Zumikon

Gerüchte über Schliessung der letzten Dorfbeiz

Die Frohe Aussicht ist die letzte Dorfwirtschaft althergebrachter Art in Zumikon. Ihr droht das gleiche Schicksal wie so manchem Restaurant in der Region.

Das Hotel-Restaurant Frohe Aussicht ist das letzte seiner Art in Zumikon.

Das Hotel-Restaurant Frohe Aussicht ist das letzte seiner Art in Zumikon. Bild: Manuela Matt

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Wohnungen bringen heute mehr Geld als Wienerschnitzel. Nach dieser einfachen Logik verschwindet ein Restaurant nach dem andern in den Gemeinden – vermehrt auch im Bezirk Meilen. Kein Wunder darum, dass in Zumikon Gerüchte über eine mögliche Schliessung des Hotel-Restaurants Frohe Aussicht schnell die Runde machten. Im Dorf am Chapf ist die Frohe Aussicht der letzte Dorfgasthof im traditionellen Sinn, seit Ende Februar das Rössli im Dorfkern seinen Restaurantbetrieb eingestellt hat. Wie es dort mit dem Restaurant weitergeht, ist noch offen. Derzeit kann laut Website der Rössli-Saal für Anlässe gemietet werden – mit Getränkeservice oder externem Catering.

Kein Kommentar

Es gibt noch die Pizzeria Da Remo im Dorfzentrum und das Restaurant Triangel in unmittelbarer Nachbarschaft der Frohen Aussicht, beide mit ihren eigenen Qualitäten, sie sind aber keine Hotels und liegen gastronomisch nicht im gleichen Angebotssegment wie die Frohe Aussicht. Eine Vertreterin der Besitzerschaft der Frohen Aussicht wollte gegenüber der «Zürichsee-Zeitung» jedoch keinen Kommentar abgeben zu den Schliessungsgerüchten – und bezeichnete sie als falsch. Aus einer anderen, gut informierten Quelle war zu vernehmen, dass tatsächlich Überlegungen bestehen, das Wirtshaus durch Wohnungen zu ersetzen. Vorderhand werde der Betrieb aber bis 2022 bestehen bleiben, und es würden in nächster Zeit kleinere bauliche Erneuerungen vorgenommen.

Sinkende Dichte

Das Restaurant wurde im Jahr 1897 erstmals urkundlich erwähnt, dürfte aber älter sein. Seit 2002, also schon 16 Jahre, wirtet als Pächter auf der Frohen Aussicht der inzwischen 45-jährige Robert Eugster. So wie es nun aussieht, bleibt er gemäss Quellen der ZSZ noch vier weitere Jahre.

Was danach kommt, steht noch in den Sternen. Tatsache ist, dass die Restaurantdichte in den stadtnahen Gemeinden Zollikon und Zumikon in den letzten Jahrzehnten am meisten abgenommen hat. Für den Truben in Zollikon, heute auch Trube genannt, verpufften einst auch die Ratschläge von Beizenhelfer Daniel Bumann, und die letzte Dorfbeiz schloss – allerdings nicht endgültig. Heute ist sie wieder offen, wenn auch nicht den ganzen Tag wie das klassische Dorfrestaurant.

Erstellt: 24.09.2018, 17:00 Uhr

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