Meilen

Er zeigt Landschaften im Zeitraffer

10'000 Bilder für drei Minuten: Der Meilemer Andreas Köng ist leidenschaftlicher Timelapser. Das heisst, er stellt Zeitraffer-Videos von Landschaften her. In Meilen stellt er seine Werke vor.

König des Zeitraffers: Andreas Köng.

König des Zeitraffers: Andreas Köng. Bild: André Springer

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Mit geübten Handgriffen baut Andreas Köng sein Equipment auf. Dabei erklärt er das Vorgehen, wenn er Landschaftsbilder lebendig werden lässt. «Die Position der Kamera ist entscheidend», sagt er, für ein gutes Bild sei mehr als eine gute Kamera nötig. Der gelernte Elektrotechniker aus Meilen bringt in seiner Leidenschaft für Zeitraffer – Videos sowohl seine Begeisterung für die Berge, als auch für die Technik unter einen Hut. Mit dem Slider, der Schiene, auf der die Kamera hin- und herfahren kann, fängt er Berge in ihrer Grösse und Ebenen in ihrer ganzen Weite ein. Gleichzeitig nimmt die Kamera in gleichmässigen Abständen Bilder auf. Werden diese zusammengefügt, entsteht der Zeitraffer – Effekt.

Der 43-jährige wählt die Bildgestaltung mit Bedacht. «Die richtige Balance ist für das Gesamtbild wichtig», erklärt er. Natürlich ist auch die Wetterlage essentiell. «Blauer Himmel ist am schlimmsten», sagt er und lacht. Die Wetterlage zwischen einem Hoch und einem Tief sei hingegen am interessantesten, durch die Sturmwolken bewege sich etwas im Bild. Sein Blick dafür hat er geschärft. Die wachsende Anzahl der Abonnenten seines Youtube – Kanals gibt ihm Recht: Seine Filme werden monatlich rund 8000 Mal angeklickt.

Warten auf die richtige Viertelstunde

Zwar plant Köng die Aufnahmezeiten genau, bindet Wetterfenster und Standortlage in die Organisation ein. «Ganz genau kann man aber nie alles voraussehen», gibt er zu Bedenken. Es sei schon vorgekommen, dass er die Übung nach 50 Bildern abgebrochen habe. «In der Nachbearbeitung lässt sich mit Übung einiges machen, trotzdem sind die Aufnahmen ausschlaggebend», fügt er an.

Seit 2014 produziert der Familienvater jährlich zwei Filme, einen davon im Ausland. «Von der Landschaft und den Stimmungen in Schottland bin ich nach wie vor begeistert», erzählt er. Dort ist 2017 auch ein Film entstanden, der Köng auch ausserhalb der Schweiz bekannt gemacht hat. «National Geographic Italien ist über eine Plattform auf meinen Video aufmerksam geworden und hat ihn verlinkt, das hat mich natürlich sehr gefreut», sagt der Timelapser.

Nicht nur in Italien ist der Film gut angekommen, er hat auch an diversen Filmfestivals Preise und Nominationen gewonnen. Eine Anerkennung für den Meilemer, der viel Zeit für sein Hobby aufwendet. «Die schönsten Plätze sind eben nicht direkt neben dem Autoparkplatz», sagt er, «ausserdem ist der Film vermasselt, wenn jemand ins Bild läuft.» Die nächtlichen Aufnahmen hätten ihn ausserdem ein bisschen geduldiger gemacht. Aufnahmen der Milchstrasse brauchen etwa drei Stunden, damit der Verlauf festgehalten werden kann. «Anfangs hatte ich in dieser Einsamkeit und umgeben von Dunkelheit schon ein bisschen Angst», gesteht Köng ein, mittlerweile habe er sich daran gewöhnt und geniesse diese Auszeit sogar ein bisschen.

Begonnen hat alles mit Musikvideos

Der Beginn seiner Passion nahm in Jugendjahren seinen Lauf. Mit Kollegen produzierte er Reggae – Musikvideos. Später kaufte er sich eine Spiegelreflexkamera, neu auf dem Markt mit Zeitraffer – Funktion. «Anhand von Youtube – Tutorials habe ich mir dann nach und nach immer mehr beigebracht und viel selbst ausprobiert», erzählt er. Nun sind seine Fertigkeiten so ausgefeilt, dass er gern mit einer Sounddesignerin zusammenarbeiten würde. Ein neues Projekt schwebt ihm vor: Ein Schweizer Timelapse – Film mit Helikopteraufnahmen.

Bevor diese Pläne konkreter werden, sollen die bereits geschaffenen Filme nochmals ins Zentrum rücken. Am Filmabend im Treffpunkt Meilen ist die Zeit dazu gekommen. «Ich werde sicher auch Geschichten erzählen, die ich während der Aufnahmen erlebt habe», verrät Andreas Köng, «der Abend soll unbedingt auch unterhaltsam werden.»

Filmabend: 27. Juni, 20 Uhr, Treffpunkt Meilen, Schulhausstrasse 23. www.jahdouproduction.com.

Erstellt: 17.06.2019, 15:15 Uhr

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