Küsnacht

Gemeindeversammlung gleist neues Feuerwehrdepot auf

Alle fünf Vorlagen wurden an der Küsnachter Gemeindeversammlung am Montag mit grosser Mehrheit angenommen.

Die Küsnachter folgten an der Gemeindeversammlung in allen Punkten dem Gemeinderat.

Die Küsnachter folgten an der Gemeindeversammlung in allen Punkten dem Gemeinderat. Bild: Michael Trost

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Das älteste Feuerwehrgebäude des Kantons Zürich dürfte bald Geschichte sein. Den Anfang vom Ende des 1936 erbauten Küsnachter Feuerwehrdepots läutete die Gemeindeversammlung gestern ein. Die 171 Stimmberechtigen sagten mit nur vier Enthaltungen Ja zu einem Projektierungskredit von 590 000 Franken für einen Neubau. Liegenschaftenvorsteher Ueli Schlumpf (SVP) hatte zuvor in der Heslihalle kräftig die Werbetrommel für das Projekt gerührt.

Als er ausführte, dass das Gebäude nicht nur erhebliche Mängel in der Statik, sondern auch im Brandschutz aufweise, ging ein Raunen durch die Reihen. Der Standort des Neubaus am Oberwachtskreisel soll der Gleiche bleiben. «Es ist und bleibt der beste Standort», betonte Schlumpf und nannte als Grund etwa die kurzen Ausrückzeiten. Auch auf das Äussere des Neubaus kam Schlumpf zu sprechen. Der winkelförmige Grundriss wirke städtebaulich sehr gut und passe hervorragend ins Ortsbild. Bei dem Projekt, für welches sich der Gemeinderat entschieden hat, handelt es sich um einen Entwurf von Moos Giuliani Hermann Architekten.

Erstes Einheits-Budget

Nach dem jetzigen Ja des Souveräns wird das kommende Jahr für die Projektierung genutzt. Im Frühling 2020 will der Gemeinderat dann mit dem Ausführungskredit, der nach aktuellen Schätzungen zwischen 7,2 und 9 Millionen Franken liegen dürfte, an die Urne gelangen. Eine Zeitplanung, die auch mit Subventionen der Gebäudeversicherung des Kantons Zürich zusammenhängt, die nur noch bis ins Jahr 2020 beantragt werden können.

Nicht nur der erste Schritt zu einer neuen Heimat für die Feuerwehr Küsnacht, auch alle anderen Traktanden wurden am Montagabend deutlich angenommen. Die erste Vorlage des Abends, nämlich Budget und Steuerfuss, ging diskussionslos über die Bühne - das Budget gar einstimmig. Der zwar erfahrene, aber im Finanzressort neue Gemeinderat Martin Schneider (SVP) präsentierte ein Plus von 0,9 Millionen Franken. Zudem beantragte die Exekutive der Versammlung einen gleichbleibenden Steuerfuss von 77 Prozent. Trotz der unaufgeregten Abstimmung handelt es sich um einen historischen Voranschlag: Das erste Mal genehmigten die Küsnachter ein gemeinsames Budget von Politischer und Schulgemeinde. Aber es war auch das erste Budget, welches auf dem neuen Rechnungslegungsmodell HRM2 basierte. Dass auch der Finanzausgleich nun neu verbucht werden muss, kritisierte Gemeindepräsident Markus Ernst (FDP) klar und nannte die Vorschriften des Kantons sinnlos. Angesichts der hitzigen Diskussion im Vorfeld betonte er aber auch, dass das Küsnachter Budget korrekt erstellt worden sei.

Besserung gelobt

Tiefbauvorsteher Walter Matti (parteilos) zeigte sich selbstkritisch bei den beiden Abrechnungen, die er präsentierte: die eine für die Neugestaltung des Dorfplatzes, die andere für den Ausbau und die Erstellung eines Velowegs an der Zumikerstrasse sowie den Bau des Kreisels Itschnach. Beide waren schliesslich teurer ausgefallen - auch wegen unvorhersehbarer Ereignisse. Es seien Mehrkosten entstanden, aber dafür habe man auch mehr bekommen, sagte Matti. Zwar gab er Fehler im Controlling zu, betonte indes, dass man einen externen Bericht deswegen in Auftrag gegeben habe und gelobte Besserung. Die Küsnachter nahmen beide Abrechnungen mit grosser Mehrheit ab.

Ja sagten die Stimmberechtigten auch zum Programm Energie Küsnacht 2019 bis 2021. Ein Rahmenkredit von 1,05 Millionen Franken soll unter anderem die Beratung von Bürgern ermöglichen. Damit führt Küsnacht sein bisheriges Energieprogramm weiter. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 03.12.2018, 22:52 Uhr

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