Meilen

Gericht-Neubau in Meilen wird konkret

Das Bezirksgericht soll für knapp 17 Millionen Franken um einen Neubau erweitert werden. Das neue Gebäude wird neben sechs Gerichtssälen auch Besprechungs- und Seminarräume beherbergen.

Der geplante Erweiterungsbau des Bezirksgerichts Meilen gleicht in seiner äusseren Erscheinung einem Würfel. Im Innern resultiert daraus eine nischenhafte Raumaufteilung.

Der geplante Erweiterungsbau des Bezirksgerichts Meilen gleicht in seiner äusseren Erscheinung einem Würfel. Im Innern resultiert daraus eine nischenhafte Raumaufteilung. Bild: Visualisierung: PD/raumfindung architekten

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Weil das Bezirksgericht Meilen an seine Kapazitätsgrenzen stösst, will das kantonale Hochbauamt in unmittelbarer Nähe ein neues Gebäude errichten.Ein entsprechendes Baugesuch liegt derzeit in der Bauverwaltung Meilen auf. Gemäss diesem soll der dreigeschossige Bau auf dem heutigen Parkplatz vor dem Bezirksgericht entstehen. Zum Projekt gehört zudem eine Tiefgarage.

Im neuen Gebäude, das an einen Würfel erinnert und an seiner höchsten Stelle 14,5 Meter aus dem Boden ragt, sollen künftig die öffentlichen Funktionen des Gerichts untergebracht werden, also Empfang, Gerichtssäle und Besprechungszimmer. Die bisherige Anlage aus den 1950er-Jahren soll dem Gericht fortan zu Bürozwecken dienen.

Nischenartige Aufteilung

Das Bauprojekt der Raumfindung Architekten aus Rapperswil wurde 2016 im Rahmen eines Wettbewerbs zum Sieger aus 64 eingereichten Vorschlägen erkoren. Dies, weil sich das Gebäude gemäss der damaligen Jury optimal in die Tradition der «ehrwürdigen Kommunalbauten» einreiht.

Der Hauptzugang zum neuen Bezirksgericht ist gemäss Baugesuch entlang der Strasse Untere Bruech und damit direkt gegenüber des Zuganges zum bereits bestehenden Gerichtsgebäude vorgesehen. Die Besucher gelangen von dort über einen Vorplatz zum Empfang. Ebenfalls im Erdgeschoss befinden sich ein grosser Saal mit Wartebereich, die Kasse, Besuchertoiletten sowie eine Kaffeenische. Über eine mit Tageslicht belichtete Treppe gelangen Publikum und Parteien in die oberen Geschosse, wo sich die Gerichtssäle befinden. Jeder der sechs geplanten Säle soll künftig über ein dazugehöriges Sitzungszimmer und einen «angemessenen dimensionierten» Wartebereich verfügen. Durch die nischenartige Gliederung der Räume entstehen für die Nutzer Rückzugsmöglichkeiten.

Unterirdische Verbindung

Die Gerichtssäle selber erscheinen auf den zum Baugesuch beigelegten Visualisierungen ruhig und schnörkellos. Eine Holzverkleidung sorgt für eine optimale Akustik. Der grösste Verhandlungsraum befindet sich im ersten Obergeschoss und ist 147 Quadratmeter gross. Der kleinste Saal mit 34 Quadratmeter befindet sich im zweiten Obergeschoss. Im Dachgeschoss sind zwei weitere, etwas grössere Sitzungszimmer geplant sowie ein Zugang auf eine Terrasse mit Seeblick. Künftig könnten dort betriebsinterne Anlässe und Weiterbildungen durchgeführt werden.

Die Visiere beim Parkplatz des Gerichts deuten bereits an, dass hier bald gebaut werden wird. Bild: Fabienne Sennhauser

Das Gebäude ist nach dem Minergie-P-Standard geplant. Auf dem Flachdach soll zudem eine Photovoltaikanlage installiert werden, die den Strombedarf für das Heizsystem abdeckt. In der Tiefgarage entstehen 22 Parkplätze. Diese werden hauptsächlich den Mitarbeitenden des Bezirksgerichts zur Verfügung stehen. Vier Parkiermöglichkeiten werden zudem für die Kantonspolizei reserviert sein. Geplant ist denn auch, dass jene Beschuldigten, die sich in Untersuchungshaft oder dem vorzeitigen Strafvollzug befinden, dereinst durch die Tiefgarage in das Gerichtsgebäude geführt werden. Zudem soll ein Verbindungsgang das neue und das alte Gerichtsgebäude miteinander verbinden. 16 Besucherparkplätze sowie ein Velo-Unterstand sind östlich des neuen Gebäudes vorgesehen.

Baustart 2020

Der Kostenvoranschlag für den Bau liegt gemäss Markus Pfanner von der kantonalen Baudirektion bei 16,9 Millionen Franken. Diese Summe beinhalte nebst dem Erweiterungsneubau auch die Kosten für den Umbau im bestehenden Gebäude. Geplant sei, nach Inbetriebnahme des neuen Gebäudes das bestehende Bezirksgericht in einigen Bereichen unter laufendem Betrieb umzubauen. So würden etwa die bestehenden Gerichtssäle in Büros umgebaut, sodass alle Büroarbeitsplätze des Bezirksgerichts im Bestandesbau untergebracht werden können.

Im September 2018 hatte der Regierungsrat den Projektierungskredit über 2,3 Millionen Franken für die Planung des Baus gutgeheissen. Nach der öffentlichen Auflage des Projekts ist es wiederum der Regierungsrat, der auch den Objektkredit beschliessen und diesen in der Folge dem Kantonsrat vorlegen muss. Gemäss Markus Pfanner ist der Baustart für das neue Bezirksgericht nach heutigem Zeitplan im dritten Quartal 2020 vorgesehen. Bei einer voraussichtlichen Bauzeit von rund zwei Jahren wäre das Gebäude 2022 bezugsbereit. Besucher und Mitarbeiter des Bezirksgerichts müssen also noch eine Weile mit den heutigen Verhältnissen auskommen.

Erstellt: 13.05.2019, 16:27 Uhr

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