Erlenbach

Eröffnung des Alterszentrums war ein Fest der Generationen

Das Erlenbacher Alterszentrum Gehren wurde am Samstag eingeweiht. Die rege besuchte Eröffnung im Rahmen eines Dorffestes widerspiegelte den Gedanken hinter dem Neubau.

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Ein selten gesehener Star macht seine Aufwartung. Oder gibt es etwas kostenlos zu haben? Das eine oder andere vermutet, wer vorgestern Samstag das neue Alters­zentrum in Erlenbach betritt­, um sich alsbald inmitten einer dichten Traube von Menschen ­wiederzufinden. Ein Sich-Durchschlängeln lässt sich nur mit eingezogenem Bauch einiger­massen bewerkstelligen. Dann ist das Spektakel wieder vorbei – um im regelmässigen Rhythmus einer Viertelstunde neu aufzutreten, nach und nach noch mehr an ­Zustrom gewinnend.

Kostenlos erhalten die Leute, die am Empfang des Alters­zen­trums zusammenfinden, denn auch tatsächlich etwas: Ein­blicke nämlich in ein Gebäude, das sie seit längerem schon auf die eine oder andere Art beschäftigt hat. Sei es durch die nicht zu übersehende Baustelle direkt neben der Seestrasse während fast drei Jahren. Sei es in Form mehrerer Vorlagen für Gemeindeversammlungen und Urnengänge in ungleich längerer Zeit.

Aussicht in Rebberg

Und nun, am Samstag, fei­ert die Gemeinde Erlenbach die Einwei­hung ihres Alters­zen­trums Gehren. Dafür gibt sie ein Fest für die ganze Bevölkerung. Im Viertelstundentakt durch­geführte Rundgänge durch die Pflege­abteilungen des Hauses sind dabei eine Attraktion unter vielen. Musikalische Darbie­tungen lokaler Vereine, eine ökume­nische Segnung und frei erhält­liche kulinarische Ange­bote deren weitere.

«Schön hell», beurteilt eine ­Dame an einer Führung anerkennend das gezeigte Pflegezimmer. «Schön» ist allgemein häufig zu hören. Neben der Helligkeit des Zimmers wird auch die Aussicht auf die Rebberge mit dem Prädikat versehen.

Andere Besucher äussern sich aber auch kritischer: «Nicht gerade­ übergross» sei das Zimmer, meint eine Anwesende – die meisten indes finden eher das Gegenteil. «Eine Badewanne gibt es nicht», bemängelt eine andere Führungsteilnehmerin. «Wer in einem Pflegeheim ist, braucht keine Badewanne», belehrt sie ihre Kollegin. Stattdessen ist jedes­ der 61 identischen Zimmer mit barrierefreier Dusche ausgestattet, und aufs Baden müssen die Senio­ren auch nicht verzichten. Zeigt doch wenig ­später Daniela Gundermann das Pflege­bad und erntet auch hier anerkennende Kommentare.

Gold­elemente für Goldküste

Gundermann ist Geschäftsführerin des Gehren, das vom Unternehmen Sene­vita betrieben wird. Sie habe, erklärt sie, bereits 18-jäh­rig ein Pflege­heim geführt – in ihrer Heimat Leipzig. Die lang­jährige Erfahrung sei unter ande­rem an den liebevollen ­De­tails abzulesen: Goldelemente – etwa in Engelsskulpturen – referieren auf die Goldküste; Bilder des Erlenbacher Zeichners Walter­ Imhof auf die unmittel­bare Umgebung.

Was denn eigentlich das Wohnen in der Pflegeabteilung ­koste, wird sie, nicht nur einmal, gefragt: 147 Franken täglich, inklusive Wäsche und Hotellerie, ­wobei 45 Franken zusätzlich auf die Betreuungstaxe entfallen – damit seien sie am günstigsten in der Region, wie die Geschäftsführerin nicht ohne Stolz anmerkt. Die Summe beeindruckt dennoch, wie sich auf dem einen oder anderen Gesicht ablesen lässt.

Ein Begegnungsort

Die Zimmer sind indes ­alle ­bereits vergeben und werden ab morgen bezogen, eine Etage von Demenzerkrankten. Schon eingezogen sind die Bewohner der 18 Alterswohnungen. Letz­tere sind darum nicht zugänglich an dem Rundgang. Dass man sich aber nie früh genug dafür inter­essieren kann, beweisen die über­raschend zahlreichen Besucher jugendlichen und mittleren Alters. Sie, wie die Senioren, die in dem immer voller werdenden Festzelt Seite an Seite mit jungen Eltern und ihren Kindern sitzen, widerspiegeln, was der 44-Millionen-Bau in Zukunft sein soll: ein Ort, an welchem die Generationen sich begegnen. ()

Erstellt: 28.05.2018, 09:18 Uhr

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