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Es kommt kein Geld mehr –Integrationsprojekt am Ende

Die Gemeinde Oetwil stellt das Projekt Bildungslandschaften ein. Es hatte zum Ziel, Migrantenkinder zu fördern. Finanziell war es grossteils von einer Stiftung getragen. Um es allein weiterzuführen, fehlt der Gemeinde das Geld.

«Es hilft den Spielgruppen, wenn sie wissen, was in der Schule gefragt ist», sagt Schulpräsident Thomas Zeier (SVP).
«Es hilft den Spielgruppen, wenn sie wissen, was in der Schule gefragt ist», sagt Schulpräsident Thomas Zeier (SVP).
Archiv / Reto Schneider

Der Name ist malerisch. Bildungslandschaften heisst ein Projekt, das die Jacobs Foundation entwickelt hat, eine der grössten Wohltätigkeitsstiftungen der Schweiz. Sie geht auf den Unternehmer Klaus J. Jacobs zurück, der lange in Küsnacht lebte und 2008 dort starb. Das Projekt soll Kinder von Migranten fördern. Für die Pilotphase 2012 bis 2016 stellte die Stiftung rund 4 Millionen Franken zur Verfügung. Im Kanton Zürich wurden drei Gemeinden unterstützt: Oetwil am See, Dübendorf und Oberglatt.

Dem schönen Namen des Projekts zum Trotz ist in Oetwil nach fünf Jahren Ernüchterung aus­zumachen. Der Gemeinderat kommt zum Schluss, so ist seiner Mitteilung zu entnehmen, dass sich das Projekt finanziell nicht mehr lohne.

Der Aufwand, das waren für Oetwil rund 16 000 Franken pro Jahr, ein Viertel der Kosten des Projekts. Die restlichen drei Viertel übernahmen die Stiftung und der Kanton. Als Ertrag erhoffte man sich unter anderem, den Anteil der Sonderschüler reduzieren zu können, denn dieser ist in Oetwil hoch und belastet den Finanzhaushalt der Gemeinde. Er hängt damit zusammen, dass manchen Kindern beim Eintritt in den Kindergarten Deutsch- und andere Kenntnisse noch fehlen.

Elterntreffpunkt bleibt

Die Projektzeit sei zu kurz gewesen, um positive, nachhaltige Veränderungen feststellen zu können, schreibt die Gemeindebehörde. Es hätten aber dank dem Projekt einige Ideen angegangen oder sogar umgesetzt werden können, und eine Vernetzung der Bildungsakteure habe sicher stattgefunden. Zu diesen Akteuren gehören laut Schul­präsident Thomas Zeier (SVP) etwa Kindertagesstätten, Spielgruppen, der Kindergartenbereich und die Bibliothek. «Es hilft den Spielgruppen, wenn sie wissen, was in der Schule gefragt ist», sagt er. «Das ist ein grosser Pluspunkt.»

Zeier erwähnt auch das Café Anduriña, einen Eltern- und Kindertreffpunkt, der mit dem Projekt Bildungslandschaften eng zusammenarbeitet. Nachdem die Unterstützung der Stiftung auslief, fand Oetwil für 2017 beim kantonalen Integrationsprogramm finanzielle Hilfe. Ende Jahr aber ist Schluss, das Projekt ist der nicht auf Rosen gebetteten Gemeinde zu teuer.

Für 2018 wird Zeier im Gemeinderat ein kleines Fortsetzungsprogramm einbringen. Es umfasst Deutschkurse für Erwachsene, Vortragsabende zu Erziehungsthemen und Informationsveranstaltungen für Eltern von künftigen Kindergartenschülern.

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