Zollikon

Erlebnisreicher Tag für Sehbehinderte am Tag der Fischerei

Der schweizerische Tag der Fischerei hat Blinden und sehbehinderten Personen ein besonderes Erlebnis ermöglicht: Sie konnten in Begleitung von erfahrenen Fischern angeln.

Fingen am Tag der Fischerei Egli und Felchen: Sportfischer Walter Fritschi (stehend) mit dem sehbehinderten Edi Kaufmann.

Fingen am Tag der Fischerei Egli und Felchen: Sportfischer Walter Fritschi (stehend) mit dem sehbehinderten Edi Kaufmann. Bild: Patrick Gutenberg

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Am Steg vor dem Klubhaus des Seesportfischervereins Zürich und Zollikon sind die Fischerboote noch vertäut, als sich am Samstagvormittag eine Gruppe von Leuten ihnen vorsichtig nähert. Ein Mann tastet mit vorgestrecktem Fuss ab, wo die erste Treppenstufe beginnt. Helfer stützen die Personen. Sie sind auf Hilfe angewiesen. Ihr Sehvermögen ist erloschen oder stark eingeschränkt. Behutsam wird jedem Einzelnen geholfen, in eines der Boote zu steigen. Sie nehmen Platz, zu ihnen gesellen sich ein Bootsführer und ein bis zwei Helfer.

Einmal im Boot, freut sich jedermann auf das nun Folgende: Am nationalen Tag der Fischerei geht es los zum Angeln mit Ruten auf dem See.Auf hoher See sind die Fischerboote später wieder anzutreffen. In einem Ruderboot bilden Walter Fritschi und Edi Kaufmann ein Team. Fritschi, ein erfahrener Sportfischer, trägt einen Strohhut. Seine gebräunte Gesichtsfarbe lässt darauf schliessen, dass er in den letzten Tagen und Wochen an der Sonne wohl des Öfteren versucht hat, einen grossen Fisch an Land zu ziehen. Zur Tagesbeute sagt er: «Zwei Egli haben wir schon gefangen.»

Breite Unterstützung

Edi Kaufmann berichtet, auch ein Felchen habe den Köder geschluckt, er habe sich aber wieder losgerissen. «Der wollte lieber wieder schwimmen gehen», sagt er und lacht. Wegen seiner Sehbehinderung verlasse er sich vor allem auf das Gespür, fügt er an. Auf einem Motorboot sind Walter Bührer und Daniel Kaiser die Helfer für Apiraam Arularakilan. Der Gast an Bord rapportiert: «Ein Felchen hat angebissen, vier sind wieder weg.» Ihm gefalle dieser Tag sehr, sagt er weiter. «Das ist ein besonderes Erlebnis.»

Am schweizerischen Tag der Fischerei unter dem Patronat des Schweizerischen Fischereiverbandes bringen beispielsweise Berufsfischer ihr Metier der Bevölkerung näher. Es bietet sich die Gelegenheit, sich über die Vielfalt der Fischerei zu informieren – und es wird zum Probefischen eingeladen. Der Anlass in Zollikon ist auch dank der Zusammenarbeit des Gastgebers, des Seesportfischervereins Zürich und Zollikon, des Zürcher Blinden- und Sehbehindertenverbandes und des 111er-Clubs – der grössten Sponsorenvereinigung für die Schweizer Fischerei – zustande gekommen.

Die Zahl weist darauf hin, dass gemäss Statuten die Anzahl der Mitglieder grundsätzlich auf 111 Personen beschränkt ist. «In der Regel sind wir gegen etwas», sagt Vizeklubpräsident Toni Zulauf. «Wir sind gegen die Erwärmung, Verschmutzung und Überbenutzung der Gewässer.» Jetzt habe sich der Klub für etwas eingesetzt, nämlich für blinde Menschen und Menschen mit einer Sehbehinderung.

Nach der Rückkehr ins Vereinslokal der lokalen Seesportfischer versammeln sich die Gäste und die Helfer an gedeckten Tischen. Der Grill brutzelt. Bald einmal ist auch für das leibliche Wohl gesorgt. Die Stimmung bleibt ausgelassen.

Gesellige Runde

An einem der Tische wird ausgiebig Seemannsgarn gesponnen, wird die Beute des Tages unter den Fischern grösser und grösser. Von Forellen bis zu einem halben Meter lang ist die Rede. «Meine ist mindestens zwei Kilo schwer», sagt einer. Jeder weiss: Das entspricht keineswegs den Tatsachen, die gute Laune lässt man sich aber trotzdem nicht verderben. Toni Zulauf freut sich über die gesellige Runde. «Geplant sind am nächsten nationalen Tag der Fischerei mehrere solche Anlässe auf verschiedenen Schweizer Seen. Zollikon ist eine gelungene Premiere.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 28.08.2017, 09:09 Uhr

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