Uetikon

Erste Hürde für neue Wohnungen ist weggeräumt

Die Uetiker haben vor fast einem Jahr Ja gesagt zum Gestaltungsplan, der auf der Birchweid Wohnhäuser ermöglicht. Wegen eines Stimmrechtsrekurses geschah dann lange nichts. Nun ist die Beschwerde abgewiesen.

Auf der Birchweid in Uetikon am See ist eine Überbauung geplant.

Auf der Birchweid in Uetikon am See ist eine Überbauung geplant. Bild: Archiv ZSZ

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Im Gebiet zwischen dem Bahnhof und dem Dorfzentrum wirkt Uetikon noch ländlich. Alte Weinbauernhäuser zeugen von der einst starken Bedeutung der Landwirtschaft. Am Hang wachsen Rebstöcke und Obstbäume, und die riesige Wiese in der Kurve der Bergstrasse ist noch unverbaut. Dass dies nicht immer so bleiben würde, war den Uetikern stets klar: Denn die Birchweidbefindet sich in der Bauzone. Sie ist 30 000 Quadratmeter gross, was vier Fussballfeldern entspricht.

Als sich die Uetiker Gemeindeversammlung vor elf Monaten mit dem Gebiet befasste, ging es somit nicht darum, das Land freizuhalten. Im Vordergrund stand vielmehr die Frage, nach welchen Richtlinien die privaten Besitzer das Grundstück überbauen dürfen. Geregelt ist dies nun im Gestaltungsplan, den die Uetiker damals mit klarem Mehr annahmen. Er sieht fünf Gruppen von je drei Gebäuden vor sowie unterirdische Parkplätze für 135 Autos. Diese Dimensionen zeigen: Es geht nicht um ein einzelnes Bauprojekt, sondern geradezu um einen neuen Dorfteil, der Wohnraum für rund 300 Personen bietet.

Die Birchweid in Uetikon

Urteil liess auf sich warten

Dass dies zu reden geben würde, war voraussehbar: Im Vorfeld der Gemeindeversammlung gab es Widerstand. Kritiker bemängelten, dass der neue Gestaltungsplan, der den bisherigen aus den 90er-Jahren ablösen sollte, höhere Bauten zulassen würde. Und nachdem das Geschäft angenommen worden war, kündigte ein Anwohner eine Stimmrechtsrekurs an. Er hatte in den Unterlagen für die Stimmberechtigten angebliche Fehlaussagen des Gemeinderats ausgemacht.

Monate später hat nun die Rekursinstanz entschieden: Der Bezirksrat hat die Beschwerde abgelehnt, wie der Uetiker Gemeinderat mitteilt. Das Urteil sei inzwischen rechtskräftig. Der Rekurrent hat demnach den Entscheid nicht angefochten – für die ZSZ war er am Mittwoch nicht erreichbar.

Obwohl ein Privater bauen will und die Gemeinde nur indirekt involviert ist, atmet der Uetiker Gemeinderat auf. «Aufgrund des Stimmrechtsrekurses verzögerte sich das Genehmigungsverfahren massgeblich», kritisiert er in der Medienmitteilung. Sein Unmut richtet sich dabei nicht nur gegen den Beschwerdeführer, sondern auch an den Bezirksrat: Im September war den Kantonsräten Christian Schucan (FDP) und Christian Hurter (SVP) – die beiden sind Mitglied des Gemeinderats beziehungsweise der Rechnungsprüfungskommission von Uetikon – der Geduldsfaden gerissen: Sie reichten beim Regierungsrat eine Anfrage ein zur Bearbeitung von Geschäften in Bezirksräten. Von letzteren ­– insbesondere von jenem in Meilen – forderten sie «zeitgerechtes Handeln», damit wichtige Geschäfte nicht zu lange blockiert seien.

Weitere Rekurse möglich

Dass es beim Vorhaben auf der Birchweid zu weiteren Verzögerungen kommt, ist indessen nicht ausgeschlossen. Anwohner haben erneut die Möglichkeit, sich mit Rekursen zu wehren, wenn die Eigentümer des Grundstücks eine Baueingabe machen: Die Baubewilligung der Gemeinde könnten sie anfechten. Für den Rekurs zuständig wäre dann aber nicht der Bezirksrat, sondern das Baurekursgericht. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 07.11.2018, 17:28 Uhr

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