Stäfa

Familie setzt nach Prügelattacke an Chilbi Belohnung aus

An der Stäfner Chilbi ist ein Mann spitalreif geprügelt worden. Seine Familie setzt eine Belohnung von 1000 Franken für Hinweise aus, die zu den Tätern führen.

In der Chilbinacht kam es in Stäfa aus noch ungeklärten Gründen zu einer Prügelattacke. Symbolbild André Springer

In der Chilbinacht kam es in Stäfa aus noch ungeklärten Gründen zu einer Prügelattacke. Symbolbild André Springer

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Was sich genau ereignet hat, ist unklar. Fest steht lediglich, dass ein 33-Jähriger aus Ürikon auf der Intensivstation des Universitätsspitals Zürich wieder zu sich kam – mit gebrochenem Kiefer, Hirnerschütterung und vier ausgeschlagenen Zähnen. In der Nacht von Samstag auf Sonntag war er um 1.30 Uhr auf dem Nachhauseweg von der Stäfner Chilbi niedergeschlagen worden, in der Nähe des Festgeländes. Erinnern kann er sich an nichts mehr.

Die Mutter habe mitten in der Nacht einen Anruf erhalten, ihr Sohn liege auf der Intensivstation im Unispital, sagt einer seiner beiden Brüder gegenüber der «Zürichsee-Zeitung». Das Gesicht seines Bruders sei komplett zerschlagen gewesen. Später sei er von Zürich ins Spital Männedorf verlegt und dort am Dienstagnachmittag entlassen worden.

Die Kantonspolizei bestätigt den Vorfall. Es liege eine Anzeige vor, sagt Mediensprecher Marc Besson. Über den Ablauf kann die Polizei derzeit keine Angaben machen. Als die alarmierte Gemeindepolizei vor Ort eingetroffen sei, habe sie nur noch die verletzte Person am Boden vorgefunden, der oder die Täter seien bereits weg gewesen. Den Fall hat mittlerweile die Kantonspolizei übernommen.

War es eine Gruppenattacke?

Der Übergriff schockiert die Familie des Opfers, das in Meilen aufgewachsen ist und seit einiger Zeit in Ürikon wohnt. Seine beiden Brüder machten sich nach der Tat sogar auf Spurensuche an der Stäfner Chilbi. Sie sprachen mit Betreibern von Ständen und Festwirtschaften, um zu rekonstruieren, was vorgefallen war. Sie erhielten zwar einige Hinweise, aber wenig Stichhaltiges. Gerüchten zufolge sollen vier Männer und eine Frau das Opfer attackiert haben – diese Information ist aber nicht gesichert. Die Polizei kommentiert diese Angabe nicht, weil sie derzeit verschiedenen Hinweisen nachgeht.

Der Familie lässt der Übergriff auch Tage danach keine Ruhe. Sie hat nun sogar eine ungewohnte Massnahme ergriffen und via Facebook 1000 Franken Belohnung ausgesetzt für denjenigen, der zielführende Hinweise zur Überführung der Täter liefert. Mit der Polizei ist das nicht abgesprochen. «Als wir am Montag an der Chilbi herumfragten, hatten wir den Eindruck, dass sich niemand etwas zu sagen getraut», begründet einer der Brüder den Schritt.

Für seinen Bruder sei es belastend, dass er nicht wisse, was ­geschehen sei, sagt er. «Es muss Klarheit geben. Wir wollen nicht, dass er sich aufgrund diffuser Ängste nicht mehr auf die Strasse getraut.»

Aufruf kann heikel sein

Die Polizei selber hat keinen Zeugenaufruf gestartet, weil sich bereits mehrere Personen gemeldet haben und sie nun deren Aussagen nachgeht. Dass die Familie des Opfers eine Belohnung für Hinweise aussetzt, die zu den ­Tätern führen, beurteilt Kapo-Sprecher Besson als ambivalent.

Grundsätzlich begrüsse es die Kantonspolizei, wenn solche Aufrufe zur Klärung eines Falles führten. Das Vorgehen solle aber mit der Polizei abgesprochen werden. Ein Aufruf könne je nach Formulierung rechtliche Probleme nach sich ziehen, gerade wenn er über soziale Medien wie Facebook verbreitet werde. «Unter Umständen kann es unsere Arbeit beeinträchtigen», sagt Besson. Zum konkreten Facebook-Eintrag will er sich nicht im Einzelnen äussern.

Erstellt: 29.09.2016, 15:58 Uhr

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