäftsbereich Ad Sales Schweiz stagnierte der Umsatz «in einem schwierigen Umfeld» bei 210,7 Mio. Franken. Das Werbeumfeld sei trotz aufhellender Konjunktur im ersten Halbjahr 2017 nicht richtig in Fahrt gekommen, sagte Frank. Dennoch wuchs das durch Goldbach betriebene Schweizer TV-Geschäft «dank starker Verkaufsleistung und einem weiteren Ausbau des Werbeinventars» um ein Prozent und damit über dem Markt.

Nach Angaben von Frank wurden in der Berichtsperiode die TV-Sender AB3, Swiss 1 und Teleclub Zoom neu ins Vermarktungsportfolio aufgenommen. Zudem konnte die Vermarktungszusammenarbeit mit RTL, 3Plus und AZ Medien verlängert werden. Weitere Wachstumsimpulse im Online-Bereich erhofft sich Goldbach von der neuen Partnerschaft mit Tamedia bei der Video-Vermarktung.

Die Prognosen für das Gesamtjahr hat Goldbach nach oben korrigiert. Der operative Gewinn auf Stufe Ebitda soll rund 10 Prozent und der Gewinn noch kräftiger, etwa 15 Prozent bis gut ein Drittel steigen. Unverändert ist die Umsatzprognose, was nicht erstaunt. Das Umsatzwachstum blieb im ersten Halbjahr bescheiden. An der Börse schossen die Papiere von Goldbach am Mittwoch bis zu 8,25 Prozent in die Höhe. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 30.08.2017, 14:05 Uhr

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