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Für Erlenbachs Gemeinderat ist das Glas halb voll

Der Erlenbacher Gemeinderat zieht nach der Hälfte der Legislaturperiode eine Zwischenbilanz. Es laufe wie geschmiert, findet er. Sparen muss er trotzdem.

Voraussichtlich im nächsten ­Juni ­könne die Gemeindeversammlung über das Projekt und den Kredit Schifflände befinden, heisst es.
Voraussichtlich im nächsten ­Juni ­könne die Gemeindeversammlung über das Projekt und den Kredit Schifflände befinden, heisst es.
Silvia Luckner

Wo steht Erlenbach zwei Jahre, nachdem der neu gewählte Gemein­derat seine Arbeit auf­genommen hat? Die Verwaltung hat neulich in einer mehrseitigen Medienmitteilung dar­über informiert. Auf einen Film wie vor einem Jahr, als der Gemeinderat mit viel Aufwand seine Legis­laturziele vorstellte, hat er allerdings verzichtet. Aus Spargründen, wie aus der Mitteilung hervorgeht.Ist der Gemeinderat also mittlerweile von der Realpolitik eingeholt worden, muss er seine bisherigen Pläne zurückbuchsta­bieren? Mitnichten, muss man denken, wenn man die Mitteilung liest. Zwar ist davon die Rede, dass der Gemeinderat ein Sparprogramm in Auftrag gegeben ­habe, «wie das auch in anderen Gemeinden Mode sei». Es soll ­bereits im nächstjährigen Budget Wirkung zeigen.

Was schon erreicht wurde

Auf die Projekte scheint sich dies aber nicht negativ auszuwirken. Der Gemeinderat sei mit seinen Legislaturzielen bei Halbzeit voll auf Kurs, heisst es zusammenfassend. Seine Einschätzung bezieht sich auf verschiedene Bereiche:

• Alterszentrum im Gehren: Der Neubau mache sichtbare und er­freu­liche Fortschritte, auch wenn der Start «harzig» und mit Verzug erfolgt sei, schreibt der Gemeinderat. Das Legislaturziel dürfte aber trotzdem erreicht werden, sofern sich nicht weitere zeitliche Verzögerungen ergeben würden. Das Bauwerk soll der künftigen Betreiberin, der Sene­vita AG, erst im Dezember 2017 statt wie ursprünglich gedacht bereits im ­Juli 2017 übergeben werden. Dies bedinge eine längere Miete und Nutzung des Provisoriums in Küs­nacht, in dem die Erlen­bacher Senioren zurzeit unter­gebracht sind.

• Dorfzentrum: Für das grösstenteils brach­liegende Sigst-Areal im Dorfzentrum liegen meh­rere Stu­dien vor, wie es weitergehen soll. Dar­aus ist der pri­vate Gestaltungsplan Sigst-Süd entstanden. Auch im Gebiet Erlenbach-Süd – dieses umfasst unter ande­rem das Hotel Erlibacherhof, das frühere Werkgebäude und heu­tige Jugendlokal, das Feuerwehr­gebäude, die Gemeindeliegenschaft Anker, das Erlen­gut sowie das reformierte Kirchgemeindehaus und das katholische Zen­trum Sankt Agnes – ist einiges in Bewegung. Der Gemeinderat hat ein Architekturbüro mit einer soge­nannten Testplanung beauftragt. Die Ergebnisse dürften bis ­Ende dieses Jahres vorliegen und der Bevölkerung voraussichtlich Anfang 2017 präsentiert werden.

• Schifflände: Ein Team, bestehend aus einem Ingenieur, einem Landschaftsarchitekten und einem Bistroplaner, unterstützt die Gemeinde bei den weiteren Projektschritten. Voraussichtlich im nächsten ­Juni ­könne die Gemeindeversammlung über das Projekt und den Kredit befinden, heisst es. Mit der Umsetzung soll im Herbst 2017 begonnen werden.

