Meilen

Frühestens im Herbst beginnt der Bau des Wendegleises

Die SBB wollen im Oktober mit dem Bau des Wendegleises beim Bahnhof Herrliberg-Feldmeilen beginnen. Das Projekt ist bereits um Jahre hinter dem Zeitplan zurück und könnte sich noch weiter verzögern.

Vom Bahnhof Herrliberg-Feldmeilen soll in Zukunft ein Wendegleis Richtung Meilen führen.

Vom Bahnhof Herrliberg-Feldmeilen soll in Zukunft ein Wendegleis Richtung Meilen führen. Bild: Michael Trost

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Über 300 Meter lang soll das neue Wendegleis werden, das die SBB in Feldmeilen planen. Es soll sich vom Bahnhof Herrliberg-Feldmeilen aus Richtung Rapperswil erstrecken und Platz bieten für die Züge der S16, die hier an ihrem Endbahnhof jeweils warten müssen, bevor sie wieder Richtung Zürich abfahren. Solange sie im Bahnhof stehen, kann die geplante S20 nicht fahren, die zwischen Zürich-Hardbrücke und Stäfa verkehren soll.

Wenn aber die S16 auf dem Wendegleis steht, kann die S20 in Herrliberg-Feldmeilen durchbrausen. Sie würde die meist überbelegten Züge am rechten Seeufer in den Hauptverkehrszeiten entlasten. Allerdings ist noch nicht sicher, ob und wann das Wendegleis erstellt werden kann. Die IG Wendegleis Süd hat Rechtsmittel gegen das Projekt ergriffen. Der Bau des Gleises hat sich daher um bisher drei Jahre verzögert. Zurzeit ist der Entscheid des Bundesgerichts hängig. Wenn er bald bekannt wird und zugunsten der SBB ausfällt, können die Bauarbeiten im kommenden Oktober beginnen. Die S20 würde dann ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2018 fahren.

Durchgänge erneuern

Die IG Wendegleis Süd ist eine Gruppe von Anwohnern. Diese befürchten vom vorgesehenen Projekt unter anderem mehr Lärm und Strahlung für ihre Wohnungen. Die vorgesehenen Kosten von rund 35 Millionen Franken kritisieren sie einerseits als geschönt – die SBB wollten demnach mit dem Voranschlag nur eine Umweltverträglichkeitsprüfung vermeiden, wie sie ab 40 Millionen fällig würde – und anderseits als zu hoch. Die IG ­präsentierte einen eigenen Vorschlag, mit einem kürzeren Wendegleis, das südlich statt nördlich des Hauptgleises zu liegen käme. Für die Bahn hätte dieses Konzept aber betriebliche Nachteile.

Im Rechtsstreit zwischen der IG Wendegleis und den SBB entschied das Bundesverwaltungsgericht vor einem Jahr zugunsten der Bundesbahnen. Diese wollen, falls sie auch vor Bundesgericht recht bekommen, ungesäumt loslegen können und haben darum die Baumeisterarbeiten bereits ausgeschrieben.

Im Zuge dieser Arbeiten soll auch das Gleis 3 im Bahnhof Herrliberg-Feldmeilen saniert werden. Die Entwässerung ist dort beeinträchtigt. Weil die bisher einspurige Strecke mit dem Wendegleis zweispurig wird, müssen zwei Durchgänge unter der Bahn abgebrochen und erneuert werden, die Brücke über die Rebbergstrasse wird angepasst.

Längerfristig wollen SBB und ZVV noch grössere Pendlerströme aufnehmen können und dafür die Strecke am rechten Seeufer bis nach Meilen auf Doppelspur ausbauen.

Erstellt: 10.02.2016, 22:52 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

Kommentare