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Gemeinsam mit den Lions will er Gutes tun

Vor 100 Jahren wurde der Lions Club in den USA gegründet. Seit 1964 ist er auch am rechten Seeufer präsent. Hilfe am Nächsten im Lokalen macht die Organisation aus, die noch immer mit manchem Klischee assoziiert wird.

Peter Schweizer, Vorsitzender der Lions am rechten Zürichseeufer, hat erlebt, wie sich der Klub in den vergangenen Jahren gewandelt hat.
Peter Schweizer, Vorsitzender der Lions am rechten Zürichseeufer, hat erlebt, wie sich der Klub in den vergangenen Jahren gewandelt hat.
Sabine Rock

Geheimbund. Elitärer Zirkel älterer Herren. Club der Reichen: Peter Schweizer kennt sie nur zu gut, diese Art von Klischees. Er ist Chairperson der Zone 24 von Lions Schweiz-Liechtenstein. Die Funktionsbezeichnung mag freilich für Aussenstehende wenig dazu beitragen, das Klischee des Geheimnisvollen zu entkräften.

Unter dem Begriff der Zone 24 fasst das Vokabular der Lions Clubs indes nichts anderes als die Gemeinden des rechten Zürichseeufers zusammen. In sieben der Gemeinden existiert eine Niederlassung des Clubs, denen Schweizer in vorwiegend beratender Funktion vorsteht.

Früher galt Schweigegebot

Dieses Amt übt er seit bald einem Jahr aus, nachdem er 1998 Mitglied bei den Lions Herrliberg geworden ist – durch ein Aufnahmeverfahren, das heute in seinen Grundzügen noch dasselbe ist. Wenngleich, einiges hat sich auch geändert: «Früher war alles sehr geheim», erinnert sich Schweizer an sein eigenes Beitrittsprozedere. Und damit spielt er gleich selber auf das Image des Geheimzirkels an, das den Lions noch immer beiwohnt.

Noch immer – denn mittlerweile, fast auf den Tag genau, ist die weltweit tätige Organisation 100 Jahre alt. Aus diesem Anlass finden in der Region im Juni mehrere Aktivitäten statt, mit denen sich die Lions an die breite Bevölkerung wenden (siehe Kasten).

Früher also, da habe noch striktes Schweigegebot geherrscht, wenn jemand am Anfang des mehrstufigen Aufnahmeverfahrens stand. Heute hingegen lade man Interessenten schon früh zu einem informellen Besuch eines Meetings ein, die zweimal im ­Monat stattfinden und an denen meist ein externer Referent spricht. Oder auch zu einer der sozialen Aktivitäten, sei es einen Kinderspielplatz einrichten oder Wanderwege bauen.

Kein reiner Herrenclub mehr

Wer bei einem Meeting dabei sei, der müsse sich in den meisten Clubs auch nicht mehr, wie früher, eine Krawatte um den Hals binden. «Und seit 1987 trifft auch das Bild des reinen Herrenclubs für die Lions nicht mehr zu», sagt Schweizer. Seit jenem Jahr haben Frauen Zugang. Was aber noch gleich sei wie einst: Nur nach Empfehlung von zwei bisherigen Clubmitgliedern könne man neu dazustossen – wenn man denn bereit ist, für die sozialen Aktivitäten und das Clubleben jährlich etwa 1200 Franken zu zahlen.

Ausserdem sollten nie mehr als zwei Personen denselben Beruf ausüben. Dies, damit die sozialen Aktivitäten des Clubs mit dem vorhandenen Wissen geplant und durchgeführt werden können. «Nach Möglichkeit achten wir zudem darauf, nicht zu viele über 40-Jährige aufzunehmen», erklärt Schweizer die Strategie gegen eine Überalterung.

Von Kino bis Brillen

Unter dem Motto «We Serve» leisten die Lions praktische Hilfe oder sammeln Geld. Beides bevorzugt zugunsten lokaler Organisationen oder Vereine. «Es gibt auch am Zürichsee viel zu helfen», entkräftet Schweizer ein weiteres Klischee, jenes der reichen Goldküste. Das Männedörf­ler Kino Wildenmann, Maltherapien für die jugendlichen Flüchtlinge in Zollikon oder die Martinstiftung in Erlenbach: Sie sind einige, die von den Aktivitäten der Lions profitieren.

Daneben spende man auch Geld für Hilfsprojekte in ferneren Weltgegenden, manchmal im Verbund mit anderen Clubs. «Die Lions von Zumikon, Zollikon und Küsnacht etwa unterstützen eine Initiative, die Menschen in Entwicklungsländern Brillen zum Preis von einem Dollar und damit den Schulbesuch oder das Ausüben des Berufs ermöglicht», nennt Schweizer ein grösser angelegtes Hilfsprojekt. Es wird an diesem Wochenende in den entsprechenden Gemeinden vorgestellt.

Die Freude am Helfen sorge mitunter bei den Begünstigten für Verwunderung. «Ein Urner Bauer konnte nicht begreifen, dass wir unsere Freizeit opfern, um ihm das Haus zu sanieren», erinnert sich Schweizer. Er sagt dies, ohne zu verhehlen, dass Dank, auf diese oder andere Art ausgedrückt, die Währung der Lions ist, nebst dem Knüpfen neuer Freundschaften.

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