Stäfa

Früh übt sich, wer ein Meister werden will

Die jüngsten Talente im Kunstturnen haben an den Nachwuchswettkämpfen des Zürcher Turnverbands eine beeindruckende Vorstellung geboten. Sehr zur Freude des zahlreich erschienen Publikums.

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Mit viel Einsatz turnen am Samstagnachmittag rund 70 Primarschüler in der Stäfner Turnhalle im Obstgarten. In festgelegter Reihenfolge zeigen die Jungspunde aus mehreren kantonalen Turnvereinen gruppenweise ihre Übungen am Boden, am Mini-Pauschenpferd, an den Ringen, beim Sprung, am Barren und am Reck, bewertet von Punkterichtern. Viele Väter und Mütter haben ihre Sprösslinge begleitet, und schauen dem sportlichen Treiben nun an Festtischen und auf der Tribüne zu. Applaudiert wird aber nur dezent. Es geht ruhig zu und her. Fast kein Laut ist zu hören, höchstens das Scheppern der Reckstange oder der dumpfe Hall, wenn einer nach dem Sprung auf der Matte landet. Auch die Anweisungen der Trainer sind leise gehalten.

Das Patronat der Veranstaltung hat der Zürcher Turnverband (ZTV) übernommen, Organisator ist der Turnverein (TV) Stäfa. «Im letzten Frühling haben wir beschlossen, uns für den Anlass zu bewerben und bekamen vom ZTV den Zuschlag», sagt OK-Präsident Renato Crivelli, im Verein Leiter der Kunstturnerriege und der polysportiven Aktivriege. Aus dem Nachwuchs des TV Stäfa sind nun der zehnjährige Maximilian Faris und die beiden zwei Jahre jüngeren Alexander Sinding sowie Gian Büttner an den Ringen im Einsatz. Ihre Kür ist kurz, aber beeindruckend. Sauber turnen sie vom Hang in den Stütz, danach in den Handstand. Sie nehmen Schwung und nach der Landung sofort Haltung an.

Freude am Sport

Gute Sicht auf die Übungen ihrer Söhne haben die Väter Mark Faris und Christian Sinding. «Mein Sohn ist seit vier Jahren beim TV Stäfa», sagt Farris. Er habe Spass am Geräteturnen, betreibe zudem allgemein viel Sport. «Er ist viel in Bewegung.» Sindling betont ebenfalls, sein Sohn könne nicht einfach nur ruhig herumsitzen. «Nebst dem Kunstturnen fährt er Ski und spielt Tennis.» Martina Wunderli, der Mutter von Gian, hat es die Übung ihres Sohnes ebenso angetan. «Ob Training oder Wettkampf – Gian ist mit viel Spass an der Sache dabei.»

Allzu viel Zeit bleibt den Buben nicht, wollen sie sich im Kunstturnen weiterentwickeln. Wer sich vornimmt, an die Spitze zu kommen, muss noch vor dem Ende der Schulzeit das olympische Programm in den Grundzügen beherrschen. Wie bei jedem anderen Leistungssport, der im frühen Kindesalter beginnt, wird am Kunstturnen hie und da Kritik geübt.

Den Einwänden widerspricht Harry Wenger, Cheftrainer beim TV Stäfa und am Wettkampftag Leiter der Punkterichter: «Die Ausbildung, vor allem für Anfänger, erfolgt bei uns behutsam.» Für ihn steht fest: «Keine Sportart eignet sich besser, Körperhaltung, Ausdauer und Konzentration zu schulen, als das Kunstturnen.» Die Rolle der Trainer drückt er bildhaft aus: «Deren Arbeit ist wie jene eines Steinmetzes oder Holzschnitzers.» Es gelte, die Buben zu formen. Manchmal würden sich Rohdiamanten darunter befinden. Sorgen, genügend Nachwuchs zu finden, kennt Wenger kaum. «Grundsätzlich wünsche ich mir aber schon, dass noch ein paar Kinder mehr mitmachen würden.»

Jahrgänge im Vorschulalter

Wettkampfleiter des zweitägigen Anlasses, an dem am Sonntag nochmals rund 100 Talente – darunter auch Jahrgänge im Vorschulalter – angetreten sind, ist Ueli Schneider, im ZTV Ressortleiter Kunstturnen Männer. Schon am ersten Tag hat er ein dickes Lob für den Veranstalter übrig. «Der Anlass ist hervorragend organisiert, die Infrastruktur der Turnhalle erfüllt alle unsere Anforderungen.» Entgegenkommen würde dem Veranstalter, dass im Kunstturnen die Abläufe der Wettkämpfe vorgegeben seien, alles seine Reglemente habe. Er fügt an: «Kunstturnen ist keine Freestyle-Sportart.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 15.04.2018, 14:41 Uhr

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