Erlenbach

Erlenbacher können sich noch auf das Feuerwerk freuen

Erlenbach verschiebt sein 1. August-Feuerwerk auf den Chilbisonntag. Der Gemeinderat will damit eine Vorbildfunktion ausüben. Andere Gemeinden wie etwa Stäfa haben ihr Feuerwerk trotz Trockenheit gezündet.

Feuerwerke waren am 1. August rar: Hier in Meilen konnte die Bevölkerung das Spektakel geniessen.

Feuerwerke waren am 1. August rar: Hier in Meilen konnte die Bevölkerung das Spektakel geniessen. Bild: Sabine Rock

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Bewundernde Aaahs und Oooohs waren den 1. August-Feuerwerken in Stäfa und Meilen gewiss. Während diese beiden Gemeinden ihre offizielle Feuerwerke auf dem Zürichsee zündeten, verzichtete die Gemeinde Erlenbach auf dieses Spektakel. Dies obwohl die Feuerwerkskörper auch in Erlenbach traditionellerweise im See abgefeuert werden. Beim Zürichsee handelt es sich zum einen um Hoheitsgebiet des Kantons, zum anderen bestehen trotz Trockenheit dabei keine Sicherheitsbedenken. «Ich hätte es schräg gefunden, wenn die Bürger auf Feuerwerk verzichten müssen und die Gemeinde lässt dann das grösste Feuerwerk ab», erklärt der Erlenbacher Sicherheitsvorsteher Philippe Zehnder (parteilos) den Entscheid des Gemeinderats.

Die Gemeinde habe schliesslich eine Vorbildfunktion. Ganz auf das Feuerwerk verzichten müssen die Erlenbacher aber nicht. Diese Option sei nie in Erwägung gezogen worden, sagt Zehnder. Die bunten Feuerbilder am Himmel werden stattdessen am Chilbisonntag, dem 2. September gezündet. «Ablauf und Ort werden die gleichen sein, wie es am 1. August gewesen wäre», erklärt Gemeinderat Zehnder. Bei der zeitlichen Verschiebung habe es sich um einen Vernunftsentscheid gehandelt. Es ist übrigens nicht das erst Mal, dass Erlenbach sein Feuerwerk auf das Chilbi-Wochenende verschoben hat. Dies war schon 2006 der Fall, als der Kanton Zürich ein absolutes Feuerverbot verhängt hatte.

Anders als Erlenbach

Stäfa und Meilen liessen die Raketen vom See aus in den Himmel steigen. «Bei uns stand es ebenfalls zur Diskussion, ob wir aus Sicherheits- oder Vorbildsgründen auf das Feuerwerk verzichten müssen», sagt Erich Maag, stellvertretender Gemeindeschreiber in Stäfa. Es sei ein Abwägen gewesen. «Das Feuerwerk war bereits fest gebucht und die Kostenfolgen wurden darum beim Entscheid auch berücksichtigt», führt Maag aus. Das Feuerwerk sei 300 Meter vom Ufer entfernt auf einem Schiff gezündet worden: Dadurch sei klar gewesen, dass es trotz Trockenheit sicher durchgeführt werden könne. Das Feuerwerk zu verschieben, sei für Stäfa keine Option gewesen.

In Küsnacht, wo ansonsten ebenfalls ein grosses Feuerwerk am 1. August den Nachthimmel erhellt, verzichtete die Gemeinde dieses Jahr wegen der Trockenheit beziehungsweise des kommunalen Feuerverbots darauf. Hier war die Ausgangslage allerdings eine andere, weil die abendliche Bundesfeier am Forchdenkmal durchgeführt und somit das Feuerwerk auch nicht auf dem See gezündet worden wäre.

Kanone war im Einsatz

Und wie sieht es in Küsnacht mit einer zeitlichen Verschiebung des Feuerwerks aus? «Bis jetzt war das kein Thema», sagt Franco Aeberhard, Abteilungsleiter Sicherheit dazu. Aus der Bevölkerung habe es wegen der Umstände verständnisvolle Reaktionen auf den Verzicht gegeben. Anders als es in Stäfa der Fall gewesen wäre, hatte die Absage in Küsnacht keine Kostenfolgen. «Für uns sind keine finanziellen Einbussen entstanden», versichert Aeberhard.

Während es abends auf der Forch nicht knallte, war dies morgens um sieben Uhr in der Küsnachter Hornanlage sehr wohl der Fall. Dort feuert traditionsgemäss die Küsnachter Vereinigung der Wulponiten mit ihrer Kanone Chrott 23 Salutschüsse zu Ehren der 23 Stände beziehungsweise Kantone ab. «Die Kanone steht zuvorderst am Wasser auf Kiesboden und ist ein gutes Stück vom Rasen entfernt», erläutert Aeberhardt. Man habe die Lage vorher abgeklärt und beim kleinsten Anzeichen von Gefahr auf die Salutschüsse verzichtet. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 02.08.2018, 17:29 Uhr

Dreimal gebüsst

Die Bussen, welche am 1. August wegen des Feuer- und Feuerwerksverbots im Bezirk Meilen ausgesprochen wurden, halten sich in Grenzen, wie eine Nachfrage bei der Kantonspolizei Zürich zeigt. Dreimal sei Anzeige wegen Grillierens erstattet worden, wie von der Kapo zu erfahren war. Kein einziges Mal wurde jemand wegen Ablassens von privatem Feuerwerk gebüsst. Die Übeltäter erhalten eine Geldbusse in unbekannter Höhe.

Trotz dieser Zahlen ist nicht auszuschliessen, dass im Bezirk Meilen illegal privates Feuerwerk gezündet wurde. Franco Aeberhard, Abteilungsleiter Sicherheit in Küsnacht, berichtet von zwei solchen Fällen auf Gemeindegebiet. Gebüsst werden konnte allerdings niemand, weil die Täter bereits verschwunden waren, als die Gemeindepolizei am Ort des Geschehens auftauchte. In den meisten Gemeinden des Bezirks gilt ein absolutes Feuerverbot. In Zollikon gilt ein Feuerverbot im Wald und in Waldesnähe. (phs)

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