Uetikon

Frische Christbäume vom Hof des Gemeinderats

Der Landwirt und Gemeinderat Felix Weber engagiert sich im Geschäft mit Christbäumen. Seine Familie kultiviert schon seit vielen Jahrzehnten eigene Tannen. Beim Verkauf setzt Weber vor allem auf Kunden aus der Umgebung.

Felix Weber kultiviert vor allem Nordmanntannen – und greift bei Bedarf auch gleich selber zur Motorsäge.

Felix Weber kultiviert vor allem Nordmanntannen – und greift bei Bedarf auch gleich selber zur Motorsäge. Bild: Sabine Rock

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Die Festtage und Christbäume sind eigentlich noch weit wed, als wir Felix Weber auf seinem Hof «im Bergli» in Uetikon treffen. Das Wetter auf der Sonnenterrasse am Fuss des Pfannenstiels ist schön und mild – von Schnee und weissen Weihnachten noch keine Spur. Doch Felix Weber und seine Familie beschäftigten sich bereits intensiv mit ihrem Weihnachtsgeschäft – dem Verkauf von Christbäumen.

Der Uetiker SVP-Gemeinderat und Landwirt zeigt uns eine von vier Parzellen auf seinem Grundstück, das er vorwiegend mit Nordmanntannen bepflanzt. Dazu kommen Rottannen und ein paar Blautannen. Insgesamt sind es 1,5 Hektaren, die Weber mit Tannen bepflanzt und mit seiner Familie als Christbäume verkauft. Die Idee hatte bereits sein Vater, wie Weber erzählt. Er habe schon in den 1950er-Jahren Rottannen angebaut und als Christbäume verkauft. Felix Weber ist mit dem Kultivieren von Tannen aufgewachsen und selber damit beschäftigt, seit er den Hof 1983 übernommen hat.

Kulturen auf dem Feld

Die Bäume werden in sogenannten Dauerkulturen auf dem offenen Feld kultiviert, wie Felix Weber erklärt. «Sie werden gepflanzt, gepflegt und geerntet wie jedes andere landwirtschaftliches Produkt.» Wenn er die Tannen ernte, habe dies überhaupt nichts mit dem Fällen von Bäumen in einem Wald zu tun, betont der Landwirt.

Weber pflanzt in der Regel Tannen, die schon zwei- bis dreijährig sind. Dann pflegt und hegt er sie, bis sie 8 bis 10 Jahre alt sind. Sind sie gross genug, sägt er sie ab, verkauft sie an seine Kunden und verpackt sie für den schonenden Transport in die dafür üblichen Netze.

Die Kunden kommen primär aus der nahen Umgebung und sind oft Stammkunden. «Es sind Leute, die wissen wollen, woher ihr Christbaum kommt und wann er geschnitten wurde. Zudem schätzen sie es, ein Produkt aus der Region zu erhalten», sagt Weber. Er hat einen professionell wirkenden Vertrieb aufgezogen – und unterstützt ihn mit einer speziellen Website. Das Online-Geschäft betreut sein Sohn Fabian Weber, der bei unserem Besuch gerade mit einer Lieferung von Tannen für ein Restaurant wegfährt. Ein weiterer Verkaufskanal ist der Weihnachtsmarkt in Herrliberg.

600 bis 700 Tannen pro Jahr

Insgesamt verkaufen die Webers rund 600 bis 700 Tannen pro Jahr, davon über 90 Prozent Nordmanntannen. «Die sind bei unseren Kunden ganz klar am beliebtesten», sagt Weber. Der Verkauf beginnt schon im November, Hochbetrieb herrscht aber ab Mitte Dezember. Die Preise, die von 70 Franken für eine mittelgrosse Nordmanntanne bis zu 120Franken für ein Zweieinhalb-Meter-Exemplar variieren, sind laut Weber seit vielen Jahren stabil. Für einen schönen, frischen Baum aus einheimischer Produktion könne man rund 45 Franken pro Meter verlangen – obwohl der Markt immer noch von günstigeren Importen der Grossverteiler dominiert wird.

Die Christbäume sind für den Landwirt, der in Uetikon Schulpräsident ist und dessen Frau Theres Weber im Kantonsrat politisiert, «ein wichtiges Standbein» neben dem Hauptgeschäft – dem auf Getreide ausgerichteten Ackerbau. Der Anbau von Tannen auf offenem Feld passe auch gut in sein Bewirtschaftungskonzept und die Arbeitsabläufe auf dem Hof, erläutert er. Tannen seien aber durchaus anspruchsvoll, zumal man sich das ganze Jahr über um die Kulturen kümmern müsse. «In einem schönen Christbaum stecken zehn Jahre Arbeit», sagt Weber. Er baut die Bäume nach ökologischen Grundsätzen an und verzichtet auf chemische Mittel zur Schädlingsbekämpfung. «Ich nehme lieber das Risiko in Kauf, dass ein Baum mal nicht gedeiht», meint er.

Ideale Bedingungen

Und wie steht es um die Qualität der diesjährigen Tannen? «Es stimmt, dass sie dank der günstigen Wetterbedingungen – mit einem relativ feuchten Frühling und einem trockenen Herbst – besonders robust und langlebig sind», sagt Weber. Sie seien ausserdem von Hagel und Hitze verschont geblieben. Als Experte hat Weber natürlich auch ein paar Tipps auf Lager (siehe Kasten), wie seine mit satten, grünen Nadeln ausgestatteten Christbäume möglichst lang zur Geltung kommen.

Mehr Informationen zum Verkauf von Felix Weber: www.bergli-christbaum.ch (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 14.12.2016, 16:20 Uhr

Tipps für Christbäume

So bleiben sie länger haltbar:

1. Vor der Platzierung im Wohnzimmer möglichst lange draussen an einem kühlen Ort lagern (im Garten oder auf dem Balkon).

2. Den Baum bis vor dem Aufstellen im Netz lassen und unten nicht schälen, damit er nicht austrocknet.

3. In den Räumen in grossem Ständer mit Wasserbehälter verankern.

4. Nicht neben der Heizung platzieren und regelmässig mit Wasser besprühen. (rpf)

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Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zsz.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 928 55 82. Mehr...

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