• Sport im Dorf: Im nächsten Jahr sollen die in Erlenbach und den umliegenden Gemeinden vorhandenen Sportangebote auf­genommen und die Bedürf­nisse der Erlenbacher Sportvereine ­geklärt werden. Bereits erfolgreich realisiert und in Betrieb sei das Schwimmbecken All­mendli, das insbesondere von der Schule rege genutzt werde.

• Dorfleben: Ziel des Gemeinderates sind eine generationen­über­grei­fende Vernetzung sowie die Förde­rung der Nachbarschaftshilfe. Für das Gebiet ­Oberer Lerchen­berg / Bruppach ­gebe es, ausgehend von einem gut besuch­ten Quartierforum, mehrere Ideen, etwa die Schaffung eines fixen Quartiertreffs, den soge­nannten Erlenbacher Daumen, für unkomplizierte Mitfahrmöglichkeiten sowie eine selbst organisierte Tisch­runde, die Tavo­lata.

Bereits lanciert worden ist das Projekt Kultur-Salons. Dort stellen Menschen anderen ihren privaten Raum zur Begegnung mit Kunst, Kultur und kulinarischen Genüssen zur Verfügung. Die ­Absicht ist, sich näher kennen­zu­lernen und sich mit ihnen zu vernetzen.

• Jugend- und Altersarbeit: Im Rahmen des Projektes «Jung trifft alt» sind sich bereits äl­tere Menschen und Schüler aus der unmittelbaren Nachbarschaft an mehreren Nachmittagen begegnet. Dar­aus seien schön gemalte Plakate entstanden, die im August an verschiedenen Stellen im Dorf hätten bewundert werden können.

Der Gemeinderat, heisst es wei­ter, habe mit Freude feststellen dürfen, dass in Erlen­bach bereits sehr viel Altersarbeit geleistet werde. Er sieht sich deshalb nicht mehr so stark in der Pflicht: Auf die definitive Schaffung eines Altersbeauftragten könne man des­halb verzichten. Für die junge Generation sind das Erarbeiten eines Kinder- und Jugendkonzepts sowie das Realisieren einzelner Projekte dar­aus geplant. Dies soll in der zweiten Legis­latur­hälfte umgesetzt werden.

• Schule: Die Schule hat sich gemäss Mitteilung mit ihrem künftigen Raumbedarf befasst und ­dazu eine entsprechende Planung durchführen lassen. Es sei die Schaffung zusätzlicher Gruppenräume im Schulpavillon All­mendli geplant. Die Schul­lei­tun­gen sind räumlich mit der Schulverwaltung zusammen­gelegt wor­den. Noch offen und zu klären sei, wie der Schul­cam­pus auch ver­mehrt aus­ser­schu­lisch genutzt werden könne.

Bereits geklärt seien der Bedarf und die Bedürfnisse für die schulergänzenden Angebote. Im Blaukreuz-Lokal sei ein zweiter Mittagstisch installiert worden. Für einen zweiten Hort­stand­ort würden noch geeignete Räume gesucht. Die Geschäfts­stelle der fami­lien- und schulergänzenden Kinderbetreuung wie­der­um sei aufgehoben und dafür der Leitung des Schülerclubs zusätz­liche Aufgaben übertragen worden.

Weiter bietet die Musik­schule einen Ensemble-Unterricht an. Sie führt jetzt auch einen Kinderchor. In der Sonderpädagogik läuft ein Pilotversuch für die Begabtenförderung. Über deren defi­ni­tive Einführung soll der Souverän ­Ende 2017 entscheiden. In Abklärung ist auch eine Beteiligung der Schule Erlen­bach am Projekt Tagesschule.

• Ökologie und Haushalt: Es liegen ein Umwelt- und Energiekonzept sowie ein dazugehöriger Massnahmenplan vor. Die kommunale Liegenschaftenstrategie steht zudem kurz vor dem Abschluss. Sie soll voraussichtlich ­Ende dieses Jahres kommuniziert werden. Ausserdem wolle der Gemeinderat mit den vorhandenen finanziellen Mitteln weiterhin haushälterisch umgehen – deshalb hat er auch ein Sparprogramm in Auftrag gegeben.

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