Stäfa

Führungswechsel bei Sensirion

Bei Sensirion in Stäfa kommt es zu einer personellen Zäsur: Die beiden Firmengründer Felix Mayer und Moritz Lechner ziehen sich aus der operativen Verantwortung zurück und übernehmen das VR-Präsidium. Mit Marc von Waldkirch als neuem Geschäftsleiter setzt Sensirion auf eine interne Lösung.

Das Führungsduo bleibt Sensirion erhalten – wenn auch in veränderter Form: Die beiden Co-Geschäftsführer Felix Mayer (links) und Moritz Lechner übernehmen das VR-Präsidium.

Das Führungsduo bleibt Sensirion erhalten – wenn auch in veränderter Form: Die beiden Co-Geschäftsführer Felix Mayer (links) und Moritz Lechner übernehmen das VR-Präsidium. Bild: Archiv zsz

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Der 41-jährige Marc von Waldkirch wird ab 1. Juli 2016 neuer Geschäftsführer der Stäfner High Tech-Schmiede Sensirion (siehe auch Kasten). Er löst damit die beiden Firmengründer Felix Mayer und Moritz Lechner ab. Nach Auskunft von Sensirion-Sprecher Andreas Meile wollen sich Mayer und Lechner nach dem bewährten Modell der Co-Führung in Zukunft auch die Aufgabe des Verwaltungsratspräsidiums bei Sensirion teilen – und zwar in einer aktiven Rolle.

Sensirion weiter im Zentrum

Konkret heisst das, dass sich Mayer und Lechner der Förderung strategischer Produktinnovationen sowie der Erschliessung neuer Märkte annehmen wollen, um den Innovationsgeist von Sensirion weiter zu stärken. Ihre berufliche Haupttätigkeit wird damit weiterhin beim globalen Marktführer vom Zürichsee liegen. Moritz Lechner hatte den Verwaltungsrat bereits bisher geleitet, und auch Felix Mayer gehört dem Gremium seit der Firmengründung an. Auf dem Papier war es so geregelt, dass Felix Mayer die Verantwortung für die Geschäftsleitung innehatte und Moritz Lechner das VR-Präsidium.

Die beiden promovierten Physiker haben die von ihnen vor 18 Jahren als ETH-Spin-off gemeinsam gegründete Sensirion an vorderster Stelle aufgebaut und geprägt. Mayer und Lechner seien massgeblich für das kontinuierliche und erfolgreiche Wachstum seit dem Beginn verantwortlich, teilte die Stäfner Industriegruppe mit. Der Sensorikmarkt sei zurzeit enorm in Bewegung und Sensirion eröffne sich die Möglichkeit, neue Chancen anzugehen, erklärte Andreas Meile auf Anfrage der ZSZ. Dem wollten sich Felix Mayer und Moritz Lechner nun vermehrt widmen.

Entscheid im letzten Sommer

Was ihre Nachfolgeregelung betrifft, so wurde bereits im vergangenen Sommer die Auswahl getroffen. Kurz danach wurden auch die Mitarbeitenden informiert. Dabei stand laut Meile immer eine interne Lösung im Vordergrund. Mit der Wahl von Marc von Waldkirch als Nachfolger im Amt des CEO setzt Sensirion auf Kontinuität: Der langjährige Sensirion-Mitarbeiter soll das Unternehmen im gleichen Sinne weiterführen.

Von Waldkirch hat wie Mayer und Lechner an der ETH Zürich (mit Auszeichnung) als Physiker promoviert. 2005 begann er bei Sensirion als Projektmanager und leitete später die Entwicklungsabteilung von Flüssigkeitssensoren. Seit 2011 ist er Vice President Entwicklung und Mitglied der Geschäftsleitung. Während dieser Zeit habe er entscheidend zu den hohen Qualitätsstandards von Sensirion sowie der Entwicklung neuer Produkte beigetragen, sagte Meile.

Der Firma gehe es nach wie vor sehr gut, «auch wenn man in der Vergangenheit zum Teil etwas gar verwöhnt war». Als Indiz für den guten Zustand des Unternehmens erwähnte Meile die Aufwendungen für Forschung & Entwicklung, (F&E), die Sensirion in den letzten beiden Jahren massiv erhöht habe. Heute würden mehr als 30 Prozent des Umsatzes in die Entwicklung von neuen Produkten investiert. Und die Firma könne dies trotz des starken Frankens vollständig aus dem laufenden Geschäft finanzieren. Die hohen F&E-Aufwendungen seien ein Bekenntnis zur Innovation und zu den neuen Chancen, welche Felix Mayer und Moritz Lechner in ihrer neuen Rolle verstärkt nutzen wollen. Durch die Wechselkurse sei die Konkurrenz in den letzten Jahren stark begünstigt worden: «Sie ist uns dabei etwas näher gekommen, hat uns aber nicht eingeholt».

Erstellt: 10.03.2016, 16:41 Uhr

Ab 1. Juli neuer CEO von Sensirion: Marc von Waldkirch. (Bild: zvg)

Sensirion AG

Die Sensirion AG mit Sitz in Stäfa ist das weltweit führende Unternehmen in der Entwicklung, Herstellung und Implementierung von Sensoren und Sensorlösungen. Die Produktpalette umfasst Feuchte- und Temperaturfühler, Massenflussregler, Durchflusssensoren für Gase und Flüssigkeiten sowie Differenzdrucksensoren. Zu den Abnehmern gehören die Automobilindustrie, Medizintechnik, Gebäudetechnologie und Unterhaltungselektronik (etwa für mobile Endgeräte). Das 1998 von Felix Mayer und Moritz Lechner gegründete Unternehmen ging aus der ETH Zürich hervor und hat diverse Auszeichnungen im In- und Ausland erhalten. Sensirion verfügt über Standorte unter anderem in den USA, Südkorea, Japan, China, Taiwan und Deutschland. Geforscht, entwickelt und produziert wird in Stäfa. Die private Aktiengesellschaft beschäftigt rund 600 Mitarbeitende, davon 550 am Zürichsee, und erzielte im Geschäftsjahr 2015 einen Umsatz von 117 Mio. Franken. Gewinnzahlen werden keine veröffentlicht.?(zsz)

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