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«Ewige Baustelle» an Meilemer Seestrasse ist bald fertig

Ende Monat ziehen die Handwerker ab von der Liegenschaft zur Sonne. Über drei Jahre dauerten die Sanierungsarbeiten, nachdem das Haus im März 2012 gebrannt hatte. Das Innere des Hauses musste fast komplett erneuert werden.

Das Haus zur Sonne in Meilen steht nach langer Bauzeit ohne Gerüst da. Aussen blieb vieles beim Alten, innen ist ein neues Haus entstanden.
Das Haus zur Sonne in Meilen steht nach langer Bauzeit ohne Gerüst da. Aussen blieb vieles beim Alten, innen ist ein neues Haus entstanden.
Reto Schneider

Eine langwierige Sanierungsgeschichte geht zu Ende: Nach über drei Jahren Bauzeit ist das Haus zur Sonne in Meilen Ende Juni fertig renoviert. Das historische Gebäude an der Seestrasse 654/656 hatte im März 2012 gebrannt. Die 24 Asylbewerber, die damals in der Liegenschaft wohnten, konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Sie leben heute alle in anderen Wohnungen.

Die lange Bauzeit trug der Behörde den Vorwurf ein, an der Seestrasse eine «ewige Baustelle» zu betreiben. Einige Nachbarn hätten sich geärgert, bestätigt der Gemeindeschreiber Didier Mayenzet. Doch die Sanierungsarbeiten der brandgeschädigten Liegenschaft hätten sich sehr anspruchsvoll gestaltet: «Es gab zahlreiche bautechnische Herausforderungen.» Etwa Feuchtigkeit in den Kellergewölben oder Schwierigkeiten mit der Baustatik. In früheren Jahren sei im Gebäude einfach drauflos gebaut worden, sagt Mayenzet. Offenbar ohne auf die Statik zu achten. «Es nahm allein fünf Monate in Anspruch, das Haus mit Balken so abzustützen, dass die Baustelle nicht einstürzen konnte.»

Ein «Haus im Haus»

Als weiteren Zeitfresser nennt der Gemeindeschreiber die zahlreichen Abklärungen beim Kanton, weil die Aussenhülle des Gebäudes während der Sanierungsarbeiten unter Schutz gestellt wurde. Von aussen präsentiert sich das Gebäude nun mehr oder weniger im alten Kleid, innen ist fast alles neu. Die Bausubstanz war so schlecht, dass «ein Haus ins Haus gebaut werden musste», wie Mayenzet sagt. Eine besondere Herausforderung stellte das historische Bogentor dar, das als Haupteingang rekonstruiert wurde. Es ist als Attrappe gestaltet, hinter der sich eine normale Tür und Mauerwerk befinden.

Trotz der langen Bautätigkeit ist das Budget laut dem Gemeindeschreiber nicht überzogen worden: 3,84 Millionen Franken hatte der Souverän bewilligt, 1,2 Millionen davon übernimmt die Gebäudeversicherung. Damit wird die Gemeindekasse mit 2,64 Millionen Franken belastet. Die acht Zweieinhalb- und Viereinhalb-Zimmer-Wohnungen sind in Minergiebauweise erstellt. Zwei der Wohnungen befinden sich im neu ausgebauten Dachstock. Der Ausbaustandard sei eher einfach, sagt Mayenzet. Drei der Wohneinheiten sind für Personen mit Migrationshintergrund reserviert, zwei davon sind bereits besetzt. Die übrigen Wohnungen werden auf dem freien Markt vermietet. Im Moment bestehe kein Bedarf, sie als Asylwohnungen zu nutzen, sagt Didier Mayenzet. Vier dieser Wohnungen sind bereits belegt.

Im Untergeschoss des über 200-jährigen Gebäudes ist ein 66 Quadratmeter grosser Kulturkeller entstanden, den die Gemeinde für Vereinsanlässe, Kurse oder kulturelle Angebote vermieten will.

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