Wetter

Gewitter bringt Sturzflut am Nationalfeiertag

Statt Raketen gab es in der Zürichseeregion am Abend des 1. August ein natürliches Feuerwerk: Das heftige Gewitter brachte Sturmböen und teils enorme Regenmengen in kurzer Zeit.

Um etwa 18.30 Uhr wütete am Mittwochabend quer über dem Zürichsee ein heftiges Gewitter. Das Radarbild von Meteoschweiz zeigt die Intensität des Niederschlags: Rot bedeutet 40 bis 60, violett über 60 Liter pro Quadratmeter.

Um etwa 18.30 Uhr wütete am Mittwochabend quer über dem Zürichsee ein heftiges Gewitter. Das Radarbild von Meteoschweiz zeigt die Intensität des Niederschlags: Rot bedeutet 40 bis 60, violett über 60 Liter pro Quadratmeter. Bild: Screenshot Radar Meteoschweiz

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Trockenheit, Dürre und Hitze: Das sind die Themen, welche in der Zürichsee-Region seit Wochen für Schlagzeilen sorgen. Entsprechend verordneten die Behörden für den Abend des Nationalfeiertages ein absolutes Verbot von Feuerwerk. Dieses wurde auch grösstenteils eingehalten.

Allerdings krachte es am Mittwochabend dann trotzdem. Jedoch sorgten nicht Böller und Raketen, sondern die Natur für Lärm.

In der schwülheissen Luft entwickelte sich gegen 18 Uhr über der Zimmerbergregion und dem Sihltal eine heftige Gewitterzelle. Diese zog dann Richtung Zürcher Oberland und sorgte in mehreren Gemeinden für Sturmböen und sintflutartigen Regen. Gemäss dem Radar-Komposit von Meteoschweiz fielen innert etwa einer Stunde gebietsweise mehr als 60 Liter Regen pro Quadratmeter. Zum Vergleich: Das ist knapp die Hälfte der Regenmenge, die in dieser Region ansonsten im ganzen Monat August zu erwarten ist.

Unwetter lässt Bäche hochgehen

Die Sturzflut vom Himmel wirkte sich vor allem auf die Bäche aus, die wegen der Trockenheit in den letzten Wochen praktisch kein Wasser mehr führten. Dies änderte sich am Mittwochabend schlagartig, was von mehreren Anwohnern in den sozialen Medien festgestellt und dokumentiert wurde.

Wegen der trockenen Böden konnte das Regenwasser praktisch nicht versickern – und ergoss sich deshalb grösstenteils in die Bäche. Diese wurden komplett «durchgespült», was sich beispielsweise eindrücklich in Stäfa am Mülibach oder im Ueriker Tobel zeigte.

Während der Bach im Ueriker Tobel zuvor nur noch ein Rinnsal war, schwoll er während des Gewitters vom Mittwochabend kurzzeitig stark an. Bild: Martin Steinegger

Der Wasserfall beim Stäfner Mülibach veränderte sein Gesicht am Mittwochabend schlagartig. Quelle: Facebook/Martin Liechti

Auswirkungen hatte das Gewitter auch auf die Wasserführung der Sihl. An der Messstation Sihlhölzli verdoppelte sich die gemessene Abflussmenge am Mittwochabend innerhalb kürzester Zeit von 3,1 Kubikmeter pro Sekunde auf knapp 7 Kubikmeter pro Sekunde.

Allerdings muss betont werden, dass solche Wassermengen für die Sihl nichts besonderes sind. Der bisherige maximale Abflusswert wurde im Sihlhölzli am 22. August 2005 registriert: Er betrug 280 Kubikmeter pro Sekunde.

Grosse Unterschiede auf kleinem Raum

Nennenswerte Schäden hat das Unwetter soweit bekannt keine angerichtet.

Wie so oft bei Gewittern waren die Unterschiede auf kleinem Raum aber erheblich. Auf der anderen Seeseite bliebt es beispielsweise fast komplett trocken. An der Meteoschweiz-Wetterstation in Wädenswil wurden während des gesamten Abends gerade mal 2 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen. (zsz.ch)

Erstellt: 02.08.2018, 12:14 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Newsletter

Das Beste der Woche.

Endlich Zeit zum Lesen! Jeden Freitagmorgen Leseempfehlungen fürs Wochenende. Den neuen Newsletter jetzt abonnieren!

Kommentare

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben