Bundesgericht

Gewalttätiger Mann muss in Sicherheitshaft bleiben

Ein 39-Jähriger aus dem Bezirk Meilen hat eine Frau angegriffen und Autos beschädigt.

Der Verurteilte demolierte unter anderem Autos in einer Garage in Stäfa. (Symbolbild)

Der Verurteilte demolierte unter anderem Autos in einer Garage in Stäfa. (Symbolbild) Bild: Keystone

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Seine Taten klingen, im Vergleich zu anderen, eher harmlos. Mal abgesehen von einem heftigen Faustschlag, den er einer ihm Unbekannten in Zürich gegen den Kopf versetzte. Die Frau erlitt Verletzungen am Ohr. Da eine Verletzung blutete, musste eine Tetanus-Auffrischung gemacht werden, um eine Infektion zu verhindern.

Die Taten klingen vor allem nach einem verwirrten Geist. So betrat er beispielsweise eines Abends ein Stäfner Restaurant und legte sich dort schlafen, obwohl ihm ein halbes Jahr zuvor Hausverbot erteilt wurde.

Auch eine Garage in Stäfa suchte er heim und beschädigte vier Autos. Bei einem schlug er auf den Kühlergrill, bei einem anderen riss er einen Frontscheibenwischer ab. Bei zwei weiteren Wagen schlug und trat er gegen die Seiten und einen Seitenspiegel. Der Sachschaden belief sich auf über 10'000 Franken. Jedes Mal ging es gegen Autos der gleichen Garage, verteilt über vier Tage. Was sein Problem mit der Garage war, ist unklar. Selber scheint er sich allerdings keiner Schuld bewusst zu sein, die Taten stritt er ab. Rechtskräftig verurteilt ist der Mann noch nicht.

Behörden sind sich einig

Folgt man der Ansicht der Behörden, hat der 39-Jährige tatsächlich psychische Probleme, wie unter anderem die Anklageschrift zeigt. Im Dezember sprach das Bezirksgericht Meilen statt einer Freiheitsstrafe eine stationäre Behandlung aus, damit die Probleme des Mannes behandelt werden könnten. So wie es auch die Staatsanwaltschaft gefordert hatte.

Gleichzeitig sollte der Schweizer in Sicherheitshaft bleiben. Das war er bereits zum Zeitpunkt des Prozesses. Er war in der Sicherheitsstation der Psychiatrischen Klinik Rheinau untergebracht. Die 493 Tage, die er schon in der Klinik verbracht hatte, sollten an die fünfjährige Massnahme angerechnet werden.

Doch sowohl mit dem Verbleib in Sicherheitshaft als auch mit der stationären Massnahme war der Mann nicht einverstanden. Gegen Letztere hat er Berufung eingelegt. Der Fall sollte demnächst am Obergericht verhandelt werden.

Beschwerde um Beschwerde

Die Sicherheitshaft, die vom Bezirksgericht Meilen mindestens bis zum 4. März verfügt worden war, bekämpfte der Beschuldigte mittels Beschwerde beim Obergericht. Nachdem dieses die Beschwerde abgewiesen hatte, versuchte es der 39-Jährige mit einem persönlichen Haftentlassungsgesuch beim Bezirksgericht. Auch dieses wurde abgelehnt. Was wiederum zu einer erneuten Beschwerde am Obergericht führte. Die Richter sahen keinen Grund, das Gesuch gutzuheissen. Denn es bestünden weiterhin ein dringender Tatverdacht und Wiederholungsgefahr.

Wieder sah der Beschuldigte das ganz anders und zog die Beschwerde ans Bundesgericht weiter. Dieses machte allerdings kurzen Prozess und tritt auf die Beschwerde nicht ein. Der Beschwerdeführer könne nicht darlegen, wie die Vorinstanz Recht verletzt habe, indem sie seine Beschwerde abgewiesen habe. Auch genüge die Eingabe den gesetzlichen Formerfordernissen nicht. Auf die Verhängung von Kosten verzichtet das Bundesgericht. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 21.03.2019, 19:04 Uhr

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