Männedorf

Freiwillige bauen den Spielplatz Brüschhalde neu auf

Der Spielplatz Brüschhalde in Männedorf wurde seit dem Umbau des angrenzenden Kinderheims vernachlässigt. Sechs Mütter nahmen die Sache selber in die Hand und bauten mit über 60 Freiwilligen ein neues Klettergerüst.

Der neue Kletterparcours auf dem Spielplatz Brüschhalde wurde von Kindern und Eltern gemeinsam aufgebaut.

Der neue Kletterparcours auf dem Spielplatz Brüschhalde wurde von Kindern und Eltern gemeinsam aufgebaut. Bild: Michael Trost

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Bäume überschatten die Tische, Blockhütte und die Spielgeräte auf dem Spielplatz Brüschhalde. Das Holz des Klettergerüsts, auf welchem die Kinder herumturnen, ist noch neu. Es steht auch erst seit zehn Tagen dort, davor war die «Brüschi» mehr Wiese als Spielplatz. Über 60 Freiwillige haben am 16. Juni das Gerüst aufgebaut. Der Weg dahin war nicht einfach. «Früher war die Brüschi ein äusserst beliebter Treffpunkt für Jung und Alt“, sagt Isabel Plaza vom Komitee, das den Neuaufbau initiiert hat. „Ein Abenteuerspielplatz mit Seilbrücken, Türmen und einem Labyrinth. Aber aufgrund der neuen Sicherheitsauflagen wurden immer mehr Spielgeräte abgebaut.

Damals gehörte der Spielplatz zur Kinderstation Brüschhalde, welche heute Teil Psychiatrischen Universitätsklinik ist. Doch seit diese umgebaut wurde und einen privaten Spielplatz besitzt, wurde die Wiese vernachlässigt.

Wenig Budget

Das Problem lag bei der Verantwortung. Das Land gehört dem Kanton. Früher kümmerte sich die Kinderstation darum, doch nach dem Neubau fühlte sich niemand mehr verantwortlich. «Der Platz war verwildert, Abfall lag herum, das Gras war hoch», berichtet Corinne Wider, eine der Initiantinnen. «Wir schickten der Gemeinde Bilder.» Diese reagierte umgehen, indem der Platz wieder gepflegt wurde. Neue Geräte gab es jedoch nicht.

«Wir hoffen, dass damit weitere Projekte in der Gemeinde angestossen werden.»
Isabel Plaza

Bis vor einem Jahr sechs Männedörfler Mütter die Sache selber in die Hand nahmen. «Der Spielplatz soll wieder zu einem ‚öffentlichen Wohnzimmer’ für das ganze Dorf werden“, sagt Plaza. Es folgten Gespräche mit der Gemeinde und es wurde gemeinsam nach Lösungen gesucht. Der Kanton erklärte sich bereit, das Grundstück für fünf Jahre der Gemeinde zu verpachten. Auch das Budget war bei den Diskussionen ein grosses Thema. «Normalerweise braucht es 20 000 Franken für den Aufbau eines solchen Bewegungsparcours», sagt Fabio Guidi von der Motorsänger GmbH, die professionell Spielplätze errichtet. Es standen jedoch nur 3000 Franken zur Verfügung. Das reicht knapp für die Materialien.

Das Initiativkomitee beschloss, selber Hand anzulegen und machte sich auf die Suche nach Helfern. Am Arbeitstag standen tatsächlich über 60 Freiwillige bereit. Guidi übernahm die Baukoordination und stand mit gut zwei Tonnen Material um halb zehn auf Platz. Eltern wie Kinder packten alle mit an.

Positive Reaktionen

Der neunjährige Jan, Plazas Sohn, erklärt genau, wie alles abgelaufen ist: «Zuerst haben wir Löcher geschaufelt. In diese wurden dann die Pfähle gestellt und zubetoniert.» Er war den ganzen Tag mit dabei. Es wurde geschliffen, gebohrt, geknotet. Auch hier mussten die Sicherheitsvorschriften genau eingehalten werden, die Schrauben und das Holz müssen aus dem richtigen Material sein. «Ich hätte gerne höher gebaut», sagt Jan. Denn höher als einen Meter sind Spielgeräte auf einer Wiese nicht erlaubt.

Am Abend stand der neue Kletterparcours auf dem Rasen. Kurz darauf folgten ein neuer Spielzeugturm und eine neue Wippe. Geplant ist auch ein neuer Pingpong-Tisch, der von den privaten Helfern gesponsert wird. «Wir stiessen in der Bevölkerung rundum auf positives Feedback und hoffen, dass damit weitere Projekte in der Gemeinde angestossen werden», sagt Plaza. Doch noch ist nicht alles gemacht. Fliessend Wasser für das bestehende WC und den Brunnen gibt es immer noch nicht.

Für die nächsten fünf Jahre ist das Schicksal der Brüschi sicher. Was der Kanton danach mit dem Land vorhat, wird sich zeigen. Die Gemeinde ist seit dem Frühjahr parallel daran, die zukünftige Strategie zur Ausstattung von Spielplätzen zu gestalten: Und zwar im partizipativen Mitwirkungsverfahren mit Beteiligung der Bevölkerung.

Einweihungsfest auf der Brüschi am Samstag 8. September, 14 Uhr (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 29.06.2018, 16:07 Uhr

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