Stäfa

Gemeinde muss falsche Zahlen korrigieren

Die Unterlagen zur Gemeindeversammlung enthalten einen Fehler. Mit der neuen Entsorgungsanlage für Klärschlamm spart die Gemeinde weniger Geld als angegeben. Ein Externer machte sie darauf aufmerksam.

Der Klärschlamm soll künftig direkt Abwasserreinigungsanlage Sonnenwies in Stäfa aufbereitet werden.

Der Klärschlamm soll künftig direkt Abwasserreinigungsanlage Sonnenwies in Stäfa aufbereitet werden. Bild: Symbolbild ZSZ

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Die Gemeinde Stäfa soll sich künftig allein um die Entsorgung des Klärschlamms kümmern. Der Gemeinderat unterbreitet der Gemeindeversammlung vom Montag einen Kredit von knapp 2,6 Millionen Franken für den Neubau einer Anlage zur Schlammentsorgung. Langfristig soll sich das lohnen, da die Gemeinde im Vergleich zu heute jährlich 228000 Franken einspare, rechnete die Behörde im beleuchtenden Bericht zur Gemeindeversammlung vor. Nun korrigiert sie mit einer Medienmitteilung diese Zahl. Die erwarteten Einsparungen betragen demzufolge weniger, nämlich nur 154000 Franken pro Jahr. Aus Sicht des Gemeinderats lohnt es sich aber nach wie vor, die Anlage zu bauen.

Gegenwärtig ist Stäfa gemeinsam mit Oetwil, Männedorf, Hombrechtikon, Egg und Mönchaltorf im Zweckverband Schlammbehandlung Pfannenstiel (ZSA) organisiert. In der Anlage im Grenzgebiet von Oetwil, Stäfa und Männedorf wird der Klärschlamm jeweils für die Verbrennung aufbereitet und später nach Zürich in die Verwertungsanlage Werdhölzli transportiert.

Schuld ist eine Excel-Formel

Nun will die Gemeinde Stäfa den Zweckverband verlassen und die Abwasserreinigungsanlage Sonnenwies in Stäfa aufrüsten. Der Klärschlamm soll direkt dort aufbereitet werden, wie dies heute auch schon in der Kläranlage im Stäfner Ortsteil Ürikon der Fall ist. Dass dies nun knapp 75000 Franken weniger günstig kommt als gedacht, liegt gemäss Medienmitteilung an einer falschen Excel-Formel. Diese berechnete jährliche Betriebskosten von 61500 Franken. Korrekt sind aber 136000 Franken. Aufgrund der falschen Berechnung resultierte als Folgefehler besagte Unstimmigkeit bei den tatsächlichen jährlichen Einsparungen.

Eine externe Person habe den Fehler entdeckt und der Gemeinde einen Hinweis gegeben, sagt Gemeindeschreiber Daniel Scheidegger. «Wir haben dann vom zuständigen Ingenieurbüro alles nochmals durchrechnen lassen und gesehen, dass die Person recht hatte.» Dem Gemeinderat sei es wichtig, schon vor der Gemeindeversammlung auf den Fehler aufmerksam zu machen.

Wer den Hinweis gegeben hat, will Scheidegger nicht sagen. Dass es vor Abstimmungsvorlagen Rückmeldungen gebe, sei aber nicht ungewöhnlich. Bei der Vorlage für den neuen Bushof, über den die Gemeindeversammlung am Montag ebenfalls abstimmt und die im Dorf auf grosses Interesse stösst, habe es beispielsweise viele Rückmeldungen aus der Bevölkerung und von Parteien gegeben. Allerdings sei es dabei nicht um allfällige Fehler gegangen, sondern um Anregungen, wie der Bushof dereinst aussehen soll.

Unterschiedliche Auffassung

Das heisst also: Rückmeldungen sind nicht zwingend mit Kritik an einem Geschäft verbunden. Die Klärschlamm-Vorlage dürfte in der Stäfner Bevölkerung denn auch unumstritten sein. Unterschiedliche Auffassungen hat es aber innerhalb des Zweckverbands gegeben, wie der Gemeinderat in der Weisung selber durchblicken liess. Er schrieb darin konziliant von «verschiedenen Vorkommnissen innerhalb des Zweckverbands», die den Gemeinderat dazu bewogen hätten, die Kündigung zu prüfen. Es sei nicht gelungen, einen gemeinsamen Nenner für die Weiterentwicklung des Zweckverbands zu finden, sagte die zuständige Stäfner Gemeinderätin Claudia Hollenstein (GLP) kürzlich präzisierend (Ausgabe vom 19. November).

Was dies genau bedeutet, bleibt unklar. Auch wie der Zweckverband oder einzelne seiner Exponenten zu einem möglichen Austritt von Stäfa stehen, ist nicht bekannt. Denn offiziell bezieht der Zweckverband keine Stellung, da es sich um eine kommunale Abstimmung handelt, die einzig in die Zuständigkeit der Stäfner Stimmbevölkerung fällt.

Erstellt: 28.11.2019, 15:54 Uhr

Gemeindeversammlung

Montag, 2. Dezember, 20 Uhr, reformierte Kirche Stäfa.

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