Meilen

Frühes Einstiegsalter und lasche Eltern als Risikofaktoren

Eine Befragung zeigt, was Meilemer Jugendliche bewegt – insbesondere der Konsum legaler und illegaler Drogen steht dabei im Fokus. Die Erkenntnisse der Studie sollen nun in die Präventionsarbeit mit einfliessen.

Was führt zum Konsum von Cannabis? In Meilen wurde die Schülerbefragung des Präventionsprogramms «Communities that Care» (CTC) durchgeführt. Die Erkenntnisse der Befragung sollen nun auch in Präventionsmassnahmen der Projektgruppe CTC einfliessen.

Was führt zum Konsum von Cannabis? In Meilen wurde die Schülerbefragung des Präventionsprogramms «Communities that Care» (CTC) durchgeführt. Die Erkenntnisse der Befragung sollen nun auch in Präventionsmassnahmen der Projektgruppe CTC einfliessen. Bild: Keystone

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Cybermobbing, Gewalt in jugendlichen Paarbeziehungen und Gamesucht waren nur einige Punkte, die in einer Schülerbefragung des Präventionsprogramms «Communities that Care» (CTC) thematisiert wurden. Die Umfrage zu Jugendproblemen wurde auch in Meilen durchgeführt, wie die Gemeinde mitteilt. 105 Jungen und 139 Mädchen der 7. bis 9. Klasse wurden dabei befragt. Teilgenommen haben Gymnasiasten sowie Schüler der Sekundar- und von Privatschulen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Meilen an einem solchen Programm teilnimmt. Bereits von 2012 bis 2014 beteiligte sich die Gemeinde am nationalen Programm «Die Gemeinden handeln!». «Als Nachfolgeprojekt ist die Pilotstudie «Communities that Care» sehr gut geeignet, um anhand einer wissenschaftlichen Befragung die Risiko- und Schutzfaktoren zu bestimmen», erklärt Gemeindeschreiber Didier Mayenzet. «CTC hilft Gemeinden, ihre Präventionsbedürfnisse zu identifizieren und anschliessend Programme und Interventionen umzusetzen, um Jugendlichen ein gesundes und sicheres Umfeld zu bieten, in dem sie sich optimal entwickeln können», ist der Studie zu entnehmen. Damit soll Problemverhalten wie Substanzgebrauch und Schwänzen vermieden und so die gesellschaftlichen Kosten gering gehalten werden. Die Teilnahme an der Studie war für die Gemeinde Meilen kostenlos.

Risiko in der Gruppe

Die Erkenntnisse der Befragung sollen nun auch in Präventionsmassnahmen der Projektgruppe CTC einfliessen. Diese wird aus Mitgliedern des Gemeinderats, der Sicherheitsabteilung, der Schule, Schulpflege, von Samowar und der Schweizerische Gesundheitsstiftung Radix gebildet.

Risikofaktoren für Jugendprobleme sollten eingeschränkt und Schutzfaktoren gestärkt werden, schreibt die Gemeinde. Vor allem drei Punkte wurden angesichts der Ergebnisse als Riskofaktoren identifiziert. Gemässs der Studie geht eine signifikante Anzahl Meilemer Jugendlicher davon aus, dass die Eltern ihren Konsum von Tabak, Alkohol oder Cannabis indifferent oder sogar zustimmend zur Kenntnis nehmen.

Aber auch der frühe Beginn des Konsums solcher Substanzen wird als Faktor genannt. Es gehöre bei bei manchen Jugendlichen sozusagen zum guten Ton, Cannabis und Alkohol zu konsumieren. Auch der Kontakt zu Freunden, die legale und illegale Drogen nehmen, kann hierbei eine Rolle spielen. In Meilen liegt dieser Risikofaktor sogar noch etwas höher als in den Vergleichgemeinden Bischofszell und Köniz. Wie jung die Jugendlichen beim ersten Konsum waren, wird anhand der Studie allerdings nicht klar. Befragt wurden aber Mädchen und Jungen zwischen 12 und 16 Jahren.

«Kein Dealerproblem»

Als dritten Faktor wird die von den Jugendlichen als einfach bezeichnete Vergügbarkeit von Alkohol, Tabak und Cannabis in der Wohnumgebung genannt. Hat Meilen etwa ein Problem mit Cannabisdealern und Geschäften, die sich beim Alkoholverkauf nicht ans Schutzalter halten? «Die Studie zeigt einzig die Einschätzung der Jugendlichen auf, also ihre Selbstwahrnehmung», sagt Mayenzet dazu. Bei diesem Risikofaktor gehe es um die Wahrnehmung der Verfügbarkeit. «Meilen hat unseres Erachtens kein besonders Problem mit Dealern», betont Mayenzet. «Auch die Läden halten sich ans Recht.»

«Wenn Kinder und Jugendliche in ihrer Erziehung verlässliche moralische Überzeugungen und klare Normen verinnerlichen und Regeln einhalten lernen, kann sie dies vor problematischen Verhaltensweisen schützen», so lautet die Schlussfolgerung der Gemeinde. Hilfreich seien auch Gelegenheiten, sich in der Wohnumgebung positiv einzubringen, diese mitzugestalten und dafür auch Anerkennung zu erfahren. Derzeit analysiert die Meilemer Projektgruppe die bereits bestehenden Präventionsangebote, d ie etwa von Vereinen oder der Jugendarbeit angeboten werden, um allfällige Lücken auszumachen. Bis Ende 2018 sollen dann Massnahmen erarbeitet und umgesetzt werden.

Die Schülerbefragung ist auf www.meilen.ch/de/politik/dossiers/unter dem Bereich Prävention einsehbar. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 15.11.2017, 14:36 Uhr

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