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Gemeinderat Männedorf will Sportplatzprojekt stoppen

Die Planung für die Sportanlage Widenbad beginnt von vorne. Der Gemeinderat will die bisherige Projektierung abbrechen und die Nutzung des Areals neu angehen. Für die Fussballgarderoben zieht er Modulbauten in Betracht.

Oben Regenfluten, unten Altlasten. Das älteste Fussballfeld auf dem Widenbad unter dem Januarhimmel.
Oben Regenfluten, unten Altlasten. Das älteste Fussballfeld auf dem Widenbad unter dem Januarhimmel.
Manuela Matt

Unter dem ältesten von vier Fussball­feldern auf dem Sportplatz Widen­bad in Männedorf liegen­ Altlasten. In rund 30 bis 40 cm Tiefe unter dem Platzaufbau findet sich mit Erde vermischtes Material aus einer nahegelegenen Deponie für Haushalt- und Gewerbeabfälle. Laut Auskunft der Gemeinde ergaben Proben, dass die abfallbelastete Auffüllung 0,6 bis 2 m dick ist.

Das Fussballfeld wurde 1964 angelegt, der Abfall im Boden störte nie jemanden. Inzwischen verfügt der FC über vier Plätze im Widenbad: ein Kunstrasenfeld, zwei Rasenfelder und einen Sandplatz. Weil der Club gewachsen ist, reichen die Plätze nicht mehr. Zwei seien kaum mehr benütz­bar. Und die Garderobengebäude sind zu klein geworden.

Zu optimistisch geschätzt

Der Gemeinderat gleiste dar­um eine Erneuerung der Anlagen auf. Die Gemeindeversammlung hiess 2016 einen Kredit für die Projektierung gut. Aus dem Sandplatz sollte ein Rasenplatz werden, aus dem einen Rasenplatz – dem mit dem verborgenen Deponie­gut – ein Kunstrasenplatz. Seeseitig anschliessend ans neue Kunstrasenfeld wollte man das neue Garderobengebäude platzieren. Im Frühling 2018 soll­ten­ die Bauarbeiten beginnen. Es war von Gesamtkosten von 6,4 Millionen Franken die Rede.

Doch als die Planung konkreter wurde, kamen nicht nur die Altlasten ins Spiel, die teuer zu entsorgen sind, wenn man dort einen neuen Platz baut. Es zeigte sich auch, dass die Kosten für das Garderobengebäude zu optimistisch eingeschätzt waren. Der Gemeinderat plante, der kommenden Gemeindeversammlung im März eine Erhöhung des Projektierungskredits vorzulegen.

Modulbauten beeindruckten

Jetzt will die Behörde diese Planung­ abbrechen. Wie sie mitteilt, schlägt sie zuhanden der Gemeinde­versammlung vor, die Verwendung gleich des ganzen Freizeitareals Widenbad zu überdenken, statt nur die Sanierung der Fussballplätze in Angriff zu nehmen. Darüber informierte Gemeinderat Thomas Lüthi (SVP) am vergangenen Donnerstag an der Generalversammlung des Fussballclubs. Die Anliegen der Fussballer sollen im Rahmen des Mitwirkungsverfahrens zu einem Masterplan für das Areal berücksichtigt werden. Die Sanierung der Plätze wird so weiterhin ein Thema sein. Der Masterplan soll bis Ende 2018 vorliegen.

Für den Bedarf an Garde­roben haben die Verantwortlichen der Gemeinde Männedorf bereits Ideen. «Man hat im Rahmen von Besichtigungen in verschiedenen Sportstätten realisierte Lösungen gesehen, die modular aufgebaut, erweiterbar und preislich interessant sind», teilte Alexander Frei, Leiter der Abteilung Infrastruktur und Hochbau, auf Anfrage mit.

Solche Module sind schnell ­erstellt. Sie sind allenfalls nicht gleich langlebig wie teurere Lö­sun­gen, andererseits lassen sie mehr Flexibilität. Damit könnte für den Fussballclub in abseh­barer Zeit immerhin eine Lösung in Sachen Garderoben kommen. Die finanzpolitischen Bedenken von Rechnungsprüfungskommission, SVP und FDP, die bei der letzten Abstimmung vorgebracht wurden, würden vielleicht geringer.

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