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Flüchtlingsfamilien kommen nach Zollikon

Im früheren Zolliker Altersheim an der Seestrasse ziehen neue Bewohner ein. Nachdem die minderjährigen unbegleiteten Flüchtlinge die Liegenschaft im August verlassen mussten, ziehen nun zehn Flüchtlingsfamilien ein.

Das ehemalige Altersheim am See in Zollikon wird zur Unterkunft für zehn Flüchtlingsfamilien.
Das ehemalige Altersheim am See in Zollikon wird zur Unterkunft für zehn Flüchtlingsfamilien.
Archiv Michael Trost

Ab Ende Oktober wird das leer stehende Altersheim an der Zol­liker Seestrasse wieder als Asylunterkunft genutzt. Im Gebäude werden rund zehn Flüchtlings­familien untergebracht, wie die Sicherheitsdirektion des Kantons Zürich gestern mitteilte. «Es handelt sich um Opfer der Syrienkrise, die bereits als Flüchtlinge anerkannt sind und über ein unbefristetes Bleiberecht in der Schweiz verfügen», sagt Andrea Lübberstedt, Chefin des Kantonalen Sozialamts.

Die Gemeinde ist zufrieden

Im August mussten die letzten Bewohner – 70 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (Mineurs non accompagnés, MNA) – die Liegenschaft verlassen. Die plötzliche Schliessung des MNA-Zentrums sorgte in verschiedenen Kreisen für Kritik. Die Asylorganisation Zürich (AOZ), welche das Heim im Auftrag des Kantons betrieben hatte, begründete den Entscheid mit den gesunkenen Zahlen der MNA und den ­hohen Betriebskosten.

Der Mietvertrag mit dem Kanton, der trotz der Schliessung des MNA-Heims bis Ende Mai 2019 gelaufen wäre, wurde nun bis August verlängert. Auch die 50 neuen Flüchtlinge werden von der AOZ betreut. Im Bezug auf die Kosten sagt Lübberstedt: «Die MNA hatten ein höheres Betreuungsbedürfnis, weshalb auch die Kosten höher waren.»

Der Zolliker Gemeindepräsident Sascha Ullmann (GLP) erachtet die Zwischennutzung als sinnvoll: «Die Flüchtlingsfamilien können so in Ruhe in der Schweiz ankommen und dem Gemeinderat bleibt Zeit zu überlegen, wie es mit dem Gebäude längerfristig weitergehen soll – ohne, dass es während Monaten leer steht.»

«Schulweg ist wichtig»

Die Familien kommen aus den Erstaufnahmeländern Jordanien und Libanon nach Zollikon. Die Schweiz hat sich 2016 im Rahmen des Resettlement-Programms des UNO-Hochkommissariats für Flüchtlinge (UNHCR) bereit erklärt, 2000 vom Syrienkonflikt betroffene Flüchtlinge aufzunehmen. Bei den vom UNHCR ausgewählten Personen handelt es sich um Menschen, die besonderen Schutz brauchen, weil sie physisch und psychisch stark geschwächt sind.

In Zollikon sollen sie sich während mehreren Monaten mit den hiesigen Verhältnissen vertraut machen. Gemäss Thomas Schmutz, Mediensprecher der AOZ, werde ein kleines Team tagsüber und abends vor Ort präsent sein. «Sie unterstützen die Bewohner bei der Alltagsbewältigung und bei den ersten Schritten im Integrationsprozess.»

Dabei stehe die berufliche und schulische Integration im Vordergrund, sagt Lübberstedt. Das Volksschulamt wird gemeinsam mit der Schule Zollikon die Aufnahmeklassen für die Kinder und Jugendlichen organisieren. Weil sie in den ersten Monaten primär die Sprache lernen müssen, werden sie allerdings nicht die reguläre Schule besuchen. «Das Ziel ist es, ihnen dennoch so viel Normalität wie möglich zu bieten», sagt Lübberstedt.

Wo der Unterricht stattfindet, ist indessen noch unklar. Die Gemeinde suche derzeit nach geeigneten Räumlichkeiten. «Unsere Schulhäuser stossen jetzt schon an ihre Kapazitätsgrenzen», sagt Ullmann. Zur Debatte stünden das Jugendhaus und das Pfadiheim Chluppi. «Wichtig ist, dass die Flüchtlinge auch mal aus dem Heim rauskommen und einen Schulweg erleben.»

Wohin die Familien im nächsten Jahr ziehen werden, ist noch unklar. Als anerkannte Flüchtlinge können die Familien ihren Wohnort frei wählen. «Externe Wohnberater der AOZ unterstützen sie nach den ersten Monaten in der Schweiz bei der Suche nach einer privaten Wohnung im Kanton Zürich», sagt Schmutz.

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