Männedorf

Gärtnerei Möckli - eine Ära geht zu Ende

Die Gärtnerei Möckli in Männedorf war 133 Jahre lang ein Familienunternehmen. Nun gehen die Besitzer in Pension.

Heinz und Ursula Möckli harmonieren nicht nur farblich perfekt. Jahrelang führte das Ehepaar die Gärtnerei Möckli zusammen.

Heinz und Ursula Möckli harmonieren nicht nur farblich perfekt. Jahrelang führte das Ehepaar die Gärtnerei Möckli zusammen. Bild: Michael Trost

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Wer frühmorgens zum Bahnhof Männedorf geht und am Blumengeschäft Möckli vorbei kommt, kennt diese Szene: Heinz Möckli steht vor dem Haus und erwartet die Passanten. In Petto hat er die neusten Witze. Meist reicht es nur für einen kurzen Schwatz, bevor man weiter auf den Zug muss. «Allerdings haben auch schon ein paar den Zug dann verpasst», lacht Möckli.Man kennt Ursula und Heinz Möckli im Dorf. In der vierten Generation führt das Ehepaar die Gärtnerei und das Blumengeschäft «Blumen Möckli». Nach 133 Jahren geht das Geschäft im Sommer nun in neue Hände über. Ursula und Heinz Möckli gehen in Pension. Sie sind nicht traurig darüber, dass das Geschäft nicht von ihren Kindern übernommen wird. «Wir hätten das nie von ihnen verlangt», sagt Ursula Möckli.

Spezial-Preis für Kinder

Die Aufgabe des Geschäfts falle ihr vermutlich leichter als ihrem Mann. Schliesslich musste dieser schon als Kind gleich nachdem er die Hausaufgaben erledigt hatte im Laden helfen. Er wuchs praktisch im Geschäft auf.

Am liebsten erinnert sich Heinz Möckli aber an die Momente zurück, wenn er durch Männedorf fuhr und seine Pflanzen in Gärten entdeckte. «Es ist schön zu sehen, was aus den Samen wächst, die man säht», sagt er. Ursula Möckli werden die Gespräche mit den Kunden besonders in Erinnerung bleiben.

So manch ein Bewohner Männedorfs mag sich auch daran erinnern, wie er als Kind das Blumengeschäft Möckli aufgesucht hat, um für die Mutter eine Rose zu kaufen. Ursula Möckli drückte gerne ein Auge zu und machte den Kindern mit dürftigem Taschengeld einen Spezial-Preis. Bis zum 30. Juni werden die Beiden im Geschäft an der alten Landstrasse stehen.

Um 18:30 Uhr wird dann das letzte Gewächs über den Tresen gehen. Nach der Schliessung des Geschäfts werden Ursula und Heinz Möckli weiter in ihrer Wohnung über dem Blumengeschäft leben. Da das Ladenlokal geräumt wird, hat Heinz Möckli dort nun Platz für seine Modelleisenbahn.

Frachtschiff und Australien

Sie freuen sich beide auf ihre Zeit als Pensionäre. Heinz Möckli würde gerne irgendwann mit einem Frachtschiff auf Reisen gehen. Seine Frau liebäugelt mit Aufenthalten in Neuseeland und Australien. Eugen Bühlmann und Susan Becker, welche die Gärtnerei übernehmen werden, möchten den Betrieb im selben Stil weiterführen.

Die Mitarbeiter ihrer Unternehmung sind sowohl ausgebildete Gartenfachkräfte als auch Menschen mit psychischen und kognitiven Einschränkungen. Bühlmann und Becker möchten mit diesem Konzept nicht nur die Blumen, sondern auch die Persönlichkeiten dieser Menschen zum Blühen bringen, sagen sie.

Am 2. August eröffnet ihre «Gärtnerei zum Glück», die man dann neu nur noch über die Mittelwiesstrasse erreichen kann. Heinz Möckli wird seinen Nachfolgern in der Gärtnerei beratend zur Seite stehen. Fritz Steffen, der seit zehn Jahren für die Möcklis arbeitet, gehöre schon fast zum Inventar und werde weiterhin ein Teil des Teams bleiben, sagt Ursula Möckli. «Keiner kann so charmant verkaufen wie Fritz.»

Heinz Möckli ist zuversichtlich, dass man ihn auch nach der Geschäftsübergabe noch vor seinem Haus antreffen wird. «Vielleicht stelle ich dann eine kleine Kasse auf und jeder der meine Witze mag, kann etwas reinwerfen», sagt er und unterstreicht seine Aussage mit einem Lachen, das schon so mancher hörte, wenn er am Blumengeschäft vorbei zum Bahnhof lief. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 23.06.2016, 16:38 Uhr

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