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Geheimnisse aus den Tiefen des Brunnens

Eine neue Ausstellung erzählt die Geschichte der Ruine Friedberg oberhalb Meilen. Die Besucher können sich im Ortsmuseum selber als Archäologen betätigen ­– und erfahren, wie abenteuerlich deren Arbeit mitunter sein kann.

Ein Kraftakt war es für Heinrich Boxler, die Ausstellung rund um die Brunnenfunde zu organisieren.
Ein Kraftakt war es für Heinrich Boxler, die Ausstellung rund um die Brunnenfunde zu organisieren.
André Springer

Das Wasser kam von oben und von unten. Es staute sich in einer Tiefe von 25 Metern, und aus einer undichten Stelle im Molassesandstein drang es von oben in den Brunnenschacht und floss auf die Köpfe der Archäologen hinunter. Die Grabungsarbeiten im Sodbrunnen der Ruine Friedberg oberhalb Meilen waren alles andere als angenehm. Eine eilig herbei geschaffte Pumpe, die das Wasser nach oben beförderte, vermochte die Bedingungen zwar etwas zu verbessern. 29 Meter unter der Erdoberfläche war Schluss: Die Grabungsmannschaft war erschöpft, aber auch an der Brunnensohle angelangt – es ging nicht mehr weiter nach unten.Ihre Beharrlichkeit hat sich jedoch ausgezahlt: Die Grabungsarbeiten zwischen 1976 und 1979 brachten Funde zutage, die teils bis heute als Sensation gelten: Reste von Lederschuhen, darunter eine ganze Sohle, Kleiderfetzen, Bruchstücke von Holzschalen, zwei vollständig erhaltene Kupferkessel mit einer rund 1,5 Meter langen Eisenkette sowie ein Büchel – ein Horn aus Eibenholz, das zu den ältesten erhaltenen Blasinstrumenten der Schweiz zählt. Die Fundstücke waren über Jahrhunderte praktisch luftdicht abgeschlossen und deshalb in erstaunlich gutem Zustand.

